Filmplakat zu "Goethe!"

Goethe!

Deutschland 2010

Regisseur Philip Stölzl entstaubt das deutsche Dichterdenkmal und entdeckt einen spontanen, sehr sympathischen jungen Rebellen. Dieser junge Mann, der sich selbst noch finden muss, offeriert Jugendlichen vielfache Identifikationsmöglichkeiten, um sich auf verschiedenen Ebenen mit der historischen Figur Johann Wolfgang Goethes, seinem literarischen Schaffen und der Epoche, in der er lebte, anzunähern.

Originaltitel

Goethe!

Genre

Drama, (Historien-)Drama, Biopic

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik, Philosophie

Themen

Literatur, Toleranz, Individuum und Gesellschaft, Liebe, Selbstmord, Moral, Freiheit, Individuum

Kinostart

14.10.2010

Inhalt


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Strassburg 1772. Der 22jährige Johann Goethe hat sein Jurastudium vernachlässigt, weil er sich zum Dichter berufen fühlt. Nachdem sein Erstlingswerk „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" vom Verlag abgelehnt wurde, und er durch das Examen fällt, tritt er auf Anordnung seines Vaters eine Referendarstelle beim Reichskammergericht in Wetzlar an. Dort verliebt er sich in Lotte Buff, die seine Gefühle erwidert, und ihn zum Schreiben ermutigt. Doch die mittellose junge Frau verlobt sich auf Drängen ihres Vaters mit Johanns Vorgesetzen Kestner. Nach einem Duell zwischen den Rivalen landet Goethe im Gefängnis, wo er seine unglückliche Liebe in dem Briefroman „Die Leiden des jungen Werther" künstlerisch verarbeitet. Die Geschichte wird ein umjubelter Erfolg und Goethe avanciert zu einer Leitfigur des Sturm und Drangs.

Umsetzung


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„Goethe!" schließt an eine lange Reihe von Biopics über den deutschen Dichterfürsten an, den Regisseur Philipp Stölzl als „jungen Wilden" sympathieträchtig interpretiert. Im Script wurde die künstlerische Entwicklung mit einer Liebesgeschichte verzahnt, Fiktion und Fakten vermischt, um den zentralen Konflikt dramaturgisch zu verdichten: den Widerspruch zwischen Tradition, Autoritäten und gesellschaftlichen Zwängen einerseits und dem leidenschaftlichen Drängen des Protagonisten nach Selbstentfaltung und Unabhängigkeit andererseits. Mit dem Mittel der Kontrastmontage und einem detailgenauen Setting greift Stölzl diese Diskrepanz szenisch auf und entwirft ein facettenreiches Sittenporträt des ausgehenden 18. Jahrhunderts und der Sturm und Drang-Epoche. Durch den klassischen streicherbetonten Soundtrack wirkt der Film zwar etwas konventionell, aber Dank des spielfreudigen Ensembles rund um den eines lässig-verliebten Goethe bleibt die Inszenierung doch erfrischend charmant.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Regisseur Philip Stölzl wirft einen neuen, unverbrauchten Blick auf Goethe und entdeckt einen spontanen, jugendlichen Rebellen unter dem angestaubten Dichterdenkmal. Dieser junge Mann, der sich selbst noch finden muss, offeriert Jugendlichen ein hohes Identifikationspotenzial. Der emotionale Brückenschlag zwischen gestern und heute erleichtert es, sich auf verschiedenen Ebenen der historischen Figur Johann Wolfgang von Goethes, seinem Werk und der Epoche, in der er lebte, anzunähern. So können beispielsweise die im Film dargestellten Lebensgeschichten, Ereignisse, Gesellschaftsbilder und Geschlechterrollen anhand von Recherchen und Quellenanalysen auf ihren historischen Authentizitätsgehalt hin überprüft werden. Fruchtbare Anknüpfungspunkte bieten auch die intertextuellen Verweise des Films auf das literarische Werk des Dichters, wobei „Die Leiden des jungen Werther" sicherlich einen Schwerpunkt bilden sollten. Interessant ist nicht zuletzt, auf welche Weise die Inszenierung das Lebensgefühl der Sturm und Drang Epoche, aber auch zentrale literarische Topoi Goethes, wie die Kompensation von Weltschmerz durch Kunst, in filmische Handlung umsetzt.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Ula Brunner, 23.09.2010, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Philipp Stölzl

Buch

Philipp Stölzl, Christoph Müller, Alexander Dydyna

Darsteller/innen

Alexander Fehling, Miriam Stein, Moritz Bleibtreu, Volker Bruch, Burghart Klaussner, Henry Hübchen, Hans-Michael Rehberg u. a.

Länge

100 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Warner Bros.

Impressum
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