Filmplakat zu Im Spinnwebhaus

Im Spinnwebhaus

Deutschland 2015

Der zwölfjährige Jonas springt ein, wenn es Mutter Sabine mit dem neunjährigen Nick und der vierjährigen Miechen zu viel wird. Schließlich bittet Sabine Jonas darum, übers Wochenende auf die Geschwister aufzupassen, da sie auf dem "Sonnenberg" ihre "Dämonen" bekämpfen will. Zunächst genießen die Kinder das Abenteuer. Als die Mutter jedoch nicht zurückkehrt, fällt es Jonas immer schwerer, den Schein zu wahren. In der Schule und im Kindergarten muss er bohrende Fragen abwehren, zudem geht ihm langsam das Geld aus.

Genre

Drama, Fantasy

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Psychologie, Kunst

Themen

Kindheit/Kinder, Familie, Krankheit, Psychiatrie, Alltag, Erwachsenwerden, Verantwortung, Märchen, Fantasie

Kinostart

31.03.2016

Inhalt


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Der zwölfjährige Jonas springt ein, wenn es Mutter Sabine mit dem neunjährigen Nick und der vierjährigen Miechen zu viel wird. Schließlich bittet Sabine Jonas darum, übers Wochenende auf die Geschwister aufzupassen, da sie auf dem "Sonnenberg" ihre "Dämonen" bekämpfen will. Zunächst genießen die Kinder das Abenteuer. Als die Mutter jedoch nicht zurückkehrt, fällt es Jonas immer schwerer, den Schein zu wahren. In der Schule und im Kindergarten muss er bohrende Fragen abwehren, zudem geht ihm langsam das Geld aus. Einen Verbündeten findet er in einem seltsamen jungen Mann, der sich Felix, Graf von Gütersloh nennt. Von ihm lernt er, wie man sich ohne Bezahlung Nahrungsmittel aus Containern beschafft. Die Kinder driften zunehmend in eine Fantasiewelt ab und verwahrlosen. Nach einem Unfall und der Entdeckung, was hinter den Dämonen der Mutter steckt, wird ihre Situation lebensbedrohlich.

Umsetzung


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Die Geschichte wird konstant aus Sicht der Kinder erzählt. Viele Groß-, Nah- und Detailaufnahmen ziehen in ihre (Gefühls-)Welt hinein und zeigen sie als eingeschworene aber isolierte Gemeinschaft. Den Härten, denen sie ausgesetzt sind, stellen sie ihre gegenseitige Liebe, Fürsorge und Solidarität entgegen. Ausstattung, Kameraführung und Lichtgestaltung lassen diese kindliche Welt voller Zauber und Fantasie entstehen. Spinnweben als Zeichen der Verwahrlosung werden im Licht der Kamera zu etwas Schönem, das Geborgenheit spendet. Verstärkt wird der Verfremdungseffekt dadurch, dass der Film in Schwarz-Weiß gedreht ist. Licht und Schatten geben die Stimmung der Figuren wider, je ernster ihre Lage wird, desto dunkler wird es um sie. In seiner leicht verklärten, märchenhaften Form vermittelt das Drama traumatisierende Themen wie die psychische Erkrankung der Mutter, ihr Fortgehen, Verlassenheit und Überlebenskampf der Kinder auch einem jüngeren Publikum vergleichsweise schonend.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Im Deutschunterricht lässt sich anhand der Darstellung, Figuren und Symbole im Film über charakteristische Merkmale der Gattung Märchen reden. Zudem kann man die Stilmittel herausarbeiten, die das Drama in die Nähe des Fantasy-Films rücken, wobei analysiert werden sollte, wo und weshalb es vom Genre abweicht. Die Geschichte lehnt sich an eine wahre Begebenheit an. In diesem Zusammenhang bietet es sich an, über die Figur der Mutter, ihre Beweggründe und Probleme zu diskutieren wie auch über den abwesenden Vater, der seiner Rolle ebenfalls nicht gerecht wird. Dabei steht auch die Frage im Raum, warum die Kinder ihr Umfeld als Bedrohung für ihre Gemeinschaft wahrnehmen und nicht als Hilfe. Wie werden die Erwachsenen dargestellt? Nicht zuletzt geht es darum, wie die drei Geschwister die depressive Erkrankung ihrer Mutter wahrnehmen. Wie erklären sie sich das Verhalten der Mutter, wie gehen sie damit um und welche Auswirkungen hat Sabines Depression auf die Kinder?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Melanie Dorda, Dieser Text ist eine Übernahme von kinofenster.de, 09.01.2019, letzte Aktualisierung: 09.01.2019

Regie

Mara Eibl-Eibesfeldt

Buch

Johanna Stuttmann

Darsteller/innen

Ben Litwinschuh, Helena Pieske, Lutz Simon Eilert, Sylvie Testud, Ludwig Trepte, Matthias Koeberlin u.a.

Länge

89 min.

Sprachfassung

dt.F.

Format

Digital, Schwarzweiß

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

missingFILMs

Festivals

Biberacher Filmfestspiele 2015: Preis der Kinder-Jury; Prix Europa 2015: Best European TV Drama

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