Filmplakat zu "Iraqi Odyssey"

Iraqi Odyssey

Schweiz, Deutschland, Irak 2015

Der im Irak geborene Schweizer Filmemacher Samir begibt sich für seine Familienchronik auf die Spuren seiner auf der ganzen Welt verstreuten Verwandten. In langen Gesprächen deckt er stückweise eine komplexe Familiengeschichte in der Diaspora auf, die eng mit der Geschichte seines Geburtslandes verbunden ist. So erweist sich sein Dokumentarfilm auch als faszinierende Chronik des Irak, der bis zur Machtergreifung der Baath-Partei in den Sechziger Jahren eine fortschrittliche, weltoffene Kulturnation war.

Originaltitel

Iraqi Odyssey

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Politik, Sozialkunde, Religion

Themen

Biografie, Familie, Islam, Heimat, kulturelle Identität, Geschichte, Exil, Emanzipation, Migration, Gemeinschaft

Kinostart

14.01.2016

Inhalt


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Samir, Regisseur der Familienchronik „Iraqi Odyssey“, zog in den Sechziger Jahren mit seinen Eltern aus dem Irak in die Schweiz, der Heimat der Mutter. Samirs Eltern waren nicht die einzigen aus der Jamal-Aldin-Familie, die ihrem Land nach der Machtergreifung durch die faschistische Baath-Partei den Rücken kehren mussten – aus Furcht vor politischer Verfolgung. Heute leben die Jamal Aldins in alle Winde verstreut, der Kontakt untereinander ist sporadisch. Für seinen Dokumentarfilm hat Samir einige von ihnen an ihren Wohnorten aufgesucht, um mit den Verwandten Familienerinnerungen auszutauschen und zu ergründen, warum der Irak, einst eine fortschrittliche Kulturnation im Herzen der islamischen Welt, heute eine von Bürgerkriegen und Armut zerrissene Nation ist. Seine Recherchen und Interviews fördern eine komplizierte Familiengeschichte zutage – und die nicht minder vertrackte Geschichte seines Heimatlandes, das im 20. Jahrhundert zum politischen Spielball der Weltmächte wurde.

Umsetzung


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Der Schweizer Filmemacher Samir hat sich mit seinem Dokumentarfilm viel vorgenommen, doch der persönliche Zugang erleichtert es Schülerinnen und Schülern auch ohne tiefere Vorkenntnisse, in die Geschichte seiner Familie und seines Landes einzutauchen. Die Vielzahl an Namen und historischen Ereignissen erfordert zu Beginn erhöhte Aufmerksamkeit. Allerdings greift Samir auf einige schöne filmische Stilmittel zurück, um den Film zu strukturieren. Den Familienstammbaum stellt er als dreidimensionale Struktur dar (in einer Langfassung tatsächlich in 3D umgesetzt), in dem die Kamera seine jeweiligen Gesprächspartner ansteuert. Die Interviews finden teilweise im Studio vor schwarzem Hintergrund statt, ihnen stellt Samir – nicht ohne Humor – Filmszenen, aber auch alte Familienfilme, Nachrichtenbilder und erstaunliche Archivaufnahmen aus der Blütezeit der irakischen Moderne gegenüber, in der religiöse und säkulare Strömungen nebeneinander existierten.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Mit seiner subjektiven Perspektive gelingt es „Iraqi Odyssey“ auf anschauliche Weise, Weltgeschichte durch persönliche Erfahrungen zu filtern. Dem Filmemacher kommt dabei entgegen, dass sich seine Verwandten als unterhaltsame Erzähler/-innen entpuppen. Insbesondere Samirs dreißig Jahre jüngere Halbschwester Souhair, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten in den USA auf eine Aufenthaltserlaubnis wartete, hat für Jugendliche ein hohes  Identifikationspotential. Ihre Aussagen werfen ein aufschlussreiches Bild auf den heutigen Irak, wenn sie etwa an eine Zeit erinnert, in der die Volksgruppen der Schiiten und Sunniten noch friedlich zusammenlebten. Ihre Geschichte ist auch vor dem aktuellen Hintergrund der Flüchtlingsbewegungen in Europa interessant. So können die Lehrenden anhand von Souhairs Schicksal im Sozialkundeunterricht die Situation von Geflüchteten zum Thema machen. Zuletzt bietet sich die Darstellung eines gemäßigten Islam auch für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Religion und ihrem heutigen Bild – etwa hinsichtlich der Rolle der Frau – an.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Andreas Busche, 21.12.2015, letzte Aktualisierung: 08.03.2016

Regie

Samir

Buch

Samir

Darsteller/innen

Mitwirkende: Samira Jamal Aldin, Sabah Jamal Aldin, Jamal Al Tahir, Tanya Uldin, Souhair Jamal Aldin

Länge

92 Min (Langfassung 163 Min)

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung mit Untertiteln

Format

digital, Farbe, Langfassung in 3D

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

NFP marketing & distribution

Festivals

Abu Dhabi Film Festival 2014: Bester Film; Berlinale 2015: 3. Platz Publikumspreis Dokumentarfilm

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