Filmplakat zu "Härte"

Härte

Deutschland 2015

„Ich war ein sehr harter junger Mann... Ich war ein eiskalter Typ, ein Block und mir war alles scheißegal“. Am Anfang von Härte stehen harte Worte. Es sind Worte, mit denen Andreas Marquardt sich und sein Leben beschreibt. Ein Leben, das von sexuellem und körperlichem Missbrauch geprägt in der Härte Halt suchte: Sein Vater wollte ihn leiden sehen, seine Mutter missbrauchte ihn. Ausweg und Fluchtpunkt aus der familiären Gewalt waren für Andy der Kampfsport und die Zuhälterei. Stählern wollte er der beste der Welt in Karate werden und emotionslos führte er sein Frauen-Hassprogramm durch. Mehrfach wurde er Europa- und Weltmeister und in den 1970er Jahren häufte er als Zuhälter Millionen an, bis das Gefängnis rief. Das Dokudrama zeigt ein Leben voller Gewalt und Demütigung, voller Brutalität und existentieller Abgründe. Aber auch das Leben eines Menschen, der eine zweite Chance bekommen hat und sich selbst eine zweite Chance geben konnte.

Originaltitel

Härte

Genre

Drama, Dokumentarische Spielfilm-Collage

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Sozialkunde, Kunst, Ethik, Religion, Psychologie

Themen

Sexuelle, körperliche und familiäre Gewalt, Zuhälterei, Kampfsport, Familie, Frauen, Geschlechterrollen, Hass, Liebe, Trauma, Gefängnisstrafe

Kinostart

23.04.2015

Inhalt


mehr Info

„Ich war ein sehr harter junger Mann... Ich war ein eiskalter Typ, ein Block und mir war alles scheißegal“. Am Anfang von Härte stehen harte Worte. Es sind Worte, mit denen Andreas Marquardt sich und sein Leben beschreibt. Ein Leben, das von sexuellem und körperlichem Missbrauch geprägt in der Härte Halt suchte: Sein Vater wollte ihn leiden sehen, seine Mutter missbrauchte ihn. Ausweg und Fluchtpunkt aus der familiären Gewalt waren für Andy der Kampfsport und die Zuhälterei. Stählern wollte er der beste der Welt in Karate werden und emotionslos führte er sein Frauen-Hassprogramm durch. Mehrfach wurde er Europa- und Weltmeister und in den 1970er Jahren häufte er als Zuhälter Millionen an, bis das Gefängnis rief. Das Dokudrama zeigt ein Leben voller Gewalt und Demütigung, voller Brutalität und existentieller Abgründe. Aber auch das Leben eines Menschen, der eine zweite Chance bekommen hat und sich selbst eine zweite Chance geben konnte.

Umsetzung


mehr Info

Auf Grundlage der 2006 erschienenen Autobiografie Marquardts erzählt Rosa von Praunheim in einer Kombination aus farbigen Interview-Ausschnitten und nachgestellten Szenen in schwarz-weiß die Geschichte des ehemaligen Zuhälters und heutigen Kampfsporttrainers Andreas Marquardt. Bilder aus dem Karate-Sportzentrum und Erzählungen des Protagonisten und seiner langjährigen Lebensgefährtin Marion Erdmann treffen dabei auf nachgespielte Lebenssituationen, die mit professionellen Schauspielern vor minimalistischen, überstilisierten Fototapeten in Szene gesetzt werden. Auf diese Weise begegnen sich verschiedene Blicke auf ein und dasselbe Leben - einmal fern von jeglichem Realismus, einmal aus dem realen Hier und Jetzt - und erzeugen eine für Rosa von Praunheims Filme sonst untypische Nähe, aber auch eine Prägnanz, die stets entwaffnend die Disparität zwischen Geschehen und Interpretation, zwischen Erlebtem und Gezeigtem pointiert.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Neben der Problematik der sexuellen und körperlichen Gewalt, die zunächst am Ausgangs- und Mittelpunkt der erzählten Lebensgeschichte steht, fächern sich durch die Lebensstationen Marquardts zahlreiche weitere Themen auf: Familie und zwischenmenschliche Beziehungen, Zuhälterei und Frauenfeindlichkeit können ebenso in die pädagogische Arbeit integriert werden wie die Rolle des (Kampf-)Sports, die selbstreflexive Infragestellung des eigenen Handelns und der eigenen Ideale oder die Frage nach dem Recht auf eine zweite Chance im Leben. Parallel dazu bietet die Gestaltung des Dokudramas Anlass, die für den Film essentiellen Verbindungen zwischen narrativer und ästhetischer Ebene aufzugreifen. Das Zusammenspiel von dokumentarischen Interview-Szenen und schablonenhaften Inszenierungen, die Farbwahl und Stilisierung oder das bedeutungskonstituierende Ineinandergreifen von Bild- und Tonebene können hier besprochen werden.

Veranstaltungen


mehr Info

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Haußmann, 23.03.2015, letzte Aktualisierung: 09.03.2016

Regie

Rosa von Praunheim

Buch

Nicolas Woche, Jürgen Lemke, Rosa von Praunheim

Darsteller/innen

Hanno Koffler, Andreas Marquardt, Luise Heyer, Marion Erdmann, Katy Karrenbauer, Rüdiger Götze, Ilse Amberger Bendin u.a.

Länge

94 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe und Schwarz-Weiß

FSK

ab 16 Jahre

Verleih

missingFILMs

Festivals

Berlinale 2015: Uraufführung Panorama Special

Impressum
Sitemap
Datenschutz