Filmplakat zu "Lauf, Junge, Lauf"

Lauf, Junge, lauf

Deutschland, Frankreich 2013

Winter 1942/1943: Auf sich allein gestellt versucht der jüdische Junge Srulik die Kälte in den Wäldern rund um Warschau zu überstehen. Seit seiner Flucht aus dem Warschauer Ghetto ist der Achtjährigen auf seinen Überlebenswillen, die Hilfsbereitschaft anderer Menschen und auf sein Glück angewiesen. Basierend auf einer wahren Geschichte schildert „Lauf, Junge, lauf“ Krieg und Judenverfolgung für ein junges Publikum aus der Perspektive eines Kindes.

Originaltitel

Lauf, Junge, lauf

Genre

Literaturverfilmung, Drama

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Deutsch, Religion, Ethik

Themen

Holocaust, Krieg, Nationalsozialismus, Zivilcourage, Individuum und Gesellschaft

Kinostart

17.04.2014

Inhalt


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„Du musst überleben“, schärft der Vater seinem Sohn ein. Dafür könne er alles vergessen, seinen Namen, seine Familie, aber niemals, dass er ein Jude sei. Srulik ist acht Jahre alt, als er 1942 allein aus dem Warschauer Ghetto flüchtet. Er lebt versteckt in den Wäldern der Umgebung und trotzt selbst dem eisigen Winter, indem er von anderen Flüchtlingskindern das Überleben lernt: Pilze sammeln, benachbarte Bauernhöfe plündern, Wunden säubern. Doch die Kinder werden gleichermaßen von deutschen Soldaten wie von Polen, die auf Belohnung hoffen, gejagt. So bricht Srulik eines Tages erschöpft vor Magdas Tür zusammen. Die Bäuerin päppelt den Jungen auf und bringt ihm bei, sich als Katholik auszugeben. Fortan nennt er sich Jurek und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs weiter durch. Nicht nur sein Überlebenswillen, sondern auch Begegnungen mit Menschen wie Magda führen dazu, dass es Srulik tatsächlich gelingt, den Nationalsozialisten bis zum Kriegsende zu entwischen.

Umsetzung


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„Lauf, Junge, lauf“ basiert auf der Lebensgeschichte von Yoram Fridman, die durch den gleichnamigen Roman von Uri Orlev bekannt wurde. Die Verfilmung durch den deutschen Regisseur Pepe Danquart bleibt der kindlichen Perspektive der Buchvorlage treu. Alle Geschehnisse werden aus Sruliks Sicht erzählt; der historische Hintergrund wird ebenfalls lediglich aus der Wahrnehmung eines gleichaltrigen Jungen geschildert. Subjektive Rückblenden beleuchten die Vergangenheit. Komplexe Zusammenhänge werden auf diese Weise zwar nur angedeutet, aber der Fokus auf das Einzelschicksal macht ihre Folgen spürbar und regt zu Nachfragen an. Wie in einem klassischen Abenteuerfilm wird Srulik mit einem Hindernis nach dem anderen konfrontiert. Ansonsten folgt der Film der Dramaturgie eines konventionellen Dramas, in dem bisweilen mit etwas zu viel Pathos harte Schicksalsschläge auf kurze Glücksmomente folgen. Bis zum Schluss dominiert dabei das Motiv des einsamen Kindes, das allein eine weite, karge Landschaft durchstreift.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Weil der Film die erschütternden Geschehnisse auf Augenhöhe eines Kindes schildert und sich somit stets auf einer kindlichen Verständnisebene bewegt, eignet sich „Lauf, Junge, lauf“ gut, Schüler/innen an das Thema Holocaust heranzuführen. Da der Film die historische Folie nur streift, sollten Fakten und Fragen zur deutschen Besatzung in Polen und dem Warschauer Ghetto im Unterricht erörtert werden. Neben einer vergleichenden Analyse zwischen Literaturvorlage und Film bietet sich eine Auseinandersetzung mit Mut und Zivilcourage an: Welche Personen tragen zu Sruliks Überleben bei und was motiviert sie, obwohl sie sich durch ihre Hilfe selbst in Gefahr bringen? Auch eine Diskussion über die Art der Inszenierung, zum Beispiel über das Pro und Kontra von stark dramatisierender Filmmusik, kann fruchtbar sein im Hinblick auf die Frage nach der filmischen Darstellbarkeit des Holocaust.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Marguerite Seidel, 03.03.2014, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Pepe Danquart

Buch

Heinrich Hadding unter Mitarbeit von Pepe Danquart nach dem Roman "Lauf, Junge, lauf" von Uri Olev

Darsteller/innen

Andrzej und Kamil Tkacz, Elisabeth Duda, Jeanette Hain, Rainer Bock, Itay Tiran

Länge

108 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

digital, Farbe, Cinemascope

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

NFP marketing & distribution

Festivals

Filmfestival Cottbus 2013: Publikumspreis, Rom International Film Festival 2013

Impressum
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