Filmplakat zu "Effi Briest"

Effi Briest

Deutschland, 2008

Im ausgehenden 19. Jahrhundert heiratet die 17-jährige Effi Briest auf Drängen ihrer Eltern den bedeutend älteren Baron von Innstetten, einen ehemaligen Verehrer von Effis Mutter. Die lebenslustige junge Frau folgt ihrem konservativen Gatten in einen abgelegenen Küstenstrich Hinterpommerns.

Originaltitel

Effi Briest

Genre

Drama, Literaturverfilmung 

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik

Themen

Emanzipation, Frauen, Gender, Geschlechterrollen, Sexualität, Tod, Ehre, Individuum und Gesellschaft, Konflikt

Kinostart

12.02.2009

Inhalt


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Im ausgehenden 19. Jahrhundert heiratet die 17-jährige Effi Briest auf Drängen ihrer Eltern den bedeutend älteren Baron von Innstetten, einen ehemaligen Verehrer von Effis Mutter. Die lebenslustige junge Frau folgt ihrem konservativen Gatten in einen abgelegenen Küstenstrich Hinterpommerns. Innstetten, der hier Landrat ist, verfolgt ehrgeizig seine politische Karriere und hat nur wenig Zeit und Verständnis für seine junge Frau. Effi, die sich fernab der Heimat alleine gelassen fühlt, flüchtet sich für einige Wochen in eine leidenschaftliche Affäre mit Major Crampas, einem Regimentskameraden ihres Mannes. Sechs Jahre später erfährt von Innstetten zufällig von dem Seitensprung seiner Frau und tötet den ehemaligen Rivalen im Duell. Effi, verstoßen von Mann und Familie, steht vor der Herausforderung, jenseits der Konventionen ein neues Leben wagen.

Umsetzung


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Theodor Fontanes großer Gesellschaftsroman "Effi Briest" (1895) entfächert anhand des moralischen "Fehltritts" einer jungen Frau ein facettenreiches Gesellschafts- und Sittenbild des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die visuell und dramaturgisch stimmige Filmadaption hat die literarische Vorlage aus gegenwärtiger Sicht neu gedeutet und mit einer zeitgenössischen Komponente versehen: In den Mittelpunkt rückt die Emanzipations-geschichte einer emotional und sinnlich ausgehungerten jungen Frau gefangen zwischen dem Wunsch nach Selbstentfaltung und gesellschaftlichen Zwängen. Schauspielerin Julia Jentsch verkörpert die verzweifelte Sehnsucht aber auch die innere Kraft, die aus ihrer Tragödie erwächst, mit jeder Faser ihres Wesens. Mit w eiten Küstentotalen und Meerespanoramen im harten Kontrast zur bedrückenden Düsternis des Innstettischen Hauses fasst die Kamera Effis inneren Konflikt in ausdrucksstarke Bilder.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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In der Verfilmung von Hermine Huntgeburth, so viel darf an dieser Stelle bereits verraten sein, wird Effi am Ende nicht an ihrem Leid zugrunde gehen. Trotz einiger Modifikationen ist der Regisseurin gelungen, den literarischen Klassiker in gewisser Weise neu, aus dem Bewusstsein der Gegenwart heraus, zu erzählen, ohne den historischen Zeitgeist des Originals preiszugeben. Im Deutschunterricht kann ein Vergleich zwischen Literaturfassung und Film, der insbesondere auf die dramaturgische und rezeptive Bedeutung der Abweichungen des Drehbuchs eingeht, fruchtbare Impulse liefern. Auch auf ästhetischer Ebene bietet eine medienübergreifende Erörterung vielfältige Möglichkeiten, beispielsweise die symbolische Bedeutung der Naturdarstellungen zu diskutieren. Neben sozialkritischen und gesellschaftspolitischen Aspekten jener Zeit lassen sich auch genderspezifische und moralische Fragen wie die Rolle der Frau oder die "Ehrbegriffe" im 19. Jahrhundert thematisieren, ebenso wie das Thema arrangierte Heirat, das auch heute noch in vielen Kulturen von Bedeutung ist.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Ula Brunner, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Hermine Huntgeburth

Buch

Volker Einrauch nach dem gleichnamigen Roman von Theodor Fontane

Darsteller/innen

Julia Jentsch, Sebastian Koch, Juliane Köhler, Mišel Matičević, Thomas Thieme, Barbara Auer, Rüdiger Vogler u.a.

Länge

118 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „wertvoll“

Verleih

Constantin Film

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