Filmplakat Das Schwein von Gaza

Das Schwein von Gaza

Frankreich, Deutschland, Belgien 2011

Der palästinensische Fischer Jafaar zieht jeden Tag nur ein paar kümmerlichen Sardinen aus dem Wasser. Als er nicht mehr weiß, wovon er leben soll, gerät ihm ein lebendiges Schwein ins Netz. Aber im Islam gelten Schweine als unrein und der Fang entpuppt sich als Gefahrengut. Der humorvolle Einblick in den Überlebenskampf eines „kleinen Mannes“ im Gazastreifen reflektiert witzig und kritisch den Nahost-Konflikt und bietet sich an, die Chancen und Risiken von politischer, religiöser und ethnischer Komik zu diskutieren.

Originaltitel

Le Cochon de Gaza

Genre

Komödie

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Religion/Ethik, Sozialkunde, Gemeinschaftskunde

Themen

Nahost-Konflikt, Religion, Armut, Terrorismus, Vorurteile, Antisemitismus, multikulturelle Gesellschaft

Kinostart

02.08.2012

Inhalt


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Der palästinensische Fischer Jafaar weiß nicht mehr, wovon er leben soll. Das begrenzte Fanggebiet vor der Küste Gazas ist leergefischt und andere Möglichkeiten Geld zu verdienen gibt es kaum. Eines Tages zieht Jafaar ein lebendiges Schwein aus dem Meer und wittert seine Chance. Zwar kann er als Moslem mit dem „unreinen“ Tier nichts anfangen und muss es sogar verstecken, aber ihm kommt zu Ohren, dass die Israelis gleich hinter dem Grenzzaun Schweine halten. Tatsächlich gelingt es ihm, einen heimlichen Deal mit der russisch-jüdischen Siedlerin Yelena zu schließen, die für ihre Zucht Schweinesperma benötigt. Doch aus Unwissenheit begeht Jafaar Verrat an seinem Volk und muss Ausreden erfinden, um seine Haut zu retten. Der Schuss geht nach hinten los und es bleibt nur die Flucht in ein friedlicheres Land.

Umsetzung


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In seinem Debütfilm reflektiert Sylvain Estibal den Nahost-Konflikt mit den Mitteln der Komödie. Der Protagonist Jafaar fungiert als sympathischer Trottel, an dessen Beispiel die harten sowie die absurden Facetten des Alltags eines „kleinen Mannes“ im Gazastreifen durchdekliniert werden. In den von Slapstick, Situationskomik und Gesprächswitz geprägten Szenen schwingt angesichts des ernsten politischen Hintergrundes stets eine tragische Dimension mit. Der Humor wirkt allerdings - auf eine versöhnliche Weise - immer auch entlarvend. Wenn Schweine überall Socken tragen müssen, um den heiligen Boden nicht zu beschmutzen, können ethnische, religiöse und kulturelle Unterschiede nicht so groß sein, wie sie scheinen. Entsprechend dieser Botschaft nimmt der Film alle Gruppen - Palästinenser, Israelis, die Mitarbeiter internationaler Organisationen - gleichermaßen auf die Schippe.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Das Schwein von Gaza“ bietet die Möglichkeit, sich dem Nahost-Konflikt von der humorvollen Seite zu nähern und das Potenzial von Komik als Vermittler von komplexen Sachverhalten bzw. als Mittler zwischen Konfliktparteien zu entdecken. Die Geschichte des Gazastreifens und die aktuelle Situation vor Ort sollten jedoch schon vor der Sichtung bekannt sein, damit sich vor allem die Witze in den Dialogen des Films erschließen, die ohne Vorwissen nur schwer zu verstehen sind. Am Beispiel von Szenen, die Schüler/innen lustig finden, kann anschließend analysiert werden, auf welche politischen oder religiösen Fakten die komischen Pointen zurückzuführen sind. Mit welchen Aspekten des Nahost-Konflikts setzt sich der Film auf diese Weise kritisch auseinander und was erzielt er damit? Auch Diskussionen darüber, inwiefern Komik bei diesem Thema überhaupt angebracht ist, oder ob man etwa über Selbstmordattentäter lachen darf, fördern den differenzierten Umgang mit politischem, religiösem und ethnischem Humor im Allgemeinen.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Marguerite Seidel, 27.06.2012, letzte Aktualisierung: 29.09.2016

Regie

Sylvain Estibal

Buch

Sylvain Estibal

Darsteller/innen

Sasson Gabai, Baya Belal, Myriam Tekaïa, Gassan Abbas, Khalifa Natour, Lotfi Abdelli, Ulrich Tukur, Khaled Riani, Uri Gabay

Länge

98 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Original mit deutschen Untertiteln

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Alamode Film

Festivals

Französischen Filmpreis „César“ 2012: Bester Debütfilm, Tokio International Film Festival 2011: Publikumspreis, 30. Filmfest München 2012

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