Filmplakat Der Mann aus dem Eis

Der Mann aus dem Eis

Deutschland, Italien, Österreich 2017

1991 entdeckten Wander in den Ötztaler Alpen die rund 5300 Jahre im Gletscher konservierte Mumie eines Manns, der von den Medien auf den Namen „Ötzi“ getauft wurde. Nun legt der Filmemacher Felix Randau einen ersten Kinofilm zu den möglichen letzten Tagen des weltbekannten Eismanns vor. Der Abenteuerfilm stellt die frühmenschliche Lebensweise anhand wissenschaftlicher Fakten plastisch dar und funktioniert zugleich als roher Rachewestern in eisiger Berglandschaft.

Genre

Drama, Abenteuerfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Erdkunde, Sozialkunde, Ethik

Themen

Natur, Menschheitsgeschichte, Steinzeit, Abenteuer, Gewalt, Schuld (und Sühne), Filmsprache, Mythos, Tiere, Familie, Ethik

Kinostart

30.11.2017

Inhalt


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Die Ötztaler Alpen in der Jungsteinzeit vor etwa 5300 Jahren: Unter der spirituellen Führung eines Manns namens Kelab lebt eine kleine Gemeinschaft aus Frühmenschen in einfachen Holzhütten an einem Berghang. Während Kelab im Wald Tierfallen aufstellt, überfallen drei Männer die Siedlung, töten Kelabs Sippe, darunter Frau und Kind, brennen die Hütten nieder und stehlen ein wertvolles Artefakt. Nur ein Neugeborenes überlebt das grausame Massaker. Nach seiner Rückkehr nimmt Kelab mit dem Säugling auf dem Arm und einer Ziege im Schlepptau die Verfolgung der Eindringlinge auf, um Rache zu üben. Im Verlauf seiner strapaziösen Wanderung durch die verschneite Gebirgslandschaft trotzt er den Gefahren der Wildnis, trifft auf andere Frühmenschen und vergießt selbst Blut. Doch wie weit kann Kelab seine Vergeltung treiben, ohne die eigene Menschlichkeit einzubüßen?

Umsetzung


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Der Kinofilm zur 1991 entdeckten Gletschermumie „Ötzi“ stellt eine so naheliegende wie faszinierende Frage: Was erlebte der Mann vom Tisenjoch in den Stunden und Tagen vor seinem gewaltsamen Tod? Für seine filmische Bearbeitung des Stoffs ersann der Autor und Regisseur Felix Randau entlang der wissenschaftlich verbürgten Fakten ein fiktives Szenario, das er als gradlinigen, archaischen, mitunter auch brutalen Rachewestern in Szene setzt. Jürgen Vogel, unter Maske und Kostüm kaum wiederzuerkennen, stemmt die Titelrolle mit viel körperlicher Präsenz. Bemerkenswert ist der Verzicht auf eine Untertitelung der wenigen Dialoge und Ausrufe in einer Frühform der rätischen Sprache. Wie in Jean-Jacques Annauds Neandertaler-Film „Am Anfang war das Feuer“ (Kanada/Frankreich/USA 1981) untermauert die von einem Linguisten rekonstruierte Sprache Randaus Authentizitätsanspruch.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Die filmische Rekonstruktion der frühmenschlichen Lebensweise kann die Schüler/innen dazu anregen, in Exposés oder Kurzgeschichten weitere denkbare Varianten des realen Geschehens zu erfinden. Im selben Zug kann das im Film dargestellte Szenario ein Gespräch über das Rachemotiv in Literatur und Film sowie über die ethischen Implikationen der Selbstjustiz einleiten. Bedeutsam für den Film ist die zentrale Rolle der urtümlichen Berglandschaft, die – im Gegensatz zur modernen Romantisierung der Natur – Bedrohlichkeit ausstrahlt. Die Dominanz der Umgebungsgeräusche (v.a. der eisige Wind ist omnipräsent) unterstreicht den Stellenwert der Naturdarstellung und kann ein Gespräch über die oft vernachlässigte Funktion des Filmtondesigns anstoßen. Weiterführenden Gesprächsstoff offeriert die mediale Verwertung der Ötzi-Geschichte. Als „älteste Mumie der Welt“ und „erstes Mordopfer der Geschichte“ löste der im Eis konservierte Frühmensch Anfang der 1990er-Jahre einen Medien-Hype aus und stieg zu einem Mythos der Popkultur auf. Wie erklärt sich die bis heute ungebrochene Faszination?

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 13.10.2017, letzte Aktualisierung: 20.10.2017

Regie

Felix Randau

Buch

Felix Randau

Darsteller/innen

Jürgen Vogel, André Hennicke, Susanne Wuest, Violetta Schurawlow, Franco Nero, Sabin Tambrea, Martin Augustin Schneider, Axel Stein u.a.

Länge

96 Min

Sprachfassung

ohne Dialoge; (rekonstruierte) Frühform des Rätischen ohne Untertitel

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Port-au-Prince

Impressum
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