Filmplakat Es war einmal in Deutschland

Es war einmal in Deutschland

Deutschland, Luxemburg, Belgien 2017

David Bermann hat das KZ überlebt und versucht nun, sich mit einigen jüdischen Freunden das Geld für die Auswanderung nach Amerika zu verdienen. Mit Witz, Charme und kleinen Gaunereien verkaufen sie erfolgreich teure Bettwäsche an Hausfrauen. Aber David hat ein Geheimnis. Eine US-Offizierin verhört ihn, um zu erfahren, warum er zwei Pässe besitzt und ob er tatsächlich den Führer treffen sollte. Ein gelungene, lebensbejahende Tragikomödie zu einem ernsten Thema.

Genre

Tragikomödie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Sozialkunde, Religion, Ethik, Wirtschaft, Politik, Deutsch

Themen

Nachkriegszeit, Antisemitismus, Verantwortung, Schuld, Rache, Vergebung Nationalsozialismus, Wiederaufbau, Holocaust

Kinostart

06.04.2017

Inhalt


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Der Film spielt 1946 in Frankfurt und erzählt die Geschichte von David Bermann und seinen Freunden, die den Holocaust überlebt haben. Sie sind Überlebenskünstler, die von der Auswanderung nach Amerika träumen. Um das Geld für dafür aufzubringen, hat David die Idee, einen Handel mit feinster Wäsche aufzumachen. Sie ziehen von Haus zu Haus und mit List und Chuzpe verkaufen sie ihre Waren an Witwen und Hausfrauen. Aber David wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Man verdächtigt ihn der Kollaboration mit den Nazis und er muss die Herkunft seines zweiten Passes erklären. Die amerikanische Offizierin Sara Simon führt das Verhör durch. Mit Witz und Charme versucht David immer wieder sie für sich zu gewinnen. Sara fällt es zunehmend schwerer sich David zu entziehen. Letztendlich ist es aber ausgerechnet ein SS-Offizier, der mit seiner Aussage Davids Unschuld bestätigt.

Umsetzung


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Das Schicksal einer Gruppe von Holocaust-Überlebenden in Frankfurt kurz nach Kriegsende wird als bewegende Feier des (Über-)Lebens inszeniert. In der Nachkriegszeit, in der alle um das Überleben kämpfen, belügen David Bermann und seine Freunde Frauen und Witwen, umso schneller zu dem erforderlichen Geld zu kommen, das sie für die Auswanderung nach Amerika brauchen. David hat das KZ überlebt, weil er Witze erzählen konnte. Sam Gabarski gelingt es, diese hochinteressante Geschichte spannend zu erzählen. Sehr gefühlvoll, manchmal auch mit schwarzem Humor, eröffnet sich ein Blick in die Seele des so selbstbewusst auftretenden David und in die Abgründe, die er erlebt hat. Die Gräuel des Holocaust werden nicht verharmlost, sondern treffen auf trockenen Humor und bittere Selbstironie. Diese Kombination aus tragikomischen Elementen, Witz und Dreistigkeit schaffen einen glaubwürdigen Film.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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An den Beispielen von Sara Simon, die Dank der rechtzeitigen Emigration ihres Vaters in Amerika aufwuchs und als US-Offizierin nach Deutschland zurückkehrte und von Verständig, der den Krieg in Shanghai überlebte, können die Folgen der NS-Diktatur und Fluchtschicksale thematisiert werden. Ein Zitat wie „Dein Freund ruiniert unseren guten Ruf“ auf das David antwortet mit „Seit wann haben Juden einen guten Ruf“ ist ein Anknüpfungspunkt für Themen wie Vorurteile und Antisemitismus. Anhand der Darstellung der Nachkriegssituation, der Versorgungslage, der Schwierigkeiten, die David hat, eine Lizenz als Handelsvertreter zu bekommen oder der Bezugnahme auf die Nürnberger Prozesse erkennen die Schüler, dass weltpolitische Rahmenbedingungen und Weichenstellungen der Siegermächte sich entscheidend auf das Leben der Menschen auswirkten. Der Tod eines scheinbar unschuldigen Kioskbesitzers, der als NS-Kriegsverbrecher entlarvt wird und der Selbstmord von Krautberg sind ein Einstieg für Themenbereiche wie Verantwortung, Schuld, Rache und Vergebung.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Ellen Jilg, 16.03.2017, letzte Aktualisierung: 08.06.2017

Regie

Sam Gabarski

Buch

Michel Bergmann in Zusammenarbeit mit Sam Garbarski nach seinen Romanen „Die Teilacher“ und „Machloikes“

Darsteller/innen

Moritz Bleibtreu, Antja Traute, Tim Seyfi, Mark Ivanir, Anatole Taubman, Hans Löw, Pál Mácsai, Václav Jakoubek u.a.

Länge

102 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, barriefreie Fassungen verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

X-Verleih

Festivals

Berlinale 2017: Special Gala

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