Filmplakat Erde

Erde

Österreich 2019

Bagger, Bohrmaschinen, Dynamit. Kohleabbaugebiete, Steinbrüche, untertunnelte Alpenberge und Zwischenlager für Atommüll: Der Mensch verändert die Erdkruste und -gesteine massiv. "Erde" zeigt die Eingriffe an sieben exemplarischen Orten und lässt verschiedene Menschen zu Worten kommen: vom ungarischen Baugeräteführer bis hin zur indigenen Umweltaktivistin. Doch der eigentliche Protagonist in dem eindrucksvollen Dokumentarfilm sind die verformten Landschaften.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Erdkunde, Biologie, Sozialkunde, Politik, WAT/Arbeitslehre, Geschichte, Religion, Ethik, Geschichte

Themen

Erde, Umwelt, Natur, Ökologie, Ausbeutung, Energie, Klimawandel, Arbeit, Wirtschaft, (Post-) Kolonialismus, Globalisierung, Kapitalismus, Heimat, Gesellschaft, Handel, Wohlstand, Armut, Verantwortung, Entfremdung, Technik/Neue Technologien

Kinostart

04.07.2019

Inhalt


mehr Info

Dem Konzept Anthropozän zufolge ist der Mensch zum zentralen Einflussfaktor auf biologische, atmosphärische und geologische Prozesse geworden. Der Dokumentarfilm spürt vor allem letzteren Veränderungen an sieben exemplarischen Orten nach: In Kohleabbaugebieten, Marmorsteinbrüchen, Zwischenlagern für Atommüll oder auf der Großbaustelle des umstrittenen Brenner-Basistunnels formen Menschen mit Baggern, Planierraupen, Bohrmaschinen oder Dynamit die Erde um. Die Arbeiter*innen und Ingenieur*innen reflektieren die massiven Eingriffe kritisch, unterliegen oft aber auch der Faszination ihrer Tätigkeit. Im siebten und letzten Kapitel besucht eine indigenen Kanadierin abgeriegelte, durch die Ölgewinnung zerstörte Gebiete. Sie weist darauf hin, dass die Ausbeutung der Erde mit der Ausbeutung von Menschen einhergegangen ist und mahnt: „Wir sehen, wie sich Mutter Erde rächt“.

Umsetzung


mehr Info

Der Dokumentarfilm verzichtet auf eine Dramaturgie der Zuspitzung und des Spannungsaufbaus wie auch auf eine Rahmenhandlung. Gleichberechtigt zeigt er sieben Orte, stets eröffnet mit Vogelperspektiven aus einer scheinbar überirdischen, an Google Maps erinnernden Position, und setzt auf eine multiperspektivische Betrachtung. Allenfalls der siebte Teil stellt in Ansätzen eine Metaerzählung dar, wenn die indigene Umweltaktivistin mit ihrem spezifischen kulturellen Hintergrund die Ausbeutung der Erde reflektiert. Doch eine einfache Lösung wird durch die verschiedenen Akteur*innen und mangels einer erklärenden Off-Stimme nicht angeboten. Der Filmemacher selbst ist nur selten als Interviewer zu hören. Neben den Statements der Arbeiter*innen fängt er deren technisierte Arbeitsroutinen ein. Panoramaaufnahmen von den Landschaften illustrieren die Folgen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Anhand des Film lässt sich das Konzept Anthropozän veranschaulichen, demnach mittlerweile am massivsten der Mensch die Erde umformt. Erdveränderungen können auch im eigenen Umfeld bzw. anhand schnell sichtbarerer Phänomenen wie Flächenfraß erkundet werden. Hier liegt es nahe, Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimawandels nachzugehen, wie z.B. den ökologischen Folgen eines Abbaus bestimmter Rohstoffe. Neben gesellschaftspolitischen können naturwissenschaftliche, speziell geografische Aspekte besprochen werden. Der siebte Teil um die indigene Umweltaktivistin mag zudem als Ausgangspunkt dienen, um indigene Kulturen und deren Unterdrückung, in der Kolonialgeschichte bis hin zur Gegenwart, zu diskutieren. Mit der Multiperspektivität und der Kamera stellt „Erde“ zudem ein interessantes Beispiel dar, um Stilrichtungen und Ästhetiken des Dokumentarfilms herauszuarbeiten.

Veranstaltungen


mehr Info

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

FilmTipp_Erde.pdf

Autor: Dr. Florian Krauß, 02.07.2019, letzte Aktualisierung: 02.07.2019

Regie

Nikolaus Geyrhalter

Buch

Nikolaus Geyrhalter

Darsteller/innen

Mitwirkende: Trent Wells, Paul Mellor, Steven Kuzar, Marina Zanetti, Svyatoslav Babyuk, István Szappan, Veronika Watah, Luigi Pasquali, Franscesco Muscolini, Susana de Elio de Begny u. a.

Länge

115 Min

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Weltkino Filmverleih

Festivals

(Auswahl) Berlinale Forum 2019: Preis der Ökumenischen Jury, Sheffield International Documentary Festival 2019: International Award; Diagonale – Festival des österreichischen Films 2019: Bestes Sounddesign Dokumentarfilm, Buenos Aires International Independent Film Festival 2019

Downloads

FilmTipp_Erde.pdf
Impressum
Sitemap
Datenschutz