Filmplakat Layla M.

Layla M.

Niederlande, Belgien, Deutschland 2017

Layla, 18 Jahre alt, Tochter einer marokkanischen Familie, ist in Amsterdam geboren und aufgewachsen. Im Kontext der zunehmenden Terrorgefahr in Europa erfährt sie, wie sich Misstrauen und Vorbehalte gegenüber der muslimischen Bevölkerung entfalten. Aus Unzufriedenheit und Wut darüber wächst politischer Aktivismus und Rebellion, dann ein zunehmend radikaler Glaube, der sie fern von Familie und Heimat an ihre eigenen Grenzen und die ihres Glaubens bringt.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Sozialkunde, Geschichte, Deutsch, Kunst, Religion, Ethik, Psychologie

Themen

Islam, Radikalisierung, Terrorismus, Fundamentalismus, Religion, Gewalt, Tod, Rollenbilder, Liebe, Erwachsenwerden, Rebellion, Familie

Kinostart

12.04.2018

Inhalt


mehr Info

Layla M. ist 18 Jahre alt, Holländerin mit marokkanischen Wurzeln und Muslima. Sie ist klug, kämpferisch und nicht auf den Mund gefallen. Als angesichts steigender Terrorgefahr Vorurteile gegenüber muslimischen Frauen und Männern immer lauter werden, fühlt sich Layla angegriffen und ausgestoßen. Aus Wut darüber, aufgrund ihrer Religion pauschal verurteilt zu werden, beginnt sie diese zu verteidigen. Sie schließt sich einer radikal-islamischen Gruppe an und sucht Halt in extremen Glaubensgrundsätzen. Was zunächst eher gesellschaftspolitischem Aktivismus gleichkommt, driftet bald ins Radikale. Dem Gegenwind der Eltern und der besten Freundin zum Trotz, entscheidet sie sich, den jungen Islamisten Abdel zu heiraten und mit ihm ins arabische Ausland zu gehen. Dort angekommen, wird sie jedoch von der Realität einer zutiefst patriarchalischen Gesellschaft eingeholt. Schnell wird klar, dass sie sich in einen Glauben geflüchtet hat, mit dem sie in der Welt, in die sie geraten ist, sich selbst und ihren eigenen Überzeugungen nicht standhalten kann. Layla muss sich entscheiden.

Umsetzung


mehr Info

"Layla M.“ ist nicht der erste Film seiner Art. Verschiedenste Dokumentationen und Spielfilme zeigen, wie unterschiedlich die Beweggründe und Formen von Radikalisierungsprozessen sind. Alle erzählen sie jedoch von jungen Erwachsenen, die sich auf der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft radikalen Ideologien zuwenden. In „Layla M.“. ist es eine Abiturientin, die ihren Glauben verteidigen will, sich dabei jedoch im Extremismus verliert. Über die gesamte Handlung hinweg ist die Kamera der jungen Frau sehr nah, die Dramaturgie durch ihre Identitätssuche bestimmt. Gefühlszustände werden eindringlich und überzeugend allein durch die von Kopftuch oder Nikab nicht bedeckten Augen vermittelt. Wie sie selbst, scheint sich auch der Film dabei keinem klaren Muster unterzuordnen: Entscheidungen werden schnell gefällt, Szenen brüchig erzählt. Laylas Glaubensbild bleibt vage, politische Zusammenhänge und religiöse Glaubenssysteme bleiben offen. Und so fordern die filmische Figur Layla und das filmische Werk „Layla M.“ das Publikum immer wieder auf, aktiv einzuordnen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Die sich an die Filmsichtung anschließende Filmarbeit kommt nicht ohne eine feingliedrige Auseinandersetzung mit Religionen, Glaubenssystemen und Ideologien, einordnenden Begriffsklärungen und politischen Kontextualisierungen aus. Glaubensformen und Überzeugungen sollten dabei voneinander abgegrenzt werden, Strömungen wie Fundamentalismus oder Radikalismus genauer betrachtet und auch außerhalb des islamischen Kontextes veranschaulicht werden. Im Fokus der thematischen Diskussion zum Film muss allerdings nicht nur die Analyse der Radikalisierung der Hauptfigur stehen. Auch ein allgemeiner Blick auf Indoktrinierungsmechanismen oder Deradikalisierungsprozesse kann geschaffen werden. Darüber hinaus ermöglicht das Umfeld der Hauptfigur die Betrachtung eines erweiterten Themenspektrum rund um Familie, Schule und Erwachsenwerden. Daran anknüpfend werden auch große Fragen nach dem Sinn des Lebens oder zur Rolle der Frau in Religion und Gesellschaft aufgeworfen.

Veranstaltungen


mehr Info

Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Haußmann, 31.03.2018, letzte Aktualisierung: 04.04.2018

Regie

Mijke de Jong

Buch

Jan Eilander, Mijke de Jong

Darsteller/innen

Nora El Koussour, Ilias Addab u.a.

Länge

100 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

missingFILMs

Impressum
Sitemap