Filmplakat I Am Not Your Negro

I Am Not Your Negro

USA, Frankreich 2017

Mit einem brillanten Filmessay ehrt Regisseur Raoul Peck den afroamerikanischen Schriftsteller James Baldwin (1924 - 1987) und belegt dessen noch immer aktuelle Thesen mit spektakulärem Bildmaterial. Warum mussten die Bürgerrechtsikonen Malcom X und Martin Luther King sterben? Welche desaströsen Mechanismen bedingen den amerikanischen Rassismus? Als Textquelle der Kompilation dienen ausschließlich Originalzitate, in der englischen Originalversion eingesprochen von Hollywoodstar Samuel L. Jackson.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Englisch, Politik, Sozialwissenschaften, Ethik, Philosophie, Deutsch, Kunst

Themen

Rassismus, USA, Gewalt, Identität, Psychologie, Widerstand, Sprache, Filmgeschichte

Kinostart

30.03.2017

Inhalt


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Der amerikanische Schriftsteller James Baldwin zählte zu den bedeutendsten Intellektuellen seiner Zeit. Ein Leben lang beschäftigte er sich mit Fragen von Rassismus, Sexualität und Identität, oft vermischte er seine scharfsinnigen Analysen der amerikanischen Gesellschaft mit persönlicher Erfahrung. In seinem Filmessay untermauert Regisseur Raoul Peck Zitate Baldwins mit teils spektakulärem Archivmaterial. So sieht man neben den bekannten Ikonen der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre auch die erschreckend hasserfüllten Proteste Weißer gegen staatliche Einschulungsprogramme zugunsten von Afroamerikanern/innen. Eine Grundthese Baldwins lautet: Der Rassismus der weißen Bevölkerungsmehrheit beruht, neben Ignoranz und Gleichgültigkeit, vor allem auf Angst.

Umsetzung


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Sein Buch „Remember this House“ über die mit ihm befreundeten Bürgerrechtler Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers – alle drei wurden ermordet – konnte Baldwin zu Lebzeiten nicht fertigstellen. Nun dient es als Hauptquelle für die im Film verwendeten Zitate. Die begleitende Bildauswahl beschränkt sich nicht auf illustrierendes Nachrichtenmaterial oder Fernsehauftritte Baldwins, der als zugleich scharfzüngiger und sanftmütiger Redner sein Publikum in den Bann zog. Einen weiteren wichtigen Baustein bilden dessen Überlegungen zum Hollywoodfilm: Warum kamen Schwarze darin kaum vor? Warum identifizierte er sich nicht mit dem strahlenden Westernhelden John Wayne, sondern mit den von diesem totgeschossenen Indianern? So erzeugen die gezeigten Filmausschnitte und Baldwins Kommentar oft bittere Kontraste. Wie beiläufig eingestreute Beispiele heutiger Diskriminierung und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner/innen belegen darüber hinaus die ungebrochene Kontinuität rassistischen Alltags.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Als Einstieg zur Geschichte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung liefert der Film eine Fülle von Material. Diskutiert werden können zum Beispiel die anfangs konträren Positionen von Martin Luther King und Malcolm X zum gewaltlosen Widerstand. Zur weiteren Analyse lohnt ein Blick auf die Biografie des in Haiti geborenen Filmemachers Peck, der in Baldwin ohne Zweifel ein Vorbild sieht. Was macht dessen Thesen, im Kontext von Postkolonialismus und Globalisierung, aktuell? Der filmgeschichtliche Teil bietet darüber hinaus an, stereotype Darstellungen von Minderheiten in heutigen Filmen zu diskutieren – ob im Hollywood Kino oder dem deutschem Film.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Philipp Bühler, letzte Aktualisierung: 01.03.2017

Regie

Raoul Peck

Buch

James Baldwin

Darsteller/innen

Mitwirkende: James Baldwin, Martin Luther King, Malcolm X, Sidney Poitier, Harry Belafonte, John Wayne, Doris Day u.a.; Sprecher der engl. Originalfassung: Samuel L. Jackson, Sprecher der deutschen Fassung: Sammy Deluxe

Länge

95 Min

Sprachfassung

englische Originalfassung, deutsche Fassung

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Edition Salzgeber

Festivals

Berlinale 2017: Panorama Publikumspreis; nominiert für den Oscar 2017 für den Besten Dokumentarfilm

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