Filmplakat Der Fall Collini

Der Fall Collini

Deutschland 2019

In einer Mischung aus Gerichts-, Familiendrama und Politthriller führt der gleichermaßen spannend inszenierte wie zum Nachdenken anregende Film nach dem Roman von Ferdinand von Schirach auf die Spuren eines bundesrepublikanischen Justizskandals. Der angesehene Unternehmer Hans Meyer ist von dem unbescholtenen Fabrizio Collini erschossen worden. Caspar Leinen, ein engagierten junger Anwalt, wird sein Pflichtverteidiger: Was ist das Motiv, was sind die Hintergründe für die Tat?

Genre

Literaturverfilmung, Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Politik, fächerübergreifend Demokratieerziehung

Themen

Deutsche Geschichte, Nationalsozialismus, Gerechtigkeit/Recht, Justiz/Selbstjustiz, Schuld, Verantwortung und Sühne, Literaturverfilmung

Kinostart

18.04.2019

SchulKinoWochen

Inhalt


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Berlin 2001: Der angesehene Unternehmer und Familienpatriarch Hans Meyer ist in seiner Hotelsuite scheinbar motivlos von dem unbescholtenen Fabrizio Collini erschossen worden. Zu seinem Pflichtverteidiger wird der junge Rechtsanwalt Caspar Leinen bestellt. Auch als sich herausstellt, dass der Getötete für den heranwachsenden Leinen einst so etwas wie ein Ersatzvater war und zudem der Großvater seiner nach wie vor nicht ganz erloschenen Jugendliebe Johanna ist, nimmt er das Mandat wahr, den schweigsamen Collini zu verteidigen. Nicht gerade Konflikt erleichternd bekommt es der engagierte Anwalt auf der Gegenseite mit dem legendären Strafverteidiger Professor Richard Mattinger zu tun. Leinen gelingt es jedoch zu beweisen, dass Hans Meyer im 2. Weltkrieg SS-Sturmbannführer war und aufgrund seiner Verantwortung für Hinrichtungen angeblicher Sympathisanten von Partisanen in Italien 1943 keineswegs der ehrenwerte Mann war, der er vorgab zu sein – und dass Collini sehr wohl ein Tatmotiv hatte. Sein Fall rührt an einen der größten Justizskandale der bundesrepublikanischen Geschichte.

Umsetzung


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Die Adaption in Form eines Genremixes aus Gerichts-, Familiendrama und Politthriller setzt Sujet wie auch Erzählweise des zugrundeliegenden Romans mitsamt seiner aufklärerischen Haltung frei um. Sorgfältig inszenierte Gerichtssequenzen mit Gespür für die Dramaturgie von Dialogen werden immer wieder unterbrochen von parallel geführten, schlaglichtartigen Erzählsträngen, insbesondere von Rückblenden mit Einblicken in die Familiengeschichte des Patriarchen und in schreckliche Begebenheiten der deutschen Besetzung Italiens während des 2. Weltkriegs. Zunächst meint man, der Erzählung eines gewöhnlichen Kriminal- und Gerichtsfilms beizuwohnen, bevor einem nach und nach Episoden eines rechtsgeschichtlichen Skandalfalles wie in einem Mosaik vor Augen geführt werden – ein Stück fesselnd und unterhaltsam dargebotener Rechtsgeschichte mit Thrill. Getragen wird der Film nicht zuletzt von einer gut besetzten Darsteller-Crew.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der spannend umgesetzte Film bietet sowohl mit Blick auf die historische Dimension von Kriegsver-brechen als auch auf den justiziellen Umgang damit eine Reihe von Anknüpfungsmöglichkeiten für Jugendliche. Vor allem anhand der Figur des sympathischen jungen Anwalts mit seinem idealistischen Engagement und seiner Zerrissenheit zwischen Privatem und Beruflichem dürfte es älteren Schüler*innen im Fachunterricht mit geschichtsbezogenen und gesellschaftspolitischen Schwerpunkten gut gelingen, die anschaulich vermittelten Konfliktlinien zwischen Recht und Gerechtigkeit, Justiz und Selbstjustiz sowie Schuld, Verantwortung und Sühne vertiefend zu reflektieren. Ungleich ansprechender als in vielen eher trocken-sachlich daherkommenden Gerichtsfilmen lassen sich mit Hilfe der erfrischenden filmischen Komposition nicht nur zentrale Mechanismen und Funktionsweisen unseres Rechts- und Politiksystems exemplarisch diskutieren, sondern auch dessen Mängel und Gerechtigkeitsdefizite im Einzelnen. Nicht zuletzt das „offene Ende“ ohne Urteilsspruch vermag Schüler/innen dazu einzuladen, selbst zu denken und sich ein Urteil zu bilden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Middel, 27.03.2019, letzte Aktualisierung: 14.05.2019

Regie

Marco Kreuzpaintner

Buch

Christian Zübert, Robert Gold, Jens-Frederik Otto nach dem gleichnamigen Roman von Ferdinand von Schirach

Darsteller/innen

Elyas M’Barek, Heiner Lauterbach, Alexandra Maria Lara, Franco Nero, Manfred Zapatka, Jannis Niewöhner, Rainer Bock, Catrin Striebeck, Pia Stutzenstein, Peter Prager u. a.

Länge

118 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Constantin Filmverleih

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