Filmplakat zu "Das große Museum"

Das große Museum

Österreich 2014

Der beobachtende Dokumentarfilm gewährt aufschlussreiche, auch humorvolle Blicke hinter die Kulissen des Wiener Kunsthistorischen Museums zur Zeit der Neugestaltung der Kunstkammer. Der Alltag der Institution mit seinen facettenreichen Arbeits- und Kommunikationsprozessen erscheint als faszinierendes Handlungsfeld. Von den Direktoren, über Kunsthistoriker und Restauratoren bis hin zu den Transporteuren und Servicemitarbeitern wirken darin viele mit, um der Kunst ihren passenden Rahmen zu geben.

Originaltitel

Das große Museum

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Kunst, Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, WAT/Arbeitslehre

Themen

Kunst(-geschichte), Museum, Arbeit, Teamwork, kulturelle Identität, Tradition, Werte

Kinostart

16.10.2014

Inhalt


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Im Vorfeld der 2013 neu eröffneten Kaiserlichen Kunstkammer und im Zusammenhang mit der Restaurierung von Bildern der Präsidentschaftskanzlei begleitet die Kamera Protagonisten des Kunsthistorischen Museums Wiens bei ihrer Arbeit für eine ebenso traditionsreiche wie um zeitgemäßes Image und Publikumszuspruch ringende Institution. Eine Restauratorin spürt Bearbeitungen eines Rubens-Gemäldes nach; ein Restaurator versucht sich an der Reparatur einer Schlachtschiff-Miniatur; routinierte Handgriffe widmen sich der Gefahren durch Käfer- und Mottenfraß; bei einer Auktion gelingt es nicht, die gewünschten Objekte für das Haus zu ersteigern; der kaufmännische Geschäftsführer schwört Mitarbeiter auf Marketing, Design und Corporate Identity ein; einer Mitarbeiterin des Besucherdienstes fehlt es an Anerkennung; die Direktorin der Gemäldegalerie lässt geduldig die neue Hängung ausprobieren und der verdiente Direktor der Rüstkammer wird in den Ruhestand verabschiedet.

Umsetzung


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Ohne Off-Kommentare, Interviews und begleitende Musik verbindet der genau beobachtende Dokumentarfilm entlang zweier Stränge Momentaufnahmen von museumsinternen Arbeits- und Kommunikationsprozessen durch kunstvoll-rhythmische Montage zu einer Erzählung vom „großen Museum“. Dank präziser Kameraarbeit und Bildgestaltung mit viel Gespür für Details bei Protagonisten und Accessoires kann sich der Betrachter auf eine ertragreiche Entdeckungsreise hinter die Kulissen der Institution begeben. Der Raum und die Agierenden werden in einer Weise erlebbar, als wären sie gar nicht gefilmt und beobachtet worden. Die Kunstwerke und Ausstellungsobjekte selbst sind fast ausnahmslos nie allein im Bild, sondern stets im Kontext von Arbeit zu sehen. Mit Hilfe einer singulären, aufs einzelne Bild gerichteten Kamerabewegung, die Bruegels weltberühmtes Gemälde vom „Turmbau zu Babel“ durchfährt, verdichten sich die Mühen des ständigen Auf- und Umbauens, des Bewahrens und Restaurierens im Museum am Ende des Films zum Sinnbild.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der oft humorvoll verschmitzte Blick auf die Arbeitsprozesse hinter den Kulissen macht die Aufgaben, das Selbstverständnis und die Funktionsweise kunstmusealer Großinstitutionen sinnlich erfahrbar. Thematisch eignet sich der Film besonders zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs am außerschulischen Lernort Museum. Die liebenswert gezeichneten Protagonisten, die ihrer sonst oft unsichtbar bleibenden Arbeit mit Hingabe nachgehen, ermutigen nicht nur zu einer „Haltung“ gegenüber der facettenreichen Arbeit im Museum und der dort gezeigten Kunst. Der Film stellt auch wichtige Fragen zur Diskussion wie z. B. die nach der Bewahrung und der zeitgemäßen Präsentation von Kunstwerken. Filmanalytisch ließe sich die von sonstigen Museumsfilmen abweichende, strikt dokumentarisch-beobachtende Herangehensweise erarbeiten. Die Untersuchung der signifikanten Kamerabewegung durch das Bruegel-Gemälde am Schluss kann zu einer das Ganze aufschließenden Interpretation genutzt werden.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Middel, 16.10.2014, letzte Aktualisierung: 02.06.2016

Regie

Johannes Holzhausen

Buch

Johannes Holzhausen, Constantin Wulff

Darsteller/innen

Mitwirkende: Mitarbeiter/innen und Gäste des Kunsthistorischen Museums Wien

Länge

94 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Real Fiction Filmverleih

Festivals

64. Internationale Filmfestspiele Berlin 2014, Forum: Caligari Filmpreis

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