Filmplakat zu "Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen"

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen

Deutschland, Schweiz, 2010

"Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen" ist ein bemerkenswerter Dokumentarfilm, der das Zusammenleben von sechs christlichen Konfessionen in der Grabeskirche in Jerusalem schildert. Regisseur Schomerus entfaltet behutsam den jahrhundertealten Konflikt zwischen den Glaubensgemeinschaften mit eindrucksvollem Feingefühl für eine angemessene Bild- und Tonsprache. Ein aufschlussreiches und nachdenklich stimmendes Filmdokument.

Originaltitel

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Religion/Ethik, Sozialkunde, Geschichte

Themen

Religion/Religiosität, Toleranz, Individuum und Gesellschaft, Geschichte

Kinostart

25.03.2010

Inhalt


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In der anno 325 errichteten Grabeskirche in Jerusalem teilen sich sechs christliche Konfessionen das Hausrecht: griechisch-orthodoxe Christen, römisch-lateinische Franziskaner, syrische Christen, armenische Christen, äthiopische Abessinier und ägyptische Kopten. Der seit der osmanischen Zeit bestehende Verhaltenskodex ermöglicht eine Verständigung, bewirkt aber nicht immer ein Verständnis für die anderen Glaubensgemeinschaften. Vielmehr wachen die Geistlichen hartnäckig über die ihnen zugeteilten zeitlichen und räumlichen Anteile.

Umsetzung


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Regisseur Hajo Schomerus ist eine aufschlussreiche Dokumentation der heiligsten christlichen Stätte gelungen. Insbesondere die Bildsprache ist beeindruckend: einerseits befindet sich die Kamera mitten im dichten Gedränge von Pilgern und Touristen, andererseits fotografiert sie in ruhigen Einstellungen die Innenräume der Kirche und die darin lebenden Geistlichen. Schomerus beobachtet traditionelle Rituale, wobei er stets eine angemessene Nähe, respektive Distanz wählt. Schomerus lässt die Bilder für sich sprechen, wählt lange Einstellungen und provoziert den Zuschauer zum Nachdenken. Auch der Verzicht auf einen Voice-over-Kommentar ist diesem Anliegen zuträglich. Die Montage von Interviews, Prozessionen, Zeremonien und Liturgien spiegelt das menschliche Mit- und Gegeneinander präzise wieder. Zudem wird auf der Tonspur ein Wechselspiel von geräuschstarken Gesängen und Gebeten sowie eindringlichen Momenten der Stille entfaltet.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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In Schomerus Film wird ein heiliger Ort zum emotionalen Brennpunkt religiöser Leidenschaft. Neben sozialen Fragen bezüglich des Mit-, respektive Gegeneinanders lassen sich religionsgeschichtliche Aspekte erörtern. Insbesondere die Konflikte zwischen unterschiedlichen Religionen und Konfessionen sowie die individuelle Auslegung heiliger Schriften einerseits und Reglementierungen andererseits kann interessante Anknüpfungspunkte bieten. Zudem bietet sich der Film als Grundlage für ein Gespräch mit Schülern über die ihnen bekannten Formen dokumentarischen Arbeitens an.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Carsten Siehl, 26.02.2010, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Hajo Schomerus

Buch

Hajo Schomerus

Darsteller/innen

Mitwirkende: Vater Afrayem Elorashalimy (Äthiopischer Mönch), Bruder Jayaseelan (Indischer Franziskaner Mönch), Vater Samuel Aghoyan (Armenischer Mönch), Abuna Gebreselassie Tesfa (Ägyptischer Mönch), Patriarch Theophilos III. (Griechischer Mönch), Pater Robert Jauch (Franziskaner aus d. Rheinland), Wajeeh Y. Nusseibeh (Muslimischer Türwächter), Abdilkadr Joudeh (Muslimischer Schlüsselhalter)

Länge

89 Min

Sprachfassung

Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

35mm

FSK

ohne Altersbeschränkung

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

X-Verleih

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