Filmplakat zu "Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung"

Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung

Deutschland, 2010

Tommy, Sohn eines GI’s, und Sule, ein Deutschtürke, sind beste Freunde. Ihr Leben ist bestimmt von Partys, Drogen und Dealen. Eines Tages wird Tommy verraten und muss in den Jugendknast. Eindringliche Bilder, drastische Dialoge und ein handlungstragender Soundtrack machen den Film zu einer authentischen Milieustudie und erzählen von der Verletzbarkeit und Verlorenheit der Jugendlichen, welche sie hinter einem Gangster-Image zu verstecken versuchen.

Originaltitel

Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung

Genre

Jugendfilm

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik / Religion, Philosophie, Sozialkunde

Themen

Jugendliche, Freundschaft, Delinquenz, Gewalt, Drogen, Erwachsenwerden, Familie, Multikulturelle Gesellschaft, Musik, Suchtgefahren, Strafvollzug

Kinostart

23.09.2010

Inhalt


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Tommy, ein Halb-Amerikaner mit anonymem Vater, und Sule, ein verwaister, deutsch-türkischer Migrant, sind seit ihrer Kindheit beste Freunde. Nicht mal Tommys erste Freundin bringt ihre Einheit in Gefahr. Ihr Leben ist bestimmt von Partys, Drogen und Dealen. Doch eines Tages wird es ernst. Jemand verrät Tommy, er landet für 6 Monate im Jugendknast. Nach einer Zeit schlimmer Misshandlungen schwört er sich, nie wieder dorthin zurückzumüssen. Es erweist sich jedoch als kaum möglich, eine "weiße Weste" zu behalten. Vor allem die Freundschaft zu Sule wird auf harte Proben gestellt. Die Freunde geraten in einen Strudel aus Misstrauen und Gewalt, der unweigerlich zur Katastrophe führen muss.

Umsetzung


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Als eine Art Milieustudie verfügt der Film über ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Authentizität. Durch eine eindringliche Bildsprache und die herausragende Leistung der Schauspieler gelingt es bei aller Rauheit, Drastik der Dialoge und den schockierend direkten Gewaltdarstellungen auch für ein Verständnis der inneren Nöte der Protagonisten zu sorgen und für die verhängnisvollen Mechanismen zu sensibilisieren, in denen die Jungen gefangen sind. Der Soundtrack stammt von Rapgrößen wie Curse, Kool Savas und Manuellsen, der selbst eine Rolle übernommen hat. Rapmusik dient als Ausdruck des Lebensgefühls, spielt aber auch darüber hinaus eine konkret dramaturgische Rolle. Die Kameraarbeit und die Schnitttechnik sind bisweilen dementsprechend an die Ästhetik eines Videoclips angelehnt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Die Stärke des Films liegt in seiner Schlüssigkeit und der Nachvollziehbarkeit der Entwicklungen, die die jugendlichen Protagonisten nehmen. Die eigentlichen Themen sind ihre Prägung durch das Milieu, traumatische Erfahrungen und tiefe Verletzungen, die nur langsam zum Vorschein kommen und einen Kreislauf der Gewalt in Gang setzen. Ihre brüderliche Gemeinschaft dient Tommy und Sule dazu, sich gegen die als feindlich erlebte Außenwelt zu verbünden. Doch in ihrer jeweiligen Not belasten sie ihre Freundschaft mit einem so unerfüllbar hohen Loyalitätsanspruch, dass es zwangsläufig zu neuen Enttäuschungen kommen muss. Zudem bringt ihre totale Abgrenzung nach Außen die Gefahr mit sich, den Bezug zur Realität zu verlieren, sowie eine starke Entfremdung von Eltern und Lehrern, deren Eingreifen auch Schutz bedeuten könnte. So birgt der Film im Zentrum grundsätzliche Fragen zu Loyalität und Verrat, während er das Verhängnis der mafiösen Strukturen einer im Grunde gewöhnlichen jugendlichen Clique und ihrer Drogen- und Gewaltspirale aufzeigt. Es wird deutlich, wie schnell aus scheinbarem Spiel lebensbedrohlicher Ernst werden kann und welche fatalen Folgen für eine Biografie entstehen. Weil der Film in einer Lebenswelt ansetzt, die seinen jugendlichen Zuschauern möglicherweise nahesteht, kann er sie berühren und einen Ausgangspunkt für vielfältige Gespräche bilden. Außerdem bleibt der Film nicht bei einer rein pessimistischen Perspektive, sondern öffnet seinen Blick auch für die Chancen, zumindest für eine der Hauptfiguren.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Gadatsch, 19.07.2010, letzte Aktualisierung: 29.09.2016

Regie

Oliver Kienle

Buch

Oliver Kienle

Darsteller/innen

Jacob Matschenz, Burak Yiğit, Manuellsen, Balder Beyer, Aylin Tezel, Simone Thomalla

Länge

109 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

35mm

FSK

ab 16 Jahre

Verleih

Camino Filmverleih

Festivals

Berlinale 2009: Thomas Strittmatter Drehbuchpreis, Max Ophüls Filmfestival 2010: Publikumspreis, Deutscher Kamerapreis 2010: Bester Schnitt, Studio Hamburg Nachwuchspreis 2010: beste Regie

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