Filmplakat zu "Besser als nix"

Besser als Nix

Deutschland 2014

Tom ist 19, melancholisch und trägt ausschließlich schwarz. Aber eine Ausbildung als Bestattungsfachkraft, muss das sein? Das skurrile Personal im Institut „Heimkehr“ lässt ihm nicht viel Zeit zum Überlegen. – In Ute Wielands bildstarkem Außenseiterporträt klärt ein unorthodoxer Jugendlicher über einen etwas unorthodoxen Beruf sein Verhältnis zu Trauer und Tod. Schwarzer Humor und sensible Beobachtung finden nicht immer die richtige Balance, doch die originelle Machart überzeugt.

Originaltitel

Besser als Nix

Genre

Tragikomödie

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Sozialkunde, Kunst, Religion, Ethik

Themen

Außenseiter, Individuum und Gesellschaft, Tod, Trauer, Popkultur, Kunst

Kinostart

21.08.2014

Inhalt


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Eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft scheint für den 19-jährigen Tom wie maßgeschneidert. Stets schwarz gekleidet, bevorzugt er ruhige Gesellschaft oder am besten gar keine. Mit dem Vorschlag seiner Berufsberaterin mag er sich dennoch schlecht anfreunden: In der ganz mit Fußball und grölenden Biergelagen beschäftigten Dorfjugend ist er schon Außenseiter genug. Selbst der Vater, als Fußballtrainer ein Mann der harten Hand, hält ihn für einen Freak. Erst die Begegnung mit dem skurrilen Personal des Instituts „Heimkehr“ und der Unfalltod seines einzigen Freundes Mike machen Tom bewusst, was hinter der eigenen melancholischen Ader steckt: Der frühe Tod der Mutter, den er wie der Vater nie verarbeiten konnte. Es wird Zeit, das zu ändern und mit dem Leben zu beginnen.

Umsetzung


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Aus der Buchvorlage von Nina Poulak übernimmt Regisseurin Ute Wieland Toms Erzählstimme und deren schwarzen Humor. Allem Weltschmerz zum Trotz ist der Film vor allem Komödie, was sich in der episodischen Struktur und einer betont artifiziellen Bildgestaltung niederschlägt. Dabei sind, sowohl thematisch wie visuell, zwei berühmte Vorbilder nicht zu verkennen: Mike Nichols’ „Die Reifeprüfung“ (1967) sowie Hal Ashbys „Harold und Maude“ (1971) erfahren hier ein modernes deutsches Update. Aufwändige Musikmontagen mit ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und Zeitlupen, von eben diesen Filmen populär gemacht, fügen sich in eine einheitliche Ästhetik, in der selbst Toms kajalgeschminkte Augen mit den vorherrschenden starken Farbkontrasten in Beziehung stehen. Auch die jenseitige Welt des Bestattungsinstituts, in schwülstig-barocken Manierismen eingefangen, ist mehr Kunst als Wirklichkeit. Dass die realen Konflikte mit der vergleichsweise banalen Umgebung allzu einfach aufgelöst werden, ist angesichts dieser Bildfülle zu verschmerzen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Die popkulturelle Verwurzelung des Films führt direkt zum Thema, dem von zeitgenössischen Moden unabhängigen Konflikt von Individuum und Gesellschaft. Subkulturelle Lebensstile, mit denen Tom seinem Außenseiterstatus Form gibt, geben ihm Halt in einer schwierigen Phase jugendlicher Entwicklung, vom Konflikt mit dem Elternhaus über die Berufswahl bis zur ersten Liebe. Ihre ästhetischen Vorbilder in Film, Kunst oder Literatur, etwa im Schauerroman des 19. Jahrhunderts, lassen sich im Kunst- oder Deutschunterricht sicher anregend diskutieren. Im Sozialkundeunterricht bietet es sich an, einige Inkonsistenzen unter die Lupe zu nehmen: Inwieweit hat Tom sein Außenseitertum freiwillig gewählt? Warum leugnet er seinen persönlichen Bezug zu Tod und Trauer, den er nach außen zugleich sichtbar macht?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Philipp Bühler, 13.07.2014, letzte Aktualisierung: 02.06.2016

Regie

Ute Wieland

Buch

Nina Pourlak, Ute Wieland, Peer Klehmet nach dem gleichnamigen Roman von Nina Pourlak

Darsteller/innen

François Goeske, Wotan Wilke Möhring, Anna Fischer, Hannelore Elsner, Nicolette Krebitz u.a.

Länge

96 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

NFP marketing & distribution

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