Filmplakat Frantz

Frantz

Deutschland, Frankreich 2016

Der französische Regisseur François Ozon hat erstmals ein historisches Drama inszeniert. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg begegnen sich eine junge Deutsche und ein junger Franzose, die beiden um denselben Mann trauern: Frantz ist im Ersten Weltkrieg gefallen, doch beide haben verschiedene Gründe zur Trauer. Ozons psychologisches Drama führt anhand des Innenlebens seiner Figuren den Wahnsinn des Krieges vor Augen.

Genre

Drama, Historienfilm

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Französisch, Politik, Ethik, Philosophie, Geschichte, Religion

Themen

Liebe, Freundschaft, Schuld, Krieg/Kriegsfolgen, (Deutsche) Geschichte, Gesellschaft, Vorurteile, Tod/Sterben, Werte, Familie, Trauer/Trauerbewältigung

Kinostart

29.09.2016

Inhalt


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Quedlinburg 1919, der Erste Weltkrieg ist seit kurzem vorbei. Endlich Frieden, doch die Welt hat sich verändert. Auch für Anna. Ihr Verlobter ist als Soldat in Frankreich gefallen. Täglich pilgert sie zum Friedhof, um dort seiner zu gedenken. Doch ist sie in ihrer Trauer nicht allein. Denn eines Tages beobachtet Anna einen jungen Mann, der am Grab von Frantz Blumen niederlegt. Adriens Anwesenheit sorgt im Städtchen für Aufsehen, ist er doch Franzose, damit ehemaliger Kriegsgegner und ein Vertreter der Siegernation. Auch Frantz’ Vater will mit ihm zunächst nichts zu tun haben. Doch bald weichen seine Ressentiments, denn Adrien gibt sich als enger Freund von Frantz aus, der vor dem Krieg in Paris studiert hatte. In seinen Erzählungen wird Frantz wieder lebendig und die Trauer um den geliebten Mann und Sohn gemildert, doch offenbar hat Adrien ein Geheimnis, an dem er schwer zu tragen hat.

Umsetzung


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François Ozon nimmt in seinem Drama, das u.a. auf Ernst Lubitschs „Broken Lullaby“ (1932) basiert, vor allem Annas Perspektive ein. Die Kamera folgt ihr bei ihren Gängen zwischen Haus und Friedhof – Kreisbewegungen, aus denen sie nicht ausbrechen kann. Der Film wird getragen von epischen, aber zugleich formal streng wirkenden Bilder, die an „Das weiße Band“ erinnern. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass auch „Frantz“ überwiegend in Schwarz-Weiß gedreht wurde. Dadurch wirkt die Darstellung der Epoche authentisch, es spiegelt aber auch das Innenleben der Trauernden wider. Alles Farbige und Lebendige scheint mit Frantz’ Tod aus ihrem Leben gewichen. Nur in Erinnerungen, in Glücksmomenten und bei Lügen kommt die Farbe ins Bild zurück. Auffallend ist auch die Doppelstruktur des Films. Ozon hat ihn wie ein Spiegelkabinett konstruiert: Die Erfahrungen, die Adrien in Deutschland macht, wiederholen sich in ähnlicher Weise für Anna in Frankreich.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Frantz“ (lautsprachlich „France“ ähnelnd) regt dazu an, die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen zu besprechen. Dabei kann weiterführend auch untersucht werden, wie diese in Filmen – etwa in „Die große Illusion“ (1937) oder „Jules und Jim“ (1962) – dargestellt wurde. Ozons Film ist jedoch weniger historisches als psychologisches Drama und erzählt vor allem von der Entwicklung einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg finden muss. So kann etwa im Sprachunterricht auch das Ende des Films analysiert werden, wobei „Frantz“ wegen seiner Zweisprachigkeit für die Fächer Deutsch und Französisch geeignet ist. Im Philosophie- und Ethikunterricht bietet es sich an, sich mit dem Thema „Lügen“ zu beschäftigen und hier etwa die auch im Film gestellte Frage nach dem Sinn der Wahrheit zu diskutieren. Nicht zuletzt können anhand des Films auch Themen wie Trauer, Schuld und Vergebung erläutert werden.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Kirsten Taylor, 28.08.2016, letzte Aktualisierung: 02.12.2016

Regie

François Ozon

Buch

François Ozon frei nach dem Film „Broken Lullaby“ (1932) von Ernst Lubitsch

Darsteller/innen

Paula Beer, Pierre Niney, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow, Anton von Lucke, Cyrielle Clair u.a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsch-französische Originalfassung, zum Teil untertitelt; barriefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Cinemascope, Schwarz-Weiß und Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

X-Verleih

Festivals

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2016, Toronto International Film Festival 2016

Impressum
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