Filmplakat Ein Sommer in Haifa

Ein Sommer in Haifa

Israel 2010

1968: Der junge Arik aus Haifa erlebt einen unvergesslichen Sommer. Er lernt den ominösen Ehevermittler Yankele kennen, der wie sein Vater ein Holocaustüberlebender ist. Als ihm Yankele einen Ferienjob als Detektiv anbietet, lernt Arik nicht nur viel über die Liebe, sondern vor allem auch über den Holocaust. Ohne dass das Schreckliche retuschiert würde, gelingt es dem Film, dem etwas Magisches entgegenzusetzen: Die Liebe und die Kunst der Literatur.

Originaltitel

The Matchmaker

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Philosophie, Ethik/Religion

Themen

Liebe, Holocaust, Identität, Heimat, Generationen, Freundschaft, Migration, Rebellion

Kinostart

02.02.2012

Inhalt


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Es ist das Jahr 1968. Der jugendliche Arik aus Haifa erlebt einen unvergesslichen Sommer. Durch Zufall lernt er den ominösen Ehevermittler Yankele kennen, der wie Ariks Vater ein Holocaustüberlebender aus Rumänien ist. Als ihm Yankele einen Ferienjob als Detektiv anbietet, beginnt eine aufregende Zeit; Arik lernt viel über die Liebe und taucht in eine ganz neue Welt ein. So begegnet ihm die tragische Schönheit Clara, die ihre Nächte mit illegalem Glücksspiel verbringt, um ihren Alpträumen zu entkommen, und eine kleinwüchsige Familie, die ein Kino besitzt, in dem sie nur indische Liebesfilme zeigt. Er selbst verliebt sich in Tamara, die Cousine seines besten Freundes Benni, der aus dem Iran stammt. Tamara ist aus Amerika zu Besuch und sorgt mit ihrer Vorliebe für BH-lose Kleidung, Rock’n Roll und freie Liebe für viel Wirbel. Arik hält das Erlebte in seinem Notizbuch fest, um eines Tages ein Buch daraus zu machen. Vor allem aber öffnet ihm dieser Sommer erstmals die Augen dafür, was der Holocaust bedeutet hat und was er für die Überlebenden immer noch bedeutet.

Umsetzung


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Im Rückblick erzählt, verfolgt der Film konsequent die Perspektive der Hauptfigur Arik. Sie drückt sich zum Beispiel in seiner Erzählerstimme aus, in dem er seine Gedanken und Gefühle offenbart und die Handlung kommentiert. Eine dynamische Kameraführung und ausgeprägte Farbigkeit zeugen von Lebenslust und Ferienlaune und erzählen von der Aufbruchstimmung, die im Jahr 1968 auch die Jugend in Haifa erfasste. Ebenso zeigt die Bildsprache die Schönheit der Küstenstadt und die vielfältigen Einflüsse, die sie formen. Andererseits gelingt es, die Atmosphäre einer tiefen Traurigkeit zu vermitteln, die seelischen, sowie körperlichen Traumata der Holocaustüberlenden spürbar und sichtbar zu machen. 

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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So wie Arik eine neue Welt kennenlernt, kann der Film auch den jugendlichen Zuschauerinnen und Zuschauern etwas eröffnen: Sie lernen etwas über Israel, über die vielfältigen Wurzeln seiner Gesellschaft und über das, was sie verbindet. Am Rand geht es auch um die vielen gegenwärtigen Kriege des Landes, sowie um die Bedeutung des Militärs. Vor allem aber zeigt der Film eine vergangene Welt, in der die Erlebnisse des Holocausts omnipräsent und die Wunden der Überlebenden und Geflohenen noch frisch waren; er zeigt die Sehnsucht nach dem verlorenen Leben, sowie das Drama des beständigen Verdachts, nur durch Verbrechen und amoralisches Verhalten überlebt haben zu können. Gleichzeitig gibt es die Tendenz, vergessen zu wollen, nach vorne zu blicken und einfach Israelis zu sein. Der Film fokussiert auch das Verhältnis zu der nachfolgenden, in Israel geborenen Generation, für die die Vergangenheit tabuisiert war. Außerdem geht es in diesem Film um das Phänomen der Liebe, um Freundschaft und nicht zuletzt um den Wert des Geschichtenerzählens. Das beinhaltet einerseits das Dokumentieren und Bezeugen, andererseits die Kraft der Phantasie - die Möglichkeit, Geschichte umzuschreiben und ein Happy End anzufügen. Das ist es, was sich Yankele von Arik wünscht.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Gadatsch, 13.01.2012, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Avi Nesher

Buch

Amir Gutfreund, Avi Nesher

Darsteller/innen

Tuval Shafir, Adir Miller, Maya Dagan, Bat-El Papura, Neta Porat, Tom Gal, Dov Navon

Länge

116 Min

Sprachfassung

hebr. O-Fassung, mit dt. Untertiteln

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Bildkraft

Festivals

7 Nominierungen Israelischer Filmpreis, Gewinner: Beste Schauspielerin, Bester Schauspieler, Toronto International Filmfestival 2010

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