Filmplakat zu "Der Vorleser"

Der Vorleser

USA, Deutschland 2008

Ende der 1950er-Jahre verliebt sich der Schüler Michael Berg in die 21 Jahre ältere Hanna Schmitz, die als Straßenbahnschaffnerin arbeitet. Das anfangs rein sexuelle Verhältnis entwickelt sich zu einer intensiven Beziehung. Zum Ritual gehört es, dass der Junge seiner Geliebten aus Büchern vorliest, bevor sie mit ihm schläft. Doch eines Tages verschwindet Hanna spurlos; Michael bleibt tief verletzt und ratlos zurück.

Originaltitel

Der Vorleser

Genre

Drama, Literaturverfilmung 

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik/Religion, Philosophie, Geschichte, Politische Weltkunde, Rechtslehre

Themen

Ethik, (Deutsche) Geschichte, Holocaust, Kommunikation, Generationen, Liebe, Biografie, Nationalsozialismus, Recht und Gerechtigkeit, Sexualität, Strafe/Strafvollzug

Kinostart

26.02.2009

Inhalt


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Ende der 1950er-Jahre verliebt sich der Schüler Michael Berg in die 21 Jahre ältere Hanna Schmitz, die als Straßenbahnschaffnerin arbeitet. Das anfangs rein sexuelle Verhältnis entwickelt sich zu einer intensiven Beziehung. Zum Ritual gehört es, dass der Junge seiner Geliebten aus Büchern vorliest, bevor sie mit ihm schläft. Doch eines Tages verschwindet Hanna spurlos; Michael bleibt tief verletzt und ratlos zurück. Jahre später nimmt er als Jura-Student an den Frankfurter Auschwitz-Prozessen teil. Schockiert stellt Michael fest, dass Hanna als ehemalige KZ-Aufseherin des Mordes an über 300 jüdischen Frauen beschuldigt wird. Im Gegensatz zu ihren Mitangeklagten gibt sie ihre Taten freimütig zu und wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Michael verfolgt das Geschehen im Gerichtssaal hin- und hergerissen zwischen Scham, Trauer, Entsetzen ob Hannas Vergangenheit und seinem Mitgefühl. Denn während der Verhandlung entdeckt er ihr Geheimnis: Sie ist Analphabetin, eine Tatsache, die ihren Lebensweg entscheidend bestimmt hat. Erst kurz vor ihrer vorzeitigen Freilassung – Hanna hat inzwischen mit Hilfe von Literaturkassetten, die Michael besprochen hat, Lesen und Schreiben gelernt – kommt es zu einer persönlichen Begegnung, die jedoch beide enttäuscht und zu einem tragischen Ende führt.

Umsetzung


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Die Geschichte ist als Lebenserinnerung des erwachsenen Michael Berg angelegt. Während der Roman chronologisch vorgeht, spielt der Film auf unterschiedlichen Zeitebenen, die durch geschickte Ton- und Bildmontagen ineinander fließen, so dass Rahmen- und Binnenhandlung, Gegenwart und Vergangenheit, Gefühlswelt und Realität eng verschlungen sind. Deutlich wird, dass Michaels obsessive Beziehung zu Hanna und das damit verbundene Scham- und Schuldgefühl, eine Frau geliebt zu haben, die Teil der NS-Tötungsmaschinerie war, sein Leben überschatten: Er ist innerlich zerrissen und unfähig, sich zu binden. Die Figur Michael steht dabei für die Nachgeborenen, die sich nach Kriegsende mit der Rolle der Elterngeneration während des Nationalsozialismus’ auseinandersetzen mussten. Der Film wirft Fragen zu Schuld, Moral, Verantwortung, Recht und Gerechtigkeit auf, ohne Antworten zu liefern. Dabei herrscht eine tiefe Melancholie vor, die durch die musikalische Untermalung und das Spiel insbesondere von Ralph Fiennes betont wird: Michael wird keinen inneren Frieden finden, das Unfassbare ist nicht zu fassen, Gerechtigkeit für die Opfer nicht zu erlangen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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"Zu entdecken, dass der geliebte Vater oder bewunderte Onkel, der Pfarrer oder Arzt, dem man vertraut hat, der Lehrer oder Professor, dem man viel verdankt, im Dritten Reich an Furchtbarem beteiligt war, ist eine prägende Erfahrung meiner Generation", so Bernhard Schlink, der 1944 geboren wurde. In diesem Sinne lässt sich der Film einführend in das Thema Vergangenheitsbewältigung der Nachgeborenen nutzen. Wie lebte diese Generation im Schatten der deutschen NS-Verbrechen? Was warf sie der Kriegsgeneration vor? Anhand der Figur Hanna wird ferner deutlich, dass die Täter keineswegs Monster, sondern Menschen waren, die sich als Mitläufer oder Täter schuldig machten. Zudem bietet sich ein formalästhetischer Vergleich mit der gleichnamigen Romanvorlage an, um die Möglichkeiten und Grenzen literarischer und filmischer Erzählweisen und Techniken auszuloten.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Kirsten Taylor, letzte Aktualisierung: 26.09.2017

Regie

Stephen Daldry

Buch

David Hare nach dem gleichnamigen Roman von Bernhard Schlink

Darsteller/innen

Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Lena Olin, Bruno Ganz, u.a.

Länge

122 Min

Sprachfassung

deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Senator Film

Festivals

Golden Globe 2009 für Kate Winslet (Beste Nebendarstellerin), Academy Awards 2009: Oscar als Beste Darstellerin)

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