Filmplakat Happy End

Happy End

Frankreich, Deutschland, Österreich 2017

„Rundherum die Welt und wir mittendrin, blind.“ So beschreibt der österreichische Regisseur Michael Haneke sein neues Drama. Angesiedelt im französischen Küstenort Calais zeichnet er in streng komponierten Einstellungen das Bild einer großbürgerlichen Unternehmerfamilie im Zerfall. Ein herausforderndes Werk um emotionale Kälte in unserer Gesellschaft, das durch seine Offenheit vielfältige Diskussionsansätze im Unterricht bietet.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Sozialkunde, Kunst, Französisch, Psychologie, Religion

Themen

Familie, Entfremdung, Werte, (französische) Klassengesellschaft, Flüchtlingskrise, Gewalt, filmisches Erzählen , Suizid

Kinostart

12.10.2017

Inhalt


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Es beginnt mit Handy-Aufnahmen, in der die zwölfjährige Ève die letzten Minuten ihres Hamsters filmt, dem sie zuvor Tabletten ins Essen gemischt hat. Aus dem Off kommentiert sie den Todeskampf. Mit einer Überdosis Tabletten wird kurz darauf auch ihre Mutter ins Krankenhaus eingeliefert. Ève zieht zu ihrem Vater nach Calais und wird damit Bestandteil einer durch ein großes Bauunternehmen zu Reichtum gelangten Großfamilie. Sie erlebt, dass die Familie zwar wohlhabend und gebildet, aber emotional unfähig ist. Die Tante eine kalte Firmenchefin, ihr Sohn ein undiplomatischer Choleriker mit Alkoholproblemen, Èves Vater zur Liebe unfähig und der Großvater scheitert bei seinen Versuchen, aus dem Leben zu scheiden. Die emotionale Kälte innerhalb der Familie findet ihre Fortsetzung im Verhältnis zur Außenwelt: die Verbindungen zur Gesellschaft sind geprägt von Rationalität und Geschäftssinn; einzig auf den eigenen Vorteil bedacht, ohne Mitgefühl für die Situation der Anderen. Oder wie Regisseur Michael Haneke es formuliert: „Rundherum die Welt und wir mittendrin, blind“.

Umsetzung


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Der neue Film des preisgekrönten österreichischen Autorenfilmers Michael Haneke folgt in vielerlei Hinsicht Themen und filmischen Leitmotiven seiner bisherigen Werke, von „Bennys Video“ über „Caché“ bis hin zu „Liebe“. In einer Mischung aus Drama und Farce folgt der Regisseur elliptisch erzählend den Mitgliedern der Familie und inszeniert sie in distanzierten Bildern. Bemerkenswert ist vor allem die statische Kamera, die häufig ganze Sequenzen aus einer entfernen Position betrachtet, und damit dem Zuschauer die Einordnung des Geschehens überlässt. In diesem Zusammenhang ebenfalls auffällig ist der zurückhaltende Einsatz von Musik, die nur dann einsetzt, wenn sie auch von den Figuren selbst gehört wird. Schüler/innen, die eine konventionell erzählte Genre-Geschichte erwarten, sollten auf diese typischen Merkmale von Haneke-Filmen vorbereitet werden.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Für eine anspruchsvolle filmpädagogische Arbeit im Oberstufenunterricht ergibt „Happy End“ durch seine Offenheit zur Interpretation und die herausfordernde Inszenierung vielfältige Anknüpfungspunkte. Ausgehend von den spontanen Reaktionen der Schüler/innen können die Themen besprochen werden, die ihrer Meinung nach vorrangig sind. Im Deutschunterricht lohnt eine Figurenanalyse der Familie, auf der basierend eine Auseinandersetzung mit der filmischen Form und insbesondere der Inszenierung emotionaler Kälte geschehen kann. Der Schauplatz des Films, die mit der Flüchtlingskrise auf besondere Weise konfrontierte Hafenstadt Calais, ermöglicht eine Diskussion darüber, welche Haltung Michael Haneke mit seinem Film zur Flüchtlingskrise einnimmt. Dabei gilt es, ethisch-moralische als auch politische Implikationen des Films herauszuarbeiten. Zugleich ergeben sich Diskussionsmöglichkeiten, auf welche klassenkulturellen Unterschiede in der französischen Gesellschaft der Film Bezug nimmt.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Michael Jahn, 06.10.2017, letzte Aktualisierung: 06.10.2017

Regie

Michael Haneke

Buch

Michael Haneke

Darsteller/innen

Isabelle Huppert, Jean-Louis Trintignant, Mathieu Kassovitz, Fantine Harduin, Franz Rogowski, Laura Verlinden u. a.

Länge

107 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung (auch mit deutschen Untertiteln); barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

X-Verleih

Festivals

Internationale Filmfestspiele Cannes 2016: Wettbewerb

Impressum
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