Filmplakat zu "Eisenfresser"

Eisenfresser

Deutschland 2007

PHP – so lautet der Name der Firma, die in Chittagong an der Küste Bangladeschs die großen Ozeanriesen, Industrieschrott der westlichen Welt, zerlegt und das Eisen als Bausubstanz für die Hauptstadt des Landes weiterverkauft. PHP steht für "peace, happiness and prosperity".

Originaltitel

Eisenfresser

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geografie, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik

Themen

Arbeit/Arbeitslosigkeit, Armut, Menschenrechte/-würde, Gerechtigkeit, Globalisierung Asien, Gesellschaft

Kinostart

12.06.2008

Inhalt


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PHP – so lautet der Name der Firma, die in Chittagong an der Küste Bangladeschs die großen Ozeanriesen, Industrieschrott der westlichen Welt, zerlegt und das Eisen als Bausubstanz für die Hauptstadt des Landes weiterverkauft. PHP steht für "peace, happiness and prosperity". Doch der Alltag der Werftarbeiter straft diese Worte Lügen. Die Männer, manche von ihnen beinahe noch Kinder, verlassen ihre von der jährlichen Dürre geplagten Familien im Norden des Landes, um beim Abwracken der Schiffe genug Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Was sie dort jedoch erwartet, ist Erniedrigung und ein Kreislauf aus Abhängigkeiten: Die Arbeit ist dreckig, schwer und lebensgefährlich, die korrupten Vorgesetzten halten ihren Lohn zurück, und ohne dieses Geld können sie sich manchmal nicht einmal mehr die Rückreise nach Hause leisten.

Umsetzung


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Regisseur Shaheen Dill-Riaz, selbst in Chittagong aufgewachsen, hat seinen Dokumentarfilm mit einfachsten Mitteln gedreht, erweist sich aber als genauer Beobachter mit einem Gespür für ausdrucksstarke Bilder. Die Kamera fängt den Alltag inmitten der riesigen Schiffswracks zumeist aus der Distanz ein; eine Perspektive, die die Arbeiter umso kleiner und hilfloser wirken lässt. Trotz mancher poetischer Bilder kehrt der Blick schnell wieder zurück auf den Boden der Realität. Wir sehen die nackten der Füße der Arbeiter im Schlamm, im Kot und auf Eisen, die schweren Eisenplatten auf ihren Schultern. Geschickt und unprätentiös montiert Dill-Riaz zudem seine Aufnahmen und liefert dadurch einen Kommentar, der keiner erklärenden Worte bedarf: Nachdem die besser gestellten Vorgesetzten den Arbeitern unterstellen, sie würden sich auf der Werft wie im Urlaub benehmen, zeigt die Kamera sie bei ihrer harten Arbeit im Dreck.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Während südostasiatische Länder hierzulande oft nur in der Berichterstattung berücksichtigt werden, nachdem sich dort eine Katastrophe ereignet hat, erzählt "Eisenfresser" von den alltäglichen Sorgen, Nöten und Hoffnungen der armen Bevölkerung in Bangladesch. Eine Saison reicht der Dokumentation dabei aus, um die dramatischen Wechselwirkungen zwischen Klima, Globalisierung und menschenunwürdiger Arbeit zu veranschaulichen. Gerade in der Komplexität der Themen liegt eine Chance für die fächerübergreifende oder -verbindende Arbeit mit dem Film. Klimatische Bedingungen führen hier zu Migrationsbewegungen (Geografie), Notsituationen – verbunden mit dem Status von Chittagong als Müllhalde der westlichen Welt – und fehlende politische Rahmenbedingungen zu Arbeitsvorschriften führen zu Ausbeutung und Unterdrückung (Sozialkunde, Religion/Ethik). Spürbar macht der Film aber vor allem, dass die Bedeutung von Arbeit nicht verallgemeinert werden kann.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Stefan Stiletto, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Shaheen Dill-Riaz

Buch

Shaheen Dill-Riaz

Länge

85 Min

Sprachfassung

Originalfassung (Deutsch und Bangla) mit deutschen Untertiteln

Format

35mm

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat „wertvoll“

Verleih

Aries Images

Festivals

Tel Aviv International Documentary Film Festival 2008: 1. Preis im Internationalen Wettbewerb; Le Festival International Du Film D'Environnement, Paris 2007: Grand Prix; Film South Asia Festival, Katmandu: 1. Preis im internationalen Wettbewerb; Eine-Welt-Film-Preis NRW: 1. Preis; achtung Berlin 2008: Bester Dokumentarfilm

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