Hüterin der Wahrheit, Polyband Medien

Hüterin der Wahrheit

Dänemark, Norwegen, Tschechische Republik, Island 2015

Schau mir in die Augen – und ich sag dir, wer du bist. Aus dieser simplen Prämisse stricken die Romanautorin Lene Kaaberbøl, der Drehbuchautor Anders Thomas Jensen und der Regisseur Kenneth Kainz einen vielschichtigen, nicht gerade zimperlichen Jugend-Fantasyfilm, der klassische Coming-of-Age-und Märchen-Motive mit zeitgenössischen Schauwerten verbindet. So avanciert „Die Hüterin der Wahrheit“ zu einem weiteren Exempel für die hohe Qualität des skandinavischen Kinder- und Jugendfilms.

Originaltitel

Skammerens Datter

Genre

Literaturverfilmung, Fantasy, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Kunst, Geschichte

Themen

Abenteuer, Mittelalter, Gerechtigkeit, Macht/Machtgefüge, Außenseiter, Mädchen, Erwachsenwerden, Individuum (und Gesellschaft), Literaturverfilmung, Mythologie

Kinostart

25.02.2016

Inhalt


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Melussina und ihre Tochter Dina verfügen als „Beschämerinnen“ über eine so seltene wie mächtige Gabe: Die „Hexen“ können tief in die Seelen der Menschen blicken und deren geheimste Schamgefühle und Sünden erkennen. Entsprechend gefürchtet und unbeliebt sind die Seherinnen bei den meisten Menschen. Auch Dina bekommt die Ablehnung gleichaltriger Dorfmädchen deutlich zu spüren. Als der König, dessen Gemahlin und der zweitgeborene Sohn auf Schloss Dunark ermordet werden, soll Melussina als Beschämerin ermitteln, ob der verdächtigte Prinz Nicodemus tatsächlich der Schuldige ist. Weil ihre Entlastung dem Thronfolger Drakan missfällt, soll Dina ihre noch unerforschte Fähigkeit zum Beschämen ebenfalls anwenden. Bald stellt sich heraus, dass Fürst Drakan selbst der Königsmörder ist und Dina und ihre Mutter geraten in Lebensgefahr.

Umsetzung


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„Die Hüterin der Wahrheit“ beginnt als Coming-of-Age-Außenseiterdrama, schreitet als Mittelalterkrimi voran und avanciert schließlich zum Fantasyfilm und Historiendrama. In seiner Adaption des Jugendromans von Lene Kaaberbøl verbindet der dänische Regisseur Kenneth Kainz die Schauwerte eines Mittelalter-Märchens mit einem starken erzählerischen Kern. Das Drehbuch von Anders Thomas Jensen spitzt die Konflikte der Figuren effektiv zu und schafft die Grundlage für ein dynamisch inszeniertes Abenteuer. Der einnehmende Musik-Score von Jeppe Kaas und das hervorragende Ensemble tragen das Übrige zum Gelingen der aufwändigen dänischen Großproduktion bei. Die für einen Jugendfilm hohe Sterberate und die bärbeißige Darstellung der Gewaltherrschaft empfehlen den Film für Zuschauer/innen ab 14 Jahren.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Was auf den ersten Blick wie eine weitere Teenager-Fantasy-Verfilmung aus der Retorte aussieht, entpuppt sich als multithematisches Jugendabenteuer, das bei aller Fantastik eine wahre Geschichte erzählt: In den Augen der Menschen spiegelt sich alles. Hier könnte ein Diskurs im Unterricht einhaken und das in Literatur und Kunst vielfach variierte Motiv der Augen als „Fenster zur Seele“ erörtern. Das geschickt eingeführte Motiv des Beschämens kann z.B. ein Gespräch über die fundamentalen menschlichen Gemütszustände Angst und Scham anregen. Die höfischen Intrigen und politischen Ränkespiele erweisen sich als Parabel auf ein Unrechtsregime, das das Volk mittels Angst und Drohungen unterjocht. Mit Blick auf die filmische Gestaltung kann besprochen werden, mit welchen Mitteln Kainz die erzählerischen Ebenen untereinander verknüpft. Ein zentrales Bindeglied ist die Heldin Dina, die peu à peu in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt. Eine Bildanalyse im Kunstunterricht kann klären, in welcher Weise die dunklen, erdigen Farben den Plot konturieren und ästhetisch vermitteln.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 01.02.2016, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Kenneth Kainz

Buch

Anders Thomas Jensen nach dem Roman von Lene Kaaberbøl

Darsteller/innen

Jakob Oftebro, Allan Hyde, Maria Bonnevie, Roland Møller, Søren Malling, Peter Plaugborg, Olaf Johannessen u.a.

Länge

96 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, dänische Fassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Polyband Medien

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