Filmplakat Ein Sack voll Murmeln

Ein Sack voll Murmeln

Frankreich, Kanada, Tschechien 2017

Frankreich 1942: Auf sich allein gestellt versuchen der jüdische Junge Joseph und sein älterer Bruder der Deportation durch die Nationalsozialisten zu entkommen. Seit der Flucht aus ihrer Heimatstadt Paris sind sie auf ihr Glück und Geschick sowie die Hilfsbereitschaft anderer angewiesen. Basierend auf dem autobiographischen Erfolgsroman von Joseph Joffo aus dem Jahr 1973 schildert „Ein Sack voll Murmeln“ Judenverfolgung und die Besatzung Frankreichs aus der Perspektive zweier Kinder.

Originaltitel

Un Sac de Billes

Genre

Literaturverfilmung, Drama, Filmbiografie

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Französisch, Religion, Ethik, Kunst

Themen

Holocaust, Nationalsozialismus, Frankreich im Zweiten Weltkrieg (Résistance, Okkupation, Kollaboration), Flucht, Zivilcourage, Identität, Zusammenhalt, Familie

Kinostart

17.08.2017

Inhalt


mehr Info

„Es ist besser, eine Ohrfeige zu ertragen, als das Leben zu verlieren“, schärft der Vater seinem Sohn ein. Unter keinen Umständen solle er je verraten, dass er Jude sei. Bisher wuchs der zehnjährige Joseph wohlbehütet in Paris auf, doch 1942 ist die Stadt von den Nationalsozialisten besetzt und die Deportationen in Arbeits- und Konzentrationslager nehmen zu. Für Josephs Familie geht es ums Überleben. Um weniger aufzufallen, brechen sie paarweise in Richtung „freie Zone“ nach Nizza auf. Für Joseph, der mit seinem 13-jährigen Bruder reist, beginnt eine quälende Zeit, in der er viel Angst und Gewalt, aber auch Zivilcourage und Freundschaft erlebt. In Nizza ist die Familie kurz vereint, doch als sich Krieg und Besatzung ausweiten, beginnt die Flucht von neuem. Den Ratschlag des Vaters im Ohr, hangeln sich die Brüder mit Einfallsreichtum und Gelegenheitsjobs von Tag zu Tag, in der Hoffnung wieder mit der Familie zusammenzukommen.

Umsetzung


mehr Info

„Ein Sack voll Murmeln“ basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Joseph Joffo von 1973, der darin seine Kindheitserinnerungen verarbeitet. Die Verfilmung des kanadischen Regisseurs Christian Duguay bleibt der kindlichen Perspektive der Buchvorlage treu. Die Geschichte wird aus Josephs Sicht erzählt und der historische Hintergrund ebenfalls aus der Perspektive eines Zehnjährigen dargestellt. Zwar werden die komplexen Ereignisse rund um die Besatzung Frankreichs und die Judenverfolgung nur in Teilen erfasst, aber die Folgen für die Menschen am Beispiel der beiden Brüder dadurch nicht minder nachvollziehbar. Inszeniert wie ein Abenteuerfilm wechseln sich Rückschläge und Schreckensmomente mit kleinen Erfolgen und unbeschwerten Augenblicken ab. Die Spannung wird auf diese Weise stets aufrechterhalten, was auch die emotionale Wirkung des Films unterstützt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Trotz der dramatischen Handlung eignet sich „Ein Sack voll Murmeln“ dank einer kindgerechten Mise en Scène, um Schüler/innen an das Thema Holocaust heranzuführen. Unabdinglich ist jedoch eine sorgfältige Vorbereitung, nicht nur wegen des schwierigen Themas, sondern auch weil wichtige Nebenfiguren ums Leben kommen und der Film eine Erschießungsszene zeigt. Ergänzend können Lebensgeschichten von anderen Kindern aus der NS-Zeit behandelt werden, etwa die von Anne Frank. Der Film wirft außerdem humanistische und ethische Fragen auf, die diskutiert werden sollten. Ab Klasse 8/9 kann die Darstellbarkeit des Holocausts im Film oder in anderen Künsten kritisch untersucht werden. Zum direkten Vergleich bietet sich die erste Verfilmung von Joffos Roman durch Jacques Doillon aus dem Jahr 1975 an. Romanvorlage und Verfilmungen greifen mit der deutsch-französischen Kollaboration darüber hinaus ein wenig bekanntes Kapitel der europäischen Geschichte auf, das u.a. anhand des Films „Die Kinder von Paris“ vertieft werden kann.

Veranstaltungen


mehr Info

In Küre erscheint ein Filmheft, das VISION KINO gemeinsam mit dem Verleih Weltkino erstellt hat.

Autorin: Marguerite Seidel, 23.07.2017, letzte Aktualisierung: 09.08.2017

Regie

Christian Duguay

Buch

Alexandra Geismar, Jonathan Allouche, Christian Duguay, Laurent Zeitoun, Benoît Guichard nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Josef Joffo

Darsteller/innen

Dorian Le Clech, Batyste Fleurial Palmieri, Patrick Bruel, Elsa Zylberstein, Christian Clavier u.a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Weltkino Filmverleih

Festivals

Publikumspreise beim Filmfest Emden und bei den Französischen Filmtagen Bonn 2017; Colcoa French Film Festival 2017: Spezialpreis des Publikums

Impressum
Sitemap