Filmplakat zu "Heil"

Heil

Deutschland 2015

Nazi-Alarm in Prittwitz: Ein afrodeutscher Autor auf Lesereise wird nach einem Angriff zum Sprachrohr der rechten Schläger. Seine „neuen Thesen“ erschüttern die Republik. Was als simple Persiflage auf dumme Nazis beginnt, entwickelt sich unter der Regie von Dietrich Brüggemann („Kreuzweg“) zur provokanten Satire auf den deutschen Medienbetrieb und eine verwahrloste Debattenkultur. Aber auch Politik, Justiz, Verfassungsschutz und Antifa bekommen ihr Fett weg.

Originaltitel

Heil

Genre

Komödie

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Sozialkunde, Geschichte,  Kunst

Themen

Rechtsextremismus, Rassismus, Gewalt, Medien, Geheimdienste, Ideologie, Politik, Popkultur, Deutsche Geschichte

Kinostart

16.07.2015

Inhalt


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Im ostdeutschen Provinznest Prittwitz geben Neonazis den Ton an. Vom ums Image besorgten Bürgermeister „demokratisch integriert“ und vom naiven Verfassungsschutz finanziell gut versorgt, genießen sie völlig freie Hand. Als der afrodeutsche Autor Sebastian Klein hier auf einer Lesereise Station macht, wird er umgehend verprügelt. Doch ein Schlag auf den Hinterkopf hat seltsame Folgen: Der „berühmte Integrationsbuchautor aus Berlin“ verliert sein Gedächtnis und spricht die rechten Parolen der Schläger willenlos nach. Ein Schwarzer auf unserer Seite? Nazi-Anführer Sven wittert seine Chance, platziert sein populäres Opfer in allen Medien und plant bereits den Überfall auf Polen. Können die demokratischen Kräfte – der einsame Dorfpolizist Sven und Kleins hochschwangere Freundin Nina – das Schlimmste verhindern?

Umsetzung


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Auf eine plausible Handlung verzichtet Dietrich Brüggemann, Regisseur dieser beißenden Satire, ganz bewusst. Zu verrückt ist eine Wirklichkeit, in der vom Staat ausgehaltene Neonazis mit ihren Aktionen die Themen setzen. Ausländer, Patriotismus, Kriminalität – als Gast und Gesprächsthema zahlloser Talkshows erntet der gehirngewaschene Autor begeisterten Applaus. In gekonnten Parodien nimmt Brüggemann die Sprechblasenrhetorik solcher Formate pointiert aufs Korn und hält dem bürgerlichen Medienbetrieb den Spiegel vor: Von streng politisch-korrekt bis polemisch wird über alles debattiert, nur von den Nazis redet niemand. Die eher assoziative als logische Montage der Ereignisse setzt konsequent auf Slapstick: tumbe Nazis treten sich mit ihrem Geltungsdrang gegenseitig auf die Füße, der Verfassungsschutz bezieht seine Informationen aus dem Internet, die Antifa verheddert sich in sinnlosen Diskussionen. Die Tonlage des Humors pendelt dabei verwegen zwischen albern, absurd und resignativ.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Bei aller Unübersichtlichkeit ist Brüggemanns Auseinandersetzung mit ernsten Themen klar erkennbar: die NSU-Morde und das Mitwissertum sogenannter V-Leute, das Versagen politischer Institutionen bei der Verfolgung rechtsextremer Strafftaten sowie die medialen Diskussionen um „Ausländerkriminalität“ und „Islam“ bilden den Hintergrund seiner Satire. Um diese formal und inhaltlich zu verstehen, ist eine Erörterung der klassischen satirischen Mittel im Unterricht unabdingbar. Überzeichnung, uneigentliches Sprechen und das Spiel mit Klischeevorstellungen aller Seiten sind künstlerische Strategien, die sich hier von Szene zu Szene analysieren lassen. Im Vergleich mit der politisch-medialen Wirklichkeit lässt sich anschließend diskutieren, inwiefern der Filmemacher pauschalisiert oder den Nagel auf den Kopf trifft.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

Film Tipp Heil.pdf

Autor: Philipp Bühler, 28.06.2015, letzte Aktualisierung: 10.01.2019

Regie

Dietrich Brüggemann

Buch

Dietrich Brüggemann

Darsteller/innen

Benno Fürmann, Jerry Hoffmann, Liv Lisa Fries, Jacob Matschenz, Jörg Bundschuh, Anna Brüggemann,  Daniel Zillmann u.a.

Länge

104 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

X-Verleih

Festivals

Filmfest München 2015; Internationales Filmfestival Karlovy Vary 2015; Jerusalem Film Festival 2015

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