Filmplakat Die Lebenden Reparieren

Die Lebenden reparieren

Frankreich, Belgien 2016

Nach einem Autounfall landet der Teenager Simon mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Koma und wird, wie seine geschockten Eltern erfahren müssen, nur noch von Maschinen am Leben gehalten. Im entfernten Paris benötigt unterdessen die herzkranke Claire dringend ein Spenderorgan. Losgelöst von billiger Effekthascherei, illustriert die stark gespielte Romanadaption eindrücklich, dass Trauer und Hoffnung manchmal gar nicht weit auseinander liegen.

Originaltitel

Réparer les Vivants

Genre

Literaturverfilmung, Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Sozialkunde, Psychologie, Philosophie, Medienkunde, Deutsch, Französisch

Themen

Hoffnung, Verzweiflung, Tod/Sterben, Trauer, Familie, Medizin, Gesundheitssystem, Ethik, Organspende

Kinostart

07.12.2017

Inhalt


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Eines Morgens stiehlt sich der Teenager Simon aus dem Haus, um sich in aller Frühe mit seinen Freunden beim Surfen in die Wellen zu stürzen. Auf dem Rückweg vom Strand geraten die Jugendlichen in einen Autounfall, den zwei von ihnen mit leichten Verletzungen überstehen. Simon hingegen landet mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Koma und wird nur noch von den Maschinen am Leben gehalten. Seine geschockten Eltern Marianne und Vincent müssen daher schon bald eine schwere Entscheidung treffen. Im entfernten Paris verschlechtert sich unterdessen der Zustand der herzkranken Claire dramatisch, die ihre angeschlagene Verfassung besonders vor dem jüngeren ihrer beiden Söhne zu verbergen versucht. Die Ärzte sind sich sicher, dass nur dann Besserung eintreten wird, wenn sie ein Spenderorgan bekommt.

Umsetzung


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Basierend auf Maylis de Kerangals gleichnamigem Roman, entwirft die französische Regisseurin und Drehbuchautorin Katell Quillévéré („Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“) ein unter die Haut gehendes Drama, das ohne plumpe Effekthascherei auskommt und die ganze Zeit nah an seinen Figuren bleibt. Unterschiedliche Stränge werden auf sensible Weise verbunden und veranschaulichen, dass Tod und Leben, Trauer und Hoffnung nicht selten eng beieinander liegen. Getragen wird die unaufgeregt erzählte Buchadaption von einem mitreißend aufspielenden Ensemble, dem oftmals kleine Gesten und Blicke ausreichen, um viel über die Protagonisten und ihr Innenleben zu verraten. Beeindruckend und ungewöhnlich für einen Spielfilm ist auch die Genauigkeit, mit der Quillévéré medizinische Eingriffe dokumentiert.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Mit seiner feinfühligen Verzahnung zweier dramatischer Schicksale regt „Die Lebenden reparieren“ eine ausführliche Diskussion über das Thema Organspende an. In den Mittelpunkt rücken sollte dabei in besonderem Maße die schwierige Entscheidung von Simons Eltern. Wie viel Kraft kostet es in ihrer Lage, in ihrem Schockzustand, anderen Menschen zu helfen? Und wäre es verständlich, wenn Marianne und Vincent den Körper ihres Sohnes nicht freigäben? Daneben ließe sich erörtern, welchen großen Herausforderungen sich Ärzte und Pflegebedienstete tagtäglich stellen müssen, während vielerorts Personalmangel herrscht. Vergleichen könnte man auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Buch und Film und sich dabei die Frage stellen, mit welchen Mitteln der*die Leser*in bzw. Zuschauer*in emotional involviert wird.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christopher Diekhaus, 25.10.2017, letzte Aktualisierung: 06.11.2017

Regie

Katell Quillévéré

Buch

Katell Quillévéré und Gilles Taurand nach dem Roman von Maylis de Kerangal

Darsteller/innen

Gabin Verdet, Tahar Rahim, Emmanuelle Seigner, Bouli Lanners, Anne Dorval, Kool Shen, Monia Chokri, Alice Taglioni, Karim Leklou, Finnegan Oldfield u.a.

Länge

103 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Wild Bunch Germany

Festivals

(Auswahl) Internationale Filmfestspiele Venedig 2016; Toronto International Film Festival 2016; London Film Festival 2016; International Film Festival Rotterdam 2017; Seattle International Film Festival 2017; Jerusalem Film Festival 2017

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