Filmplakat zu "Heidi"

Heidi

Deutschland, Schweiz 2014

Die neuste „Heidi“-Verfilmung rückt bei aller Romantisierung des naturverbundenen Landlebens auf der Alm auch das entbehrungsreiche Leben der Bauern in den Blick, das im Kontrast zum Großbürgertum aus Frankfurt gezeigt wird. So gelingt Regisseur Alain Gsponer eine unter anderem mit Bruno Ganz stark besetzte Realverfilmung rund um die Themen Heimat, Kindheit und Familie, die den 125 Jahre alten Stoff für ein zeitgenössisches Publikum in Szene setzt.

Originaltitel

Heidi

Genre

Literaturverfilmung , Kinderfilm

Klassenstufe

ab 2. Klasse

Altersempfehlung

ab 7 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Sachkunde, Erdkunde, Lebenskunde, Religion

Themen

Heimat, Erziehung, Heimweh,  Rebellion, Freundschaft, Behinderung,  Land-Stadt-Konflikt, Kindheit, Mädchen, Literaturverfilmung

Kinostart

10.12.2015

Inhalt


mehr Info

Das 9-jährige Waisenmädchen Heidi will auf keinen Fall ins Waisenhaus abgeschoben werden. Dafür nimmt die Frohnatur sogar die Gesellschaft ihres grantigen Großvaters in Kauf, den alle im Dorf nur Alm-Öhi nennen. Der Einsiedler will die unerwünschte Enkelin zunächst schnellstmöglich dem Dorfpfarrer überantworten. Mit ihrer natürlichen und offenen Art erweicht Heidi jedoch das Herz des Alten und knüpft zudem eine Freundschaft mit dem gleichaltrigen Geißenpeter, der den Frust über den Rohrstock des Lehrers schon mal an seinen Ziegen auslässt. Doch dann vermittelt Heidis Tante Dete das Waisenkind an die wohlhabende Familie Sesemann aus Frankfurt, die eine Spielgefährtin für die gehbehinderte Klara sucht. Die stickige Großstadt und die strenge großbürgerliche Etikette erdrücken Heidi, deren Sehnsucht nach der Alm sich bald sogar in einer Krankheit manifestiert.

Umsetzung


mehr Info

Es ist nicht übertrieben, „Heidi“ als ein nationales Kulturgut der Schweiz zu bezeichnen. Die Romane „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ (1879) und „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“ (1880) der Autorin Johanna Spyri wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt und erfuhren eine rege weltweite Rezeption. Der schweizerisch-deutsche Regisseur Alain Gsponer widmet dem bereits mehrfach adaptierten Stoff nun eine weitere, sorgsam ausgestattete Realverfilmung. Anders als manch andere „Heidi“-Adaption durchsetzt Gsponer die Romantisierung des Berglebens mit einer Prise Sozialrealismus, die das karge Leben der Almbewohner um 1900 bebildert. Im deutlichen Kontrast zur Landbevölkerung steht das Großbürgertum aus Frankfurt, das den Stadt-Land-Konflikt der Geschichte auch im Unterschied zwischen Arm und Reich verortet. Ein Pluspunkt der Neuverfilmung ist die bis in die Nebenrollen starke Besetzung mit Anuk Steffen als Heidi, Bruno Ganz als Alm-Öhi oder Katharina Schüttler als strenge Gouvernante Fräulein Rottenmeier.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Zunächst bietet die neue Verfilmung einen Vergleich mit den Romanvorlagen und weiteren Adaptionen des Stoffs an. Eine vergleichende Betrachtung kann auch eine intermediale Perspektive einnehmen, da „Heidi“ nicht nur als Stumm-, Schwarzweiß- und Farbfilm adaptiert wurde, sondern auch im Serienformat, als Comic, Hörspiel und Musical. Eine Filmanalyse kann die Mittel herausarbeiten, mit denen der Film das Land und die Stadt als Gegensatzpaar inszeniert. Auf der Alm dominiert die mit Freiheit assoziierte Weite des Blicks, während das Stadtleben in engen Gassen und hinter verschlossenen Fenstern stattfindet. So ist es nicht verwunderlich, dass Heidi bald ein starkes Heimweh entwickelt. Anhand des Schicksals des Waisenmädchens können die Schüler/innen auch von eigenen Erfahrungen berichten, wenn sie sich zum Beispiel nach einem Schulwechsel oder Umzug in der neuen Umgebung fremd gefühlt haben. Auch als Leseanfängerin bietet sich Heidi als Identifikationsfigur an. So kann mit den Kindern über ihr Lieblingsbuch gesprochen werden und darüber, welche Bedeutung das Lesen und Schreiben in ihrem Leben hat.

Veranstaltungen


mehr Info

Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 26.11.2015, letzte Aktualisierung: 29.09.2016

Regie

Alain Gsponer

Buch

Petra Biondina Volpe nach den Romanen von Johanna Spyri

Darsteller/innen

Anuk Steffen, Bruno Ganz, Katharina Schüttler, Jella Haase, Hannelore Hoger, Maxim Mehmet, Peter Lohmeyer, Isabelle Ottmann u.a.

Länge

110 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

StudioCanal

Impressum
Sitemap