Filmplakat Ava

Ava

Frankreich 2017

In ihrem Langfilmdebüt erzählt die junge französische Regisseurin Léa Mysius in ungestümen Bildern, wie sich ein 13-jähriges Mädchen in den Sommerferien ins Abenteuer stürzt, um die letzten Tage vor dem Blindwerden auszukosten. Die stilsicher inszenierte Kombination aus Coming-of-Age-Film, Familiendrama und Romanze verdeutlicht die seelischen Nöte des Teenagers, der gegen die bürgerlichen Normen rebelliert, sich aber am Ende mit dem Schicksal versöhnt.

Genre

Drama, Coming-of-Age, Romanze

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Französisch, Sozialkunde, Ethik, Psychologie, Kunst

Themen

Sehbehinderung, Jugend, Außenseiter, Träume, Selbstakzeptanz, Konfliktbewältigung, Freiheit, Freundschaft, Liebe, Familie, Erwachsenwerden, Individuum und Gesellschaft, Identität, Vertrauen

Kinostart

27.09.2018

Inhalt


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Die 13-jährige Ava verbringt den Sommer mit ihrer alleinerziehenden Mutter Maud und ihrer Baby-Schwester in einem französischen Badeort. Doch dann erfährt sie, dass sie an Retinis Pigmentosa leidet, einer Erkrankung der Sehnerven, die ihr Blickfeld immer mehr einengt. Während es um sie immer dunkler wird, übt sich Ava bereits im Blindsein, etwa indem sie mit verbundenen Augen waghalsig über Dächer balanciert. Während ihre Mutter mit einem jüngeren Afrikaner anbandelt, stiehlt die frustrierte Ava einen pechschwarzen Hund, den sie Lupo tauft und der für sie zum Blindenhund werden könnte. Lupo führt sie zu seinem Besitzer, dem 18-jährigen spanischen Herumtreiber Juan, der sich nach einer Prügelei verletzt in einem Bunker am Strand versteckt. Gemeinsam stürzen sie sich ins Abenteuer, rauben in kriegerischer Kostümierung Urlauber aus und fahren mit einem gestohlenen Motorrad davon.

Umsetzung


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Die junge französische Regisseurin Léa Mysius hat ihr Langfilmdebüt als Kombination aus Coming-of-Age-Film, Familiendrama und Romanze gestaltet. Statt eines geradlinigen Plots setzt sich die sprunghafte Inszenierung aus lose verbundenen Episoden zusammen, die um surreale Szenen und einen wilden Alptraum ergänzt werden. Wirken die anfänglichen Beobachtungen des Strandlebens geradezu naturalistisch, so nimmt das Schlussdrittel eher den Charakter eines Roadmovies mit märchenhaften Zügen an. Mysius hat für den Film gezielt auf 35 mm-Film gedreht, den die Digitaltechnik zunehmend verdrängt – eine sinnfällige Parallele zu der Krankheit, die Ava das Augenlicht nimmt. Das analoge 35 mm Filmmaterial eignet sich mit seiner Lichtstärke und hohen Kontrastwerten sehr gut, die farbenprächtigen Impressionen am sonnengefluteten Strand festzuhalten, aber auch Avas schrumpfende Sehfähigkeit im Halbdunkel.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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In ihrer ersten Kinorolle spielt Noée Abita eindringlich ein Mädchen im seelischen Ausnahmezustand, das im jugendlichen Ungestüm gegen soziale Normen rebelliert. Ava lügt, stiehlt, ist streitbar und egoistisch, sie lernt aber auch, ihr Schicksal zu akzeptieren. Im Unterricht lässt sich daher diskutieren, ob Ava als Identifikationsfigur dienen kann und ob wir mit ihr mitfühlen. Die Protagonistin versucht, die letzten Tage mit Augenlicht zu nutzen und sich zugleich für die ewige Dunkelheit zu wappnen. Was würden wir in ihrer Situation tun? Der schwarze Hund lässt sich als Metapher für die Dunkelheit deuten, die Ava bald umgeben wird. Welche Konnotationen trägt die Farbe Schwarz außerdem? Die Regisseurin hat den Film auf 35 mm-Film gedreht. Hier könnten die Schüler*innen recherchieren, welche Vor- und Nachteile dieses Bildmaterial hat und warum renommierte Regisseur*innen noch immer damit arbeiten.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

FilmTipp_Ava.pdf

Autor: Reinhard Kleber, 28.08.2018, letzte Aktualisierung: 07.09.2018

Regie

Léa Mysius

Buch

Léa Mysius, Paul Guilhaume

Darsteller/innen

Noée Abita, Laure Calamy, Juan Cano, Tamara Cano, Daouda Diakhate u. a.

Länge

105 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

eksytent distribution filmverleih

Festivals

Filmfestival Cannes 2017: Prix SACD für das Drehbuch

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