Filmplakat zu "Einzelkämpfer"

Einzelkämpfer

Deutschland 2013

In ihrem Dokumentarfilm portraitiert die ehemalige DDR-Leistungssportlerin Sandra Kaudelka vier Spitzensportler/innen aus dem ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat. Sie reflektiert dabei ihre eigene Geschichte und beschreibt ihre Sportkarriere als Wasserspringerin als unfreiwilligen und harten Drill voller Angst und Druck, dem sie nur durch den Zusammenbruch der DDR 1989 entkam. Manche der vorgestellten Sportler/innen berichten dagegen auch viel Positives. So versucht die Regisseurin etwas über die Motive herauszufinden, immer wieder die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu überschreiten. Daneben geht es um die Frage, welchen Weg die damaligen privilegierten Volksheld/innen gefunden haben, sich mit dem politischen System zu arrangieren, welche moralischen Maßstäbe sie entwickelten und wie ihnen schließlich der Übergang in das neue System geglückt ist. Am Ende rückt auch das Thema Doping ins Zentrum, über das die früheren Leistungssportler/innen teils unterschiedliche Ansichten und Meinungen haben.

Originaltitel

Einzelkämpfer

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Sport, Geschichte, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Religion/Ethik, Philosophie

Themen

Deutsche Geschichte / DDR, Leistungsport, Gewalt, Individuum und Gesellschaft, Doping, Menschenrechte / Menschenwürde, Macht, Manipulation

Kinostart

10.10.2013

Inhalt


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In ihrem Dokumentarfilm portraitiert die ehemalige DDR-Leistungssportlerin Sandra Kaudelka vier Spitzensportler/innen aus dem ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat. Sie reflektiert dabei ihre eigene Geschichte und beschreibt ihre Sportkarriere als Wasserspringerin als unfreiwilligen und harten Drill voller Angst und Druck, dem sie nur durch den Zusammenbruch der DDR 1989 entkam. Manche der vorgestellten Sportler/innen berichten dagegen auch viel Positives. So versucht die Regisseurin etwas über die Motive herauszufinden, immer wieder die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu überschreiten. Daneben geht es um die Frage, welchen Weg die damaligen privilegierten Volksheld/innen gefunden haben, sich mit dem politischen System zu arrangieren, welche moralischen Maßstäbe sie entwickelten und wie ihnen schließlich der Übergang in das neue System geglückt ist. Am Ende rückt auch das Thema Doping ins Zentrum, über das die früheren Leistungssportler/innen teils unterschiedliche Ansichten und Meinungen haben.

Umsetzung


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Mit einer Mischung aus zahlreichen Ausschnitten aus DDR-Fernsehberichten, die unter anderem die vier ehemaligen Spitzensportler/innen zeigen und Interviews, die jüngst mit ihnen geführt wurden, lässt die Filmemacherin in ihrem Debüt- und Abschlussfilm eine ganz bestimmte Zeit bzw. eine ganz bestimmte Atmosphäre wieder aufleben. Während die Filmausschnitte von damals zum Teil mit stimmungsvoller Musik untermalt werden, verlaufen die Interviews nüchtern, ruhig und konzentriert. Die Protagonist/innen wurden in ihren persönlichen Umfeldern zum Gespräch gebeten, etwa zu Hause, an ihren Arbeitstellen oder auch in der Kirche, was stark zu ihrer Charakterisierung beiträgt. Der Off-Kommentar der Regisseurin, die aus der Ich-Perspektive berichtet, fungiert als äußere Klammer.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Mit dem Kugelstoßer Udo Beyer, Olympiasieger und dreifacher Weltrekordler, der ehemals besten Wasserspringerin der DDR Brita Baldus, der Olympiasiegerin Marita Koch, bis heute die beste 400-Meter-Läuferin aller Zeiten, und der Sprinterin Ines Geipel stellt der Film Menschen vor, die Sportgeschichte geschrieben haben und die als Zeitzeugen von einem Leben in einem ganz bestimmten Kosmos des untergegangenen Staats DDR berichten. Besonders jedoch Ines Geipel gibt als Interviewpartnerin den Blick frei auf schockierende Hintergründe. Dies geschieht durch die eigene erschreckende Lebens- und Leidensgeschichte der heutigen Schriftstellerin und Professorin, aber auch durch ihre Aufklärungsarbeit, die sie unter anderem im Bereich des Dopings geleistet hat. So dient Einzelkämpfer neben der Betrachtung der sportlichen Aspekte einer historischen Auseinandersetzung mit dem politischen System der DDR, für das der Leistungssport eine essentielle Funktion erfüllte. Anknüpfungspunkte an aktuelle Entwicklungen bietet der Film auf dem Hintergrund der jüngsten Studie, die das Doping-System der BRD offenlegt.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Gadatsch, 14.09.2013, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Sandra Kaudelka

Buch

Sandra Kaudelka

Darsteller/innen

Mitwirkende: Udo Beyer, Brita Baldus, Marita Koch und Ines Geipel

Länge

93 Min

Sprachfassung

deutsch

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

farbfilm

Festivals

63. Internationale Filmfestspiele Berlin (Perspektive Deutsches Kino)

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