Filmplakat zu "Ginger und Rosa"

Ginger & Rosa

Großbritannien, Dänemark, Kanada, Kroatien, 2012

London 1962 – die seit ihrer Kindheit unzertrennlichen Freundinnen Ginger und Rosa teilen schon ewig ihre Geheimnisse, Erlebnisse, Zukunftsängste und Träume. Doch die Interessen der 17-Jährigen driften allmählich unbemerkt auseinander. Ginger engagiert sich in der Friedensbewegung, Rosa sucht die wahre Liebe. Als sie sie bei Gingers Vater zu finden glaubt, bringt sie ihre Freundin in einen Loyalitätskonflikt, den diese bald nicht mehr unter Kontrolle hat.

Originaltitel

Ginger & Rosa

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Englisch, Religion, Ethik, Kunst, Geschichte

Themen

Freundschaft, Erwachsenwerden, Familie, Gender/Geschlechterrollen, Gesellschaft, Idealismus, Kalter Krieg, Nukleare Bedrohung, Geschichte, Sexualität

Kinostart

11.04.2013

Inhalt


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1945 kommen Ginger und Rosa im gleichen Londoner Krankenhaus am gleichen Tag zur Welt. Bereits als kleine Mädchen sind sie unzertrennlich. 1962, erobern sie sich die Welt gemeinsam und teilen alle ihre Gedanken und Geheimnisse. Beste Freundinnen, die nichts trennen kann, sollte man meinen. Doch die Interessen gehen allmählich in unterschiedliche Richtungen. Während Rosa gern durch die Stadt streift, auf der Suche nach Abenteuern, Freiheit und Liebe, interessiert sich Ginger für Dichtung und zunehmend auch für Politik. Das große Thema Anfang der 60er Jahre ist die Bedrohung durch die Stationierung von Atomraketen in Europa. Gingers Vater, der von der Familie getrennt lebt, ist engagierter Friedensaktivist und wird von seiner Tochter stark idealisiert. Sie versucht, in seine Fußstapfen zu treten und schließt sich den Rüstungsgegnern an. Doch trotz der Unterschiede bleibt die Freundschaft der beiden Mädchen das Wichtigste in ihrem Leben – bis Rosa eine Affäre mit Gingers Vater beginnt. Die Nachricht von Rosas Schwangerschaft ist schließlich zu viel für Ginger...

Umsetzung


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Sally Potter konzentriert sich in Ginger & Rosa auf ihre befreundeten Heldinnen und ihre Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Rein räumlich liegt dieser in einer der ärmeren Viertel Londons, persönlich/idealistisch in Träumen von Liebe und Glück. Übermut (Rosa) und Verzweiflung (Ginger) liegen in einer Zeit des Umbruchs sehr dicht beisammen. Die Regisseurin ist an den ambivalenten Gefühlen der Heranwachsenden interessiert, den Zweifeln, Leidenschaften, Sehnsüchten, Ängsten und Verletzungen. Die Inszenierung wirkt gelegentlich ein wenig konstruiert, ist aber in den meisten Fällen stimmig. Großaufnahmen und Blicke in den Spiegel übertragen die Gedanken Gingers und ihre Ambivalenz. Sie ist präsenter, denn sie ist zweifelnder und hat im Gegensatz zu Rosa noch kein richtiges Ventil entdeckt, mit dem sie Unbehagen und Ängste entlassen kann. Eingebettet in den Zeitgeist des Protestes, der noch nicht entschieden hat, in welche Richtung er gehen wird, ist die Geschichte der beiden Mädchen dicht erzählt. Auch die Musik betont den Prozess der Veränderung, die an allen Ecken spürbar wird.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Speziell für Mädchen birgt der Film ein hohes Identifikationspotential, eine Figurenanalyse bietet sich nach dem Film förmlich an. Bedingungslose Freundschaft, die Suche nach sich selbst, Loyalitätskonflikte gegenüber den Eltern von Ginger sind Themen, für die der Film interessante Bilder findet. Damit ist er ein gelungenes Werk für die Erarbeitung von Charakterzeichnungen und die Einbettung in einen politisch-geschichtlichen Rahmen für den Deutsch- und Englischunterricht. Des Weiteren kann die Frage nach Glaube und Gottvertrauen sehr gut in Religion und Ethik betrachtet werden. Rosa ist gläubig und wähnt sich geschützt, obwohl sie die Gebote der Kirche missachtet. Gingers Elternhaus baut nicht auf Glaube, ihrem Gefühl nach baut die Kirche auf Heuchelei, hätte aber ähnlich starken halt wie Rosa. Ansatzpunkte für die Frage, welche Rolle Kunst für die persönliche Entwicklung spielt, bietet der Film ebenfalls. Ginger hat die Poesie als Ausdrucksmöglichkeit für ihre Gefühle entdeckt. Im Rahmen des Geschichtsunterrichts bietet sich ein Vergleich der 60-er Jahre in Großbritannien und Deutschland an. Die Aufrüstung und der Protest dagegen haben in beiden Ländern unterschiedliche Wurzeln, der Wunsch nach einem Ende des Kalten Krieges ist allerdings gleich. Eine Recherche der unterschiedlichen Hintergründe und eine Untersuchung des Denkens und Handelns Anfang der 60-er Jahre – gerade auch im Vergleich zur heutigen Situation – bietet Schülerinnen und Schülern hier sehr gute Transfermöglichkeiten und fördert das Geschichtsbewusstsein.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Rotraut Greune, 18.02.2013, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Sally Potter

Buch

Sally Potter

Darsteller/innen

Elle Fanning, Alice Englert, Christina Hendricks, Alessandro Nivola, Timothy Spall, Oliver Platt, Annette Bening, Johdi May u.a. 

Länge

90 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung und OmU

Format

35mm, digital

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Concorde Filmverleih

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