Filmplakat Einer von uns

Einer von uns

Österreich 2015

Im Supermarkt gibt’s Red Bull, aber kein echtes Leben. Das findet auf dem Parkplatz statt, wo sich die Jugend einer österreichischen Kleinstadt zum Abhängen trifft. Ein spontaner Einbruch endet mit tödlichen Polizeischüssen. Nach einer wahren Begebenheit verbindet Stephan Richters packende Milieustudie die Anatomie einer Katastrophe mit beißender Konsumkritik. Ein Film, der sich einfachen Antworten verweigert und vor allem filmsprachlich überzeugt.

Genre

Drama, Jugendfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Politik, Sozialkunde, Kunst

Themen

Jugend, Coming-of-Age, Alltag, Gesellschaft, Kapitalismus, Kriminalität, Autoritäten

Kinostart

24.11.2016

Inhalt


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Ein Supermarkt dient den Jugendlichen einer österreichischen Kleinstadt als einziger Treffpunkt. Eigentlich gibt es auch hier nichts, doch auf dem Parkplatz kann man ungestört Musik hören, kiffen, sprayen und chillen. Gelegentlich schickt der genervte Filialleiter die Polizei vorbei. Doch die Situation ist viel zu eintönig, um zu eskalieren. Aus purer Langeweile entschließen sich Julian, Marko und Victor, der mit seinem Auto so etwas wie der Anführer ist, in den Markt einzubrechen. Was als gedankenloses Abenteuer ohne große kriminelle Energie beginnt, endet mit einem Toten.

Umsetzung


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Die Rekonstruktion einer wahren Begebenheit des Sommers 2009 entwickelt sich zunächst als Milieustudie. Im rauen Umgangston der Jugendlichen untereinander, erarbeitet in enger Absprache mit den Darstellern, sind latente Aggressivität und Respekt schwer zu unterscheiden. Derbe Späße, Machogesten und Mutproben bilden eine Abwechslung zum trüben Alltag. Die Erwachsenenwelt ist reduziert auf den autoritären Apparat von Marktleitung und Polizei. Als eigentlicher Hauptakteur indes tritt der Supermarkt selbst auf. Die bunte Warenwelt hat den Jugendlichen nichts zu bieten und erdrückt doch mit kalter Präsenz. In der starren Ordnung der Regale, durch präzise Kamerafahrten symbolisch eingefangen, erscheint die Konsumgesellschaft als feindlicher Ort. Besonders bemerkenswert ist die Tongestaltung, in der Musik und Sounddesign ineinander fließen. Das gleichförmige Summen der Kühltruhen und das Flackern der Neonröhren geben dem Film eine tranceartige Aura, die das Trauma der kommenden Katastrophe bereits ankündigt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Einer von uns“ beeindruckt als audiovisuelles Gesamtkunstwerk mit starken jugendlichen Charakteren – und vielen offenen Fragen. Was trieb die Jungen zu ihrer Tat? Waren die tödlichen Polizeischüsse unvermeidbar? In Arbeits- und Spielgruppen können die Motive der Akteure erforscht und nachvollzogen werden. Genaue Szenenanalysen können dazu dienen, die unterschiedlichen sprachlichen Codes und Wertvorstellungen von Jugend- und Erwachsenenwelt zu untersuchen. Da beide Seiten das Gesetz brechen, stellen sich auch rechtliche Fragen. Die künstlerische Darstellung der Konsumgesellschaft schließlich erlaubt die Diskussion größerer Zusammenhänge. Inwieweit stehen unser heutiges Konsumverhalten und Warenfetischismus einer freien Persönlichkeitsentwicklung entgegen? Und wie sieht es mit Nachhaltigkeit aus? Eine Gesellschaft, die Tonnen brauchbarer Lebensmittel gedankenlos wegwirft, wie es der Film zeigt, lässt doch viele Wünsche offen.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Philipp Bühler, 02.11.2016, letzte Aktualisierung: 04.06.2019

Regie

Stephan Richter

Buch

Stephan Richter

Darsteller/innen

Jack Hofer, Dominic Marcus Singer, Birgt Linauer, Andreas Lust, Christopher Schärf u.a.

Länge

96 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, deutsche, englische und spanische Untertitel verfügbar

Format

digital, Farbe, Cinemascope

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Little Dream Entertainment

Festivals

Max Ophüls Preis 2016: Bester Spielfilm; Österreichischer Filmpreis 2016: Beste männliche Nebenrolle (Christopher Schärf); ROMY-Akademiepreis 2016: Beste Regie/Kinofilm (Stephan Richter)

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