Filmplakat Der Himmel wird warten

Der Himmel wird warten

Frankreich 2016

Das französische Filmdrama zeigt, wie zwei junge Mädchen mit raffinierten Mitteln von Agenten des "Islamischen Staates" indoktriniert und für den Dschihad in Syrien angeworben werden. Am Beispiel einer Sozialarbeiterin macht er anschaulich, dass es mit sachkundiger Aufklärung und familiärem Rückhalt gelingen kann, radikalisierte Jugendliche zu "entgiften" und in ein selbstbestimmtes Leben zurückzuholen.

Originaltitel

Le ciel attendra

Genre

Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde, Politik, Deutsch, Religion, Ethik

Themen

Islam, Extremismus, Terrorismus, "Islamischer Staat", Toleranz, Individuum und Gesellschaft, Familie, Sozialarbeit, Therapie, Dschihad, Rekrutierung

Kinostart

23.03.2017

Inhalt


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Das Haus der Familie Bouzaria wird eines Nachts von der Polizei gestürmt, weil die 17-jährige Tochter Sonia mit Dschihadisten in Kontakt stand, die in Frankreich einen Terroranschlag planten. Die ahnungslosen Eltern Catherine und Samir sind bereit alles zu tun, um die junge Extremistin zu bekehren. Während eines strikten Hausarrests ohne Internet und Smartphone findet die wütende Sonia langsam ins frühere Leben zurück. Unterdessen verfällt die 16-jährige, sozial engagierte Christin Mélanie einem jungen Mann, den sie im Internet kennengelernt hat und der sie mit dem Islam vertraut macht und dann zum Dschihad verleitet. Derweil sucht ihre verzweifelte alleinerziehende Mutter Sylvie Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe, die von der engagierten Sozialarbeiterin Dounia Bouzar geleitet wird, die Eltern radikalisierter Jugendlicher berät.

Umsetzung


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Das Filmdrama zeichnet eine gegenläufige Entwicklung nach, die die beiden Mädchen durchlaufen: von der Normalität zur Radikalisierung und umgekehrt. Während der Erzählstrang um Sonia chronologisch erzählt wird, springt die Erzählung um Mélanie und Sylvie häufig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Durch die Mitwirkung von Dounia Bouzar, die auch in der Realität ein Präventionszentrum leitet und sich sozusagen selbst spielt, erhält der Film eine erhöhte Authentizität und semidokumentarische Qualität. Indem die Kamera immer wieder zeigt, wie Mélanie täglich Dutzende Nachrichten von ihrem muslimischen "Prinzen" auf ihrem Handy empfängt und verschickt, wird die raffinierte Instrumentalisierung sozialer Medien und konsequente Indoktrinierung durch die Rekrutierer der Terrormiliz "Islamischer Staat" anschaulich.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Im Unterricht bieten vor allem die Szenen mit der Beraterin Bouzar Anlass, über die Methoden der Anwerbung junger Mädchen aus dem Westen für den Dschihad in Syrien zu diskutieren. Warum können die Propagandavideos, die Mélanie zugespielt werden, so tiefgreifend wirken? Und wie ist es möglich, dass ein intelligentes Mädchen auf Verschwörungstheorien mit angeblichen Symbolen auf Geldscheinen oder Konsumgüter hereinfällt? Sonja glaubt, dass sie als Märtyrerin mit einem Attentat 70 Menschen, einschließlich ihrer Familie, retten kann. Mit welchen psychologischen Tricks gelingt es den Anwerbern, solche religiös motivierten Erlösungsideen an die Jugendlichen zu vermitteln? In diesem Zusammenhang liegt es nahe, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Manipulationsstrategien anderer umstrittener religiöser Gruppen wie etwa Scientology zu erarbeiten. Der Film deutet an, dass Sonia eine "Schläferin" war, eine verborgene Terroristin, die nur auf einen Befehl von außen wartete, um aktiv zu werden. Hier bietet sich ein Vergleich zu dem Film "Schläfer" (2005) an, in dem ein algerischer Forscher unter einen solchen Verdacht gerät.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Kleber, 11.02.2017, letzte Aktualisierung: 15.03.2017

Regie

Marie-Castille Mention-Schaar

Buch

Emilie Freche, Marie-Castille Mention-Schaar

Darsteller/innen

Noémie Merlant, Naomi Amarger, Sandrine Bonnaire, Clotilde Courau, Zinedine Soualem, Dounia Bouzar u.a.

Länge

105 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französiche Originalfassung mit Untertiteln

Format

Farbe, digital

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Neue Visionen

Festivals

(Auswahl) Internationales Filmfestival Toronto 2016, Internationales Filmfestival Locarno 2016, Festival du Film Francophone Agoulême 2016, International Filmfestival Busan u.a.

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