filmplakat Landrauschen

Landrauschen

Deutschland 2018

In dem mehrfach prämierten Low-Budget-Kinodebüt erzählt die Regisseurin Lisa Miller einfallsreich von der Freundschaft zweier Außenseiterinnen in einem Dorf in Bayerisch-Schwaben. Die gemeinsame Auflehnung gegen provinzielle Borniertheit schweißt die jungen Frauen erst zusammen, doch bald sorgen die konträren Lebensentwürfe für Risse. Die Arbeit mit Laiendarsteller*innen und Dialogen im Dialekt gibt der Filmburleske eine erfrischend authentische Atmosphäre.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Sozialkunde, Religion, Ethik, Berufsorientierung

Themen

Jugend, Individuum und Gesellschaft, Identität, Toleranz, Homosexualität, Außenseiter, Liebe, Freundschaft, Zukunft, Familie, Werte, Erwachsenwerden, Diskriminierung, Crowdfunding

Kinostart

19.07.2018

Inhalt


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Toni ist pleite und kehrt mit Mitte Ende 20 notgedrungen aus Berlin in ihr schwäbisch-bayerisches Heimatdorf Bubenhausen zurück. Trotz zweier Hochschulabschlüsse hat sie in der quirligen Metropole den beruflichen Einstieg nicht geschafft. Widerwillig zieht sie wieder bei ihren konservativen Eltern ein, die sofort beginnen, sich in ihr Leben einzumischen. Auch der geplante berufliche Neuanfang geht schief: Bei der Lokalzeitung bekommt sie nur ein Praktikum und legt sich durch eine kritische Reportage gleich mit dem Chefredakteur an. Zum Glück läuft sie der lebenslustigen Rosa über den Weg, die als Lesbe im Dorf aneckt und ebenfalls in einer Art Identitätskrise steckt. Wenn die beiden auf dem Moped nächtliche Streifzüge unternehmen, fühlt sich Toni wieder lebendig. Doch je mehr sich Rosa zu der attraktiven Toni hingezogen fühlt, desto größer werden die Spannungen.

Umsetzung


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In ihrem Kinodebüt beansprucht Lisa Miller, einen "neuen Heimatfilm" zu schaffen. Dafür kehrte sie in ihr Heimatdorf zurück, wo sie den Low Budget-Film per Crowdfunding finanzierte. Fast alle Darsteller sind Laien, die Miller in Bubenhausen und Umgebung angeworben hat. Auf der Basis des eigenen Drehbuchkonzepts, das Erzählmuster des Bauerntheaters und des deutschen Heimatfilms der 1950er Jahre aufgreift, ließ sie viele Szenen von den Laien in deren Dialekt improvisieren. Einige Sequenzen wie ein nächtlicher Ausflug zu einer bierseligen Faschingsfeier oder der Umzug einer traditionellen Blaskapelle wirken geradezu dokumentarisch. Die so entstandene Mischung aus fiktionalen, improvisierten und semidokumentarischen Szenen entfaltet ein hohes Maß an Authentizität, lässt das unkonventionelle Außenseiterporträt stellenweise erfrischend, manchmal aber auch disparat erscheinen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Toni muss nach dem beruflichen Misserfolg in Berlin bei der Neuorientierung in der Heimatregion weitere Störerfahrungen hinnehmen. Dies liefert Ansatzpunkte für eine Diskussion über das Phänomen der „Generation Praktikum“. Was sind die strukturellen Gründe dafür, dass selbst hochqualifizierte junge Menschen keinen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt finden? Oder ist Toni ein selbst verschuldeter Einzelfall? Die Diskriminierung der lesbischen Rosa durch die Dorfjugend, aber auch die Heuchelei des Pfarrers, geben reichlich Anlass, über Ausgrenzung und Intoleranz zu sprechen und Bezüge zum eigenen Erfahrungshorizont herzustellen. Warum stoßen alternative Lebensentwürfe gerade in der Provinz eher auf Widerstand? Da "Landrauschen" sich als neuer Heimatfilm"versteht, liegt es nahe, im Unterricht Gemeinsamkeiten und Unterschieden zum bundesdeutschen Heimatfilm der Nachkriegszeit zu ergründen.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Kleber, 02.07.2018, letzte Aktualisierung: 05.07.2018

Regie

Lisa Miller

Buch

Lisa Miller

Darsteller/innen

Kathi Wolf, Nadine Sauter, Heidi Walcher, Karl Fischer, Volkram Zschiesche, Rupert Markthaler u. a.

Länge

102 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung mit Dialekt

Format

digital, Farbe, Cinemascope

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Arsenal Filmverleih

Festivals

Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken 2018: Ophüls Preis, Fritz-Raff-Drehbuchpreis und Preis der Ökumenischen Jury; Queergestreift Konstanz: Publikumspreis; ARC Festival Mainz: Best Feature; Berlinale 2018: Gast der Perspektive Deutsches Kino

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