Filmplakat Amelie rennt

Amelie rennt

Deutschland, Italien 2017

Amelie pfeift auf ihr Asthmaleiden. Statt eine Therapie anzutreten, büxt die Teenagerin aus und wandert mit dem Naturburschen Bart zum höchsten Gipfel der umliegenden Südtiroler Alpenlandschaft. „Amelie rennt“ lebt von der liebenswürdigen Dynamik zwischen den jugendlichen Hauptfiguren, die sich anfangs nicht leiden können und von grandiosen Landschaftsbildern. Nebenbei bereichert die ungezwungene Darstellung einer chronischen Krankheit die Filmerzählung.

Genre

Jugendfilm, Coming-of-Age, Abenteuerfilm

Klassenstufe

ab 6. Klasse

Altersempfehlung

ab 11 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geografie, Sozialkunde, Ethik, Religion

Themen

Erwachsenwerden, Krankheit, Pubertät, Außenseiter, Mädchen, Abenteuer, Rebellion, Freiheit, Träume, Begegnung, Freundschaft, Liebe, Natur, Familie

Kinostart

21.09.2017

Inhalt


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Amelie steckt mitten in der Pubertät und hat allen Grund für ihre miese Laune: Die 13-Jährige hasst ihr chronisches Asthmaleiden und lehnt alle weiteren Behandlungen ab. Stattdessen ignoriert sie die Krankheit, auch wenn ihr Notfallspray sie ständig daran erinnert, und bereitet den Ärzten und ihren getrennt lebenden Eltern einiges Kopfzerbrechen. Nach einem lebensbedrohlichen Anfall soll sie in einer Südtiroler Spezialklinik therapiert werden. Doch ohne Amelie: sie reißt aus und trifft im Wald auf den 15-jährigen Bart. Der nicht minder sture Naturbursche berichtet von einem traditionellen Feuer auf dem Berggipfel, dem die Älteren heilsame Kräfte nachsagen. Obwohl sie sich zunächst überhaupt nicht ausstehen können, treten die Teenager den waghalsigen Aufstieg gemeinsam an. Die besorgten Erwachsenen starten unterdessen eine Suchaktion.

Umsetzung


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Die Alpenlandschaft Südtirols bietet eine imposante Kulisse für das gefühlvolle Coming-of-Age-Abenteuer, das von der funkensprühenden Dynamik zwischen den Nachwuchsdarstellern Mia Kasalo und Samuel Girardi lebt. Ihre schnippische Abwehrhaltung etabliert Amelie nicht gerade als klassische Sympathieträgerin. Lediglich Bart schafft es, die taffe Schale der Dauerflucherin mit unverdrossener Hartnäckigkeit zu knacken. Im Verlauf der gemeinsamen Bergwanderung erlebt Amelie ihre erste Verliebtheit und schöpft neuen Lebensmut. Die maßvoll eingesetzte Filmmusik und die unaufgeregte Krankheitsdarstellung bereiten dabei den Boden für ein einnehmendes, sehr emotionales Jugendporträt ohne dramatische Übertreibungen, das bei aller Tragik immer auch humorvoll erzählt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Im Mittelpunkt von Amelies Unzufriedenheit steht das verhasste Asthmaleiden, worauf eine Figurenanalyse aufbauen kann. Welche Gefühle verbindet die Teenagerin mit der Krankheit? Macht ihre chronische Krankheit sie zur Außenseiterin oder gibt es dafür andere Gründe? Welche Rolle spielen Amelies Familiensituation und die Bekanntschaft mit Bart für ihre jugendliche Rebellion und charakterliche Weiterentwicklung? Dass sich das Mädchen mit der Alpenwanderung in Lebensgefahr begibt, sollte bei einer Einordnung des Geschehens ebenfalls thematisiert werden. Ein Albtraum, der Amelies Ängste und Sorgen verbildlicht, kann eine filmsprachliche Untersuchung anregen. Mit welchen Mitteln inszeniert Tobias Wiemann das Unbehagen, das die Traumsequenz ausstrahlt? Erwähnung finden sollten hier die beklemmende Tongestaltung und die unvermittelten Kamerabewegungen und Schnitte, die ein Gefühl der Orientierungslosigkeit erzeugen.

Veranstaltungen


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Der Film wird Film des Monats auf kinofenster.de. Im September erscheint ein Dossier zum Film.

Autor: Christian Horn, 31.07.2017, letzte Aktualisierung: 28.09.2017

Regie

Tobias Wiedmann

Buch

Natja Brunckhorst, Jytte-Merle Böhrnsen

Darsteller/innen

Mia Kasalo, Samuel Girardi, Susanne Bormann, Jasmin Tabatabai, Denis Moschitto, David Bredin, Jerry Hoffmann u.a.

Länge

97 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe, Cinemascope

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

farbfilm verleih

Festivals

Berlinale 2017: Sektion Generation K+

Impressum
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