Filmplakat Geniale Göttin - Die Geschichte von Hedy Lamarr

Geniale Göttin - Die Geschichte von Hedy Lamarr

USA 2017

Hedy Lamarr kennt man als internationalen Hollywoodstar und bewunderte Schönheit. Dass sie jedoch als Erfinderin 1942 ein patentiertes Verfahren entwickelt hat, auf dem modernste Kommunikationstechnologien wie WLAN oder Bluetooth beruhen, wissen nur wenige. Erst kurz vor ihrem Tod im Jahr 2000 zollte man Hedy Lamarr dafür Anerkennung - zu spät, damit sie stolz auf eine besondere Lebensleistung zurückblicken konnte.

Originaltitel

Bombshell: The Hedy Lamarr Story

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Physik, Politik, Psychologie, Musik, Arbeitslehre, Wirtschaft, Darstellendes Spiel

Themen

Innovationen, Biografie, Emigration, USA, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Filmwirtschaft, Individuum und Gesellschaft, Militär

Kinostart

16.08.2018

Inhalt


mehr Info

„Jedes Mädchen kann glamourös aussehen. Dazu muss es nur still stehen und dumm gucken.“ sagte Hedy Lamarr, die in den 1940er Jahre als wahrhaft glamourös angesehen wurde. Mit ihrem markanten Gesicht war der Hollywoodstar Modell für das Disney Schneewittchen und inspirierte die Comicfigur Catwoman. Tatsächlich war Hedwig Kiesler, wie die gebürtige jüdische Wienerin mit bürgerlichem Namen hieß, eine Art Superheldin, denn sie war auch eine geniale Erfinderin. Technologien wie WLAN, GPS, Bluetooth und Mobilfunk beruhen auf dem Frequenzsprungverfahren, das Hedy Lamarr mit der Intention entwickelt hat, durch funkferngesteuerte Torpedos den Zweiten Weltkrieg schneller für die Alliierten zu entscheiden. 1942 erhielt sie dafür ein Patent, aber nicht die Anerkennung, die sie sich erhofft hatte. Die Menschen wollten Hedy Lamarr ausschließlich als schöne Schauspielerin bewundern, nicht als kluge Wissenschaftlerin. „Ich glaube, im Leben spiele ich mehr als auf der Leinwand“ ist ein weiteres Zitat dieser großen Persönlichkeit, die zeitlebens darunter litt, dass sie nicht als die Frau wahrgenommen wurde, die sie wirklich war und die sich im Alter völlig aus der Öffentlichkeit und auch von ihrer Familie zurückgezogen hat.

Umsetzung


mehr Info

Roter Faden des Film ist ein langes Interview, das der Journalist Fleming Meeks im Mai 1990 mit Hedy Lamarr führte. Es geriet in Vergessenheit und wurde erst durch die Regisseurin Alexandra Dean wieder entdeckt. Hedy Lamarr erzählt darin offen, manchmal verletzt und mit beißendem Witz über ihr Leben. Dazwischen kommen viele weitere Menschen zu Wort: Söhne und Tochter, Enkelinnen, Biografen, Freund*innen und Weggefährten. Im Off kann man oft nicht unterscheiden, wer gerade spricht, aber die Vielstimmigkeit fügt sich zu einem harmonischen Ganzen. Auf der Bildebene gibt es Ausschnitte aus den Filmen Hedy Lamarrs, Archivbilder, Animationen und Interviewsequenzen. Das Panorama des erlebnisreichen, aber auch seltsam unerfüllten Lebens einer berühmten Schauspielerin, deren wahres Genie verkannt wurde, fasziniert so sehr, dass man manch allzu platte Illustration des Gesagten durch Filmausschnitte oder Bilder gerne verzeiht.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

„Ihre Schönheit hinderte sie daran, Wissenschaftlerin zu werden“, stellt einer von Hedy Lamarrs Weggefährten im Film fest. Ist Hedy Lamarr einfach nur zur falschen Zeit geboren? Im Unterricht kann besprochen werden, inwieweit auch heute noch Stereotype unser Blickfeld einschränken. Die Notwendigkeit vieler MINT-Initiativen zeigt, dass Geschlechterklischees in männerdominierten Wissenschafts- und Wirtschaftszweigen das Selbstvertrauen von Mädchen und Frauen beeinträchtigen. Der Film kann Schülerinnen ermutigen, ihre Neigungen zu verfolgen und auch ein sehr guter Einstieg sein, im Physik-Unterricht Interesse für das Frequenzsprungverfahren und andere Techniken gerade bei Mädchen zu wecken. Hedy Lamarr war nicht nur Schauspielerin und Erfinderin, sie war auch die erste weibliche Filmproduzentin der USA, baute das erste Luxus-Ski Resort in Aspen/Colorado, lebte als alleinerziehende Mutter – welche Persönlichkeitsmerkmale zeichnen sowohl groß Künstler*innen und Innovator*innen aus? Wie hat Lamarr selbst im Rückblick ihre Lebensleistung eingeschätzt? Was wäre aus ihrer Sicht ein gelingendes Leben gewesen?

Veranstaltungen


mehr Info

Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Sabine Genz, 27.07.2018, letzte Aktualisierung: 02.08.2018

Regie

Alexandra Dean

Buch

Alexandra Dean

Darsteller/innen

(Mitwirkende): Hedy Lamarr, Mel Brooks, Jennifer Hom, Anthony Loder, Wendy Colton, Fleming Meeks, Jeanine Basinger, Peter Bogdanovich, Anne Helen Petersen, Diane Kruger u. a.

Länge

90 Min

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

NFP marketing & distribution

Festivals

(Auswahl) Tribeca Film Festival 2017; San Francisco Jewish Film Festival 2017: Audience Award Best Documentary; Scottsdale International Film Festival 2017: Audience Award Best Film

Impressum
Sitemap
Datenschutz