Filmplakat Lieber leben

Lieber leben

Frankreich 2016

Benjamin, jung, sportlich und voller Zukunftspläne, ist nach einem Unfall fast vollständig gelähmt. In der Reha-Klinik schöpft er Hoffnung durch lebenszugewandte Menschen, die er dort kennenlernt, doch den Traum von einer Sportlerkarriere muss er begraben. Die Umsetzung des autobiografisch geprägten Drehbuchs, dessen Autor auch Koregisseur ist, gelingt mit authentisch wirkenden und humorvoll agierenden Protagonisten, verschweigt jedoch die Schattenseiten des Lebens mit Einschränkungen keineswegs.

Originaltitel

Patients

Genre

Literaturverfilmung, Drama, Komödie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Französisch, Deutsch, Religion, Ethik, Sozialkunde, Psychologie

Themen

Behinderte/Umgang mit Behinderung, Ethik, Freundschaft, Hoffnung, Krankheit, Lebenskrise(n), Rollenbilder, Selbstbewusstsein, Vertrauen, Werte

Kinostart

14.12.2017

Inhalt


mehr Info

Benjamin, ein sportlicher junger Mann mit vielen Zukunftsplänen, ist nach einem Badeunfall vorübergehend bewusstlos, die Umwelt nimmt er anfangs nur schemenhaft wahr. Nachdem er in eine Reha-Klinik aufgenommen worden ist, ist der fast vollständig Gelähmte auf Hilfe des notorisch gut gelaunten Pflegers Jean-Marie und der etwas ungeschickten Schwester Christiane angewiesen. Mühsam erlernt er sich aufzurichten, so dass er es in den Rollstuhl schafft. Er trifft auf Gleichaltrige wie Farid, Toussaint, Samir und Steve, die ein ähnliches Schicksal teilen. Sie alle haben mal mehr, mal weniger Hoffnung und gute Laune inmitten des Unabänderlichen, Steve jedoch hat bereits einmal versucht, sich das Leben zu nehmen. Als Benjamin eines Tages der hübschen Samia begegnet, scheinen ihm zarte Liebesbande zusätzliche Flügel zu verleihen, doch alles entwickelt sich viel schwieriger als erhofft. Trotz großer Fortschritte muss er seinen Traum von einer Sportlerkarriere begraben und dennoch irgendwie weitermachen.

Umsetzung


mehr Info

Frei nach dem autobiografischen Roman des seit einem Unfall 1997 teilweise gelähmten Poetry-Slam- und Hip-Hop-Künstlers Fabien Marsaud alias Grand Corps Malade von ihm selbst mit realisiert, wirkt das Filmdebüt sehr authentisch. Es erzählt die von fiktionalen Figuren verkörperte Geschichte leichthändig, ohne Sentimentalität und falsches Pathos. Die von durchweg überzeugenden Nachwuchsschauspielern dargestellten Protagonisten versuchen den Widrigkeiten mit Lebensfreude, Humor und Eigensinn zu trotzen, gleichwohl verschweigt die Komödie in ihren dramatischen Grundierungen die Schattenseiten des Lebens mit Einschränkungen keineswegs – leitmotivisch unterstützt von wechselnden Tonarten der Hip-Hop-Beats. Zunächst dominiert die streng subjektive Perspektive Benjamins, wir hören dumpfe Geräusche sowie Stimmen und blicken in verschwommene Gesichter; später folgt die Kamera der physischen Entwicklung des Charakters, indem sie sich von fixierten und eingeschränkten Raumtiefe-Einstellungen zu immer komplexeren, das Sichtfeld öffnenden Bewegungen weitet.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Es bietet sich an, die Exposition mit stark subjektiver Kamera, verwischter Optik und unkonventioneller Tonarbeit zum Ausgangspunkt einer Erarbeitung dieses von den Sehgewohnheiten her für Jugendliche zunächst sicher ungewöhnlichen Films zum Thema Behinderung zu machen. Schülerinnen und Schüler ab Ende der Sekundarstufe I werden im weiteren Verlauf durch die positive Grundstimmung ohne Abgleiten ins Komödienhafte, die autobiografisch verbürgte Authentizität mitsamt ihrer Ambivalenzen sowie den „coolen“, teils schwarzen Humor der Protagonisten und die sie charakterisierende Hip-Hop-Musik dennoch Zugang zum Film finden. Der Andersartigkeit der Figuren wird viel Raum zur Entfaltung gegeben, was Möglichkeiten zur Analyse ihrer Entwicklung und Darstellung im filmischen Raum eröffnet. In diesem Zusammenhang könnte auch die nicht ganz stereotypiefrei erzählte, sich spröde entwickelnde Lovestory ohne Happy End einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Veranstaltungen


mehr Info

Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Middel, 27.11.2017, letzte Aktualisierung: 06.12.2017

Regie

Grand Corps Malade, Mehdi Idir

Buch

Grand Corps Malade, Fadette Drouard nach dem Roman “Patients ” von Fabien Marsaud alias Grand Corps Malade

Darsteller/innen

Pablo Pauly, Soufiane Guerrab, Moussa Mansaly, Nailia Harzoune, Franck Falise, Yannick Renier, Alban Ivanov, Anne Benoit, Samir El Bidadi u.a.

Länge

111 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Neue Visionen Filmverleih

Festivals

Filmfest Emden 2017: Score Bernhard Wicki Preis; Französische Filmtage Tübingen 2017: Publikumspreis

Impressum
Sitemap