Filmplakat Kindeswohl

Kindeswohl

Großbritannien 2017

Eine erfahrene Familienrichterin, die sich in einer persönlichen Lebenskrise befindet, muss im Fall eines 17-jährigen Krebspatienten entscheiden, der aus religiösen Gründen eine lebensrettende Behandlung ablehnt. Ist das Leben wichtiger als die Würde eines Menschen? Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Ian McEwan regt zur Diskussion über ethische und juristische Fragestellungen im Oberstufenunterricht an.

Originaltitel

The Children Act

Genre

Literaturverfilmung, Drama

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Recht, Religion, Englisch, Deutsch

Themen

Ethik, Recht/Gerechtigkeit, Tod/Sterben, Menschenrechte/-würde, Religion, Sekten, Liebe, Werte, Verantwortung

Kinostart

30.08.2018

Inhalt


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Fiona Maye ist Familienrichterin am High Court in London. Sie entscheidet nicht nur über Sorgerecht und Unterhaltzahlungen, sondern auch über Leben und Tod. Sollen die siamesischen Zwillinge getrennt werden, auch wenn das eine dabei sterben wird? Grundlage ihrer Urteilssprüche ist dabei stets das Wohl des Kindes, das der „Children Act“, so auch der englische Originaltitel, gesetzlich festschreibt. Doch die Arbeit fordert ihren Tribut, denn Mayes Ehe ist in eine tiefe Krise geraten. Ausgerechnet in diesem Moment wird sie zu einem dringlichen Fall berufen: Der 17-jährige Adam hat Leukämie, doch als Zeugen Jehovas lehnen er und seine Eltern eine lebensrettende Bluttransfusion ab. Nun muss die Richterin entscheiden, ob die Klinik gegen den Willen der Familie behandeln darf. Ein Besuch am Krankenbett des jungen Mannes führt zu einem Urteil mit weitreichenden, auch persönlichen Folgen für Fiona Maye.

Umsetzung


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„Kindeswohl“ beruht auf den gleichnamigen Roman von Ian McEwan, der auch das Drehbuch verfasst hat. Regisseur Richard Eyre hat das in der Londoner Oberschicht angesiedelte Drama geradlinig und in jeder Hinsicht konventionell inszeniert, doch seine herausragenden Darsteller vermitteln vielschichtige und glaubhafte Charaktere. Die Lebenskrise der stets professionell agierenden Richterin bricht den geordneten Rahmen ihres privaten wie beruflichen Lebens auf und verleitet sie zu dem ungewöhnlichen Schritt, den todkranken Adam aufzusuchen. Es ist die Schlüsselszene des Films, in der Fiona Maye und der junge Mann gemeinsam das Lied „Down by the Salley Gardens“ von William Butler Yeats singen und eine innige, fast romantische Beziehung zwischen den beiden entsteht. Neben den ethischen Problemen, die im Mittelpunkt des Films stehen, geht es auch um Fragen nach Wahrheit, Verantwortung und Liebe.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Mit der Familienrichterin, an deren Selbstbild gerüttelt wird, ist „Kindeswohl“ durchaus ein erwachsener Film. Daher lohnt es sich, im Unterricht das Augenmerk auf die ethischen und juristischen Fragen zu lenken. Die Schüler*innen können etwa zu den beiden kontroversen Fällen im Film – die Trennung der siamesischen Zwillinge und Adams Fall – Argumente recherchieren und anhand von eigenen Gerichtsverhandlungen diskutieren. Wie stehen die Schüler*innen zudem zur Aussage der Richterin, das Leben sei „wichtiger als die Würde“? Weiterführend bietet sich auch eine Auseinandersetzung mit dem deutschen Familienrecht und deren Leitsätze an. Für ein junges Publikum ist zudem der 17-jährige Adam eine spannende Figur, die analysiert werden kann. Was sucht er in der Richterin? Welche Fragen hat er an das Leben und welche Motive stehen wohl hinter seiner Entscheidung am Ende des Films.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Kirsten Taylor, 06.08.2018, letzte Aktualisierung: 19.09.2018

Regie

Richard Eyre

Buch

Ian McEwan nach seinem gleichnamigen Roman

Darsteller/innen

Emma Thompson, Stanley Tucci, Fionn Whitehead, Ben Chaplin, Eileen Walsh, Jason Watkins u. a.

Länge

105 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, englische Originalfassung mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Concorde Filmverleih

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