Filmplakat Hannah Arendt

Hannah Arendt

Deutschland, Frankreich, Israel 2012

1960 wird der NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Argentinien entführt und in Israel vor Gericht gestellt. Für das Magazin „The New Yorker“ reist die deutschstämmige Jüdin Hannah Arendt zu dem Prozess und ist überrascht, als sich der Angeklagte nicht als ein Monster oder kriminelles Genie, sondern als ein mittelmäßiger Bürokrat entpuppt.

Originaltitel

Hannah Arendt

Genre

Drama, Biopic

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Sozialkunde/ Politik, Philosophie, Religion/Ethik, Deutsch, Englisch

Themen

Biografie, Frauen, Deutsche Geschichte, Politik, Antisemitismus, Holocaust, Nationalsozialismus, Totalitarismus, Judentum, Israel, Werte

Kinostart

10.01.2013

Inhalt


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1960 wird der NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Argentinien entführt und in Israel vor Gericht gestellt. Für das Magazin „The New Yorker“ reist die deutschstämmige Jüdin Hannah Arendt zu dem Prozess und ist überrascht, als sich der Angeklagte nicht als ein Monster oder kriminelles Genie, sondern als ein mittelmäßiger Bürokrat entpuppt. In der Folge entstehen mehrere Artikel und schließlich ihr Buch „Eichmann in Jerusalem“, in dem sie von der „Banalität des Bösen“ spricht. Mit dieser These bringt sie die jüdische Gemeinde und auch enge Freunde gegen sich auf, die ihr eine Verharmlosung des Holocausts vorwerfen. In Zwischenszenen erzählt der Film von Arendts Zeit in Deutschland vor 1933 und ihrer Beziehung zu Martin Heidegger.

Umsetzung


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Ausgangspunkt der Handlung ist der Eichmann-Prozess in Jerusalem. Der Film benutzt hier zum Teil Originalmaterial, das geschickt in die Spielhandlung eingebaut wird. Hannah Arendts politisch-philosophischen Überlegungen teilen sich dem Zuschauer in Dialogen mit, die sie mit ihren engen Vertrauten, ihrem Mann Heinrich Blücher ihrer Freundin Mary McCarthy und ihrer Sekretärin Lotte Köhler führt. Dazwischen gibt es lange Passagen, die Arendt bei der Textarbeit oder beim Nachdenken zeigen, so dass auch der Zuschauer Zeit hat, über das Gehörte zu reflektieren. Kameraführung und Schnitt sind ruhig, in den sorgfältig komponierten und vornehmlich in Brauntönen gehaltenen Bildern fällt auf, dass großes Augenmerk auf eine stimmige Ausstattung gelegt wurde. Die Musik hält sich zurück und setzt nur gelegentlich Akzente. Getragen wird der Film in erster Linie von den überzeugenden Schauspielern, allen voran der beeindruckenden Barbara Sukowa.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film bietet sich natürlich als Ausgangspunkt an, sich mit Leben und Werk von Hannah Arendt auseinanderzusetzen. Darunter eher historisch ausgerichtete Arbeiten, z.B. zum Nationalsozialismus, oder „aktuelle“ Artikel und Texte zur Demokratie, Rechtsstattlichkeit und zur Freiheit. Anknüpfen kann man auch bei den Personen, die sie beeinflusst haben und/oder mit deren Werk sie sich auseinander gesetzt hat, z.B. Heidegger, Kant oder Sokrates. In diesem Zusammenhang kann man ebenfalls über die Leerstelle reflektieren, die die Vertreibung intellektueller und kultureller Eliten im Zuge der Machtergreifung 1933 in Deutschland hinterlassen hat. Durch den Eichmann-Prozess als zentrales Element der Handlung bietet sich der Film als Einstieg in den Themenkomplex “Drittes Reich/Nationalsozialismus“ und “Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ an. Dabei lässt sich leicht ein Bogen zum heutigen UN-Kriegsverbrechertribunal und dessen Sinn und Bedeutung schlagen.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Daniel Stümpfig, 28.11.2012, letzte Aktualisierung: 12.10.2016

Regie

Margarethe von Trotta

Buch

Pamela Katz, Margarethe von Trotta

Darsteller/innen

Barbara Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer, Julia Jentsch, Ulrich Noethen, Michael Degen, Nicholas Woodeson, Victoria Trauttmansdorff, Klaus Pohl, Friederike Becht, u.a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsch/englischer Fassung (teilweise mit Untertiteln)

Format

35mm, digital

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

NFP marketing & distribution*

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