Filmplakat zu "Im Labyrinth des Schweigens"

Im Labyrinth des Schweigens

Deutschland 2013/2014

Deutschland 1958: Der Staatsanwalt Johann Radmann stößt auf den Fall eines Auschwitz-Überlebenden, der in einem Lehrer seinen ehemaligen Aufseher erkennt. Die Justiz verweigert zunächst die Annahme der Anzeige. Je mehr sich die fiktive Figur Radmann mit dem Fall beschäftigt, umso mehr stößt er auf ein „Labyrinth des Schweigens“. Äußerst spannend und emotional verdichtet erzählt der gleichnamige Film den historischen Hintergrund der Ausschwitz-Prozesse.

Originaltitel

Im Labyrinth des Schweigens

Genre

Drama, Historienfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, Deutsch, Ethik, Religion

Themen

Deutsche Geschichte, Holocaust, Ethik, Recht und Gerechtigkeit, Gesellschaft, Generationen

Kinostart

06.11.2014

Inhalt


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Deutschland 1958: Der junge Staatsanwalt Johann Radmann stößt durch den Journalisten Thomas Gnielka auf den Fall eines Auschwitz-Überlebenden, der in einem Lehrer seinen ehe¬maligen Aufseher erkennt. Die Justiz verweigert zunächst die Annahme der Anzeige. Je mehr sich Radmann in den Fall vertieft, desto dichter wird das Geflecht von Verdrängung und Verleugnung. Nur Generalstaatsanwalt Fritz Bauer unterstützt ihn. Bauer möchte die in Ausschwitz begangenen Verbrechen seit langem an die Öffentlichkeit bringen, für eine Anklage fehlten ihm bisher jedoch gerichtsfeste Beweise. Durch akribische Recherche und gegen die sich wiederholenden gesellschaftlichen und polit¬ischen Widerstände bringen Radmann, Bauer und ihre Mitarbeiter schließlich den ersten Auschwitz-Prozess ins Rollen.

Umsetzung


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Giulio Ricciarelli schuf mit seinem Spielfilmdebüt einen spannenden und emotional aufreibenden Geschichtsfilm. Historisch genau und schauspielerisch überzeugend zeichnet “Im Labyrinth des Schweigens“ einen der zentralen Wendepunkte in der Aufarbeitung der Deutschen Geschichte nach. Dabei entschieden sich die Macher bewusst für einen Unterhaltungsfilm, „der einerseits die entscheidenden Tatsachen beibehält, andererseits das Geschehen aber auch emotionalisiert“ (Uli Putz, Produzentin). Dieser Idee folgend ist die Form des Films eine Mischung aus historischen Tatsachen und fiktiver Handlung: So entstand die Hauptfigur Radmann aus der Verdichtung dreier damaliger, die Ermittlung durchführender Staatsanwälte. Die Figur des Generalstaatsanwalts Bauer dagegen ist real, wie auch die des Journalisten Gnielka. Im Zentrum des Films steht nicht der juristische Prozess als solcher, sondern das Innenleben der Protagonisten.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Über die Entwicklung des jungen und unerfahrenen Staatsanwalts Radmann bieten sich leicht Zugänge für die jungen Zuschauer/innen: Radmanns Schwarz-Weiß-Denken gerät im Verlauf der Handlung zunehmend ins Wanken. Die vormals festen Grenzen von „Schuld, Halbschuld  und Unschuld“ – so Fritz Bauer im Gespräch mit Radmann –  verwischen zunehmend und verlieren so immer mehr an Bedeutung gegenüber dem Bedürfnis, gegen das Verdrängen, Verklären und Vergessen zu arbeiten. “Im Labyrinth des Schweigens“ wirft sehr viel mehr Fragen über die Aufarbeitung von Geschich¬te auf als er Antworten gibt. Damit regt der Film intensiv zum Gespräch über die deutsche Vergangenheitsbewältigung an, über die gesellschaftlichen und politischen Strukturen der 50er Jahre in Westdeutschland sowie zum Nachdenken über den eigenen Begriff von Verantwortung und Schuld.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Sarah Lieb, 11.09.2014, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Giulio Ricciarelli

Buch

Elisabeth Bartel, Giulio Ricciarelli

Darsteller/innen

Alexander Fehling, André Szymanski, Gert Voss, Friederike Becht, Johann von Bülow u.a.

Länge

123 Min

Sprachfassung

deutsch

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Universal Pictures Germany

Festivals

Toronto International Film Festival 2014;Zürich Film Festival 2014

Impressum
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