Filmplakat Enklave

Enklave

Deutschland, Serbien 2015

KFOR steht auf dem monströsen Gefährt, das den serbischen Jungen Nenad jeden Tag zur Schule bringt – es ist ein Panzer, und Nenad der letzte verbliebene Schüler. Fünf Jahre nach Ende des Kosovokriegs von 1999 ist die Situation der Minderheit auf albanischem Gebiet noch immer desolat. Können die Kinder den Hass überwinden? In poetischen Bildern zeigt die deutsch-serbische Koproduktion die Kriegsfolgen aus Kinderaugen und appelliert an universelle Werte.

Originaltitel

Enklava

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Sozialkunde, Geschichte

Themen

Krieg/Kriegsfolgen, Diskriminierung, Minderheiten, Religion, Einsamkeit, Gewalt, Hoffnung, Migration

Kinostart

16.02.2017

Inhalt


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Kosovo 2004: Der serbische Junge Nenad wird jeden Tag mit dem KFOR-Panzer zur Schule gefahren. Er ist der letzte verbliebene Schüler, Mitglied der verschwindend kleinen serbischen Minderheit auf albanischem Gebiet. In seinem Heimatdorf halten sein störrischer Vater und der sterbende Großvater verzweifelt die Stellung. Der serbisch-orthodoxe Priester Drazha ist Nenads Hauptgesprächspartner. Nachdem es dem Zehnjährigen gelungen ist, mit zwei gleichaltrigen Albanern in Kontakt zu treten und sich gemeinsam die Zeit zu vertreiben, wird auch der Hirtenjunge Bashkim auf ihn aufmerksam. Er trägt eine Pistole und hasst die Serben, die er für den Tod seines Vaters verantwortlich macht. Bald eskaliert die Situation, aus schüchternem Spiel wird blutiger Ernst.

Umsetzung


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In stillen, poetischen Bildern beschwört der Film eine Atmosphäre der Aggression in scheinbarer Idylle. Die von Nenads Familie bewohnte Enklave gleicht einem Geisterdorf. Blökende Kühe, das Rattern des Panzers und gelegentliche Schüsse bilden die Geräuschkulisse. Nach dem Tod des Großvaters dient die Anreise von Nenads Tante aus Belgrad dazu, die Diskriminierung der serbischen Minderheit durch albanische Nachbarn und Beamte deutlich zu machen: Wie zuvor schon der Panzer wird auch der Reisebus mit Steinen beworfen, eine Ahndung solcher Vorfälle durch die Polizei bleibt aus. Einziger Hoffnungsschimmer ist das Spiel der Kinder, unschuldige Opfer eines Konflikts, dessen Wunden von Generation zu Generation weitergetragen werden. Die wehmütige Musik der zweiten Filmhälfte stammt aus dem Drama „Die Erde weint“ (2004) des griechischen Meisterregisseurs Angelopoulos, der hier mit seiner nuancierten, zurückhaltenden Kunst des Filmemachens prägend wirkte.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Enklave“ schildert die Folgen des Kosovokriegs von 1999 aus Kinderaugen und Kindermund: Ein von Nenad zu Beginn verlesener Schulaufsatz fasst die Grundzüge seiner Situation zusammen, danach allerdings fließen die Informationen spärlich. Entsprechend müssen die Hintergründe im Vorfeld vermittelt werden. Die anschließende Analyse muss auch die filmspezifische Symbolik beachten: Was bedeutet es, wenn Priester Drazha auf der Ruine seiner Kirche – dem bevorzugten Spielplatz der Kinder – eine neue Glocke errichten lässt? Im Politik- und Geschichtsunterricht der höheren Klassen kann die serbische Perspektive des Films eingeordnet werden: Auch im heutigen Serbien ringen, lange nach Ende der Balkankriege, bedrängte Minderheiten um ihre Rechte, vor allem muslimische Bosnier und Albaner. Die Tätigkeit multinationaler Schutztruppen in Ex-Jugoslawien, wie der KFOR, an der sich auch die Bundeswehr beteiligt, ist ein weiteres interessantes Thema.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Philipp Bühler, 25.01.2017, letzte Aktualisierung: 08.06.2017

Regie

Goran Radovanović

Buch

Goran Radovanović

Darsteller/innen

Filip Šubarićm Nebojša Glogovac, Anica Dobra, Denis Muric u.a.

Länge

92 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Barnsteiner Film

Festivals

(Auswahl) Schlingel IFF: Jury-Preis, ECFA-Preis, FIPRESCI-Preis; Moskau IFF 2015: Publikumspreis; Olympia IFF 2015: INICEF-Preis, OKLE-Preis, Biberacher Filmfestspiele 2016: Goldener Biber

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