Filmplakat Loving

Loving

Großbritannien, USA 2016

Der Name „Loving“ klingt wie erfunden für einen Liebesfilm, doch das gleichnamige Justizdrama von Jeff Nichols basiert auf einem wahren Ereignis. 1967 verhandelte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten das 1959 in Virginia erlassene Urteil gegen das „gemischtrassige“ Ehepaar Loving, das einer Inhaftierung nur durch einen Wegzug aus dem gemeinsamen Heimatstaat entging. Doch statt die Zeitläufte zu dramatisieren, porträtiert Nichols das Leben der Lovings auf authentisch-unaufgeregte Weise.

Genre

Drama, historische Biografie, Romanze

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Englisch, Politik, Geschichte , Sozialkunde, Deutsch, Ethik

Themen

Rassismus, Recht, Diskriminierung, Alltag, Familie, Liebe, Biografie, Gerechtigkeit, Anerkennung, Individuum (und Gesellschaft), Geschichte, USA, Politik, Ethik

Kinostart

15.06.2017

Inhalt


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Virginia, 1958: Der weiße Maurermeister Richard Loving und die afroamerikanisch-indianische Mildred wollen eine Familie gründen. Richard plant ein Haus für das Liebespaar, Mildred erwartet ein Kind. Das ist nicht unproblematisch, denn sogenannte „Mischehen“ sind in Virginia illegal. Weil das Paar im liberaleren Washington DC heiratet, gerät es in der Heimat in Konflikt mit dem Gesetz. Ein Richter verurteilt die Liebenden zu einer einjährigen Haftstrafe, es sei denn, sie verlassen Virginia und betreten den Bundesstaat für 25 Jahre nicht gemeinsam. Schweren Herzens akzeptieren die Lovings die Ausbürgerung und siedeln nach Washington über. Doch Mildred will die Ungerechtigkeit nicht hinnehmen. Im Jahr 1967 wird der Fall „Loving vs. Virginia“ schließlich in letzter Instanz vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten verhandelt.

Umsetzung


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In deutlichem Kontrast zu den üblichen US-Justizdramen legt der amerikanische Autorenfilmer Jeff Nichols den Fokus seines Films nicht auf die historischen Umwälzungen der US-Bürgerrechtsbewegung, sondern auf das alltägliche Leben der Eheleute Loving. Statt pathetischer Plädoyers und Dramatisierungen vor Gericht setzt Nichols das von Joel Edgerton und Ruth Negga eindringlich verkörperte Paar in Szene, das die rassistische Ungerechtigkeit zunächst (und im Fall von Richard bis zum Ende) ohne Aufbegehren hinnimmt. Passend zum sachten Erzählrhythmus des feinfühligen Liebesdramas entwirft Kameramann Adam Stone schlichte Tableaus der Südstaaten-Landschaft und intime Nahaufnahmen der Figuren. Die detailverliebte Ausstattung und die feinen Kostüme tragen entscheidend zur filmsprachlichen Präzision und Dichte bei.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Zuerst kann „Loving“ ein Gespräch über den authentischen Präzedenzfall „Loving vs. Virginia“ anregen, auf dem das Drehbuch basiert. Wie drückte sich der institutionelle Rassismus in den 1960er-Jahren aus, speziell in den US-Südstaaten, und wie steht es heute darum? Mit welchen Mitteln stießen US-Bürgerrechtler eine Änderung der gesellschaftspolitischen Lage an? Der im Film erwähnte zeitgenössische Hintergrundartikel des „Life“-Magazins kann im Original gelesen und als Zeitdokument herangezogen werden. Desweiteren lohnt ein Vergleich von „Loving“ mit anderen Gerichtsdramen, etwa mit „Verleugnung“ (USA, GB 2016) über den Prozess der US-Historikerin Deborah Lipstadt gegen den Holocaustleugner David Irving. Die Leitfrage kann lauten: Wie verändert Nichols' konsequenter Verzicht auf eine „spektakuläre“ Rahmenhandlung die Wirkung und Rezeption des Films?

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 31.05.2017, letzte Aktualisierung: 06.06.2017

Regie

Jeff Nichols

Buch

Jeff Nichols

Darsteller/innen

Ruth Negga, Joel Edgerton, Will Dalton, Dean Mumford, Terri Abney, Alano Miller, Chris Greene, Sharon Blackwood u.a.

Länge

123 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln; barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Universal Pictures

Festivals

Oscars 2017: Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin; Black Reel Award 2017 für Ruth Negga in der Kategorie Outstanding Actress

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