Filmplakat Mängelexemplar

Mängelexemplar

Deutschland 2016

Der Debütroman der Fernsehmoderatorin Sarah Kuttner, auf dem die Verfilmung beruht, stellt eine junge Frau ins Zentrum, die gehörig ins Straucheln gerät. Die Panikattacken und Depressionen der 27-jährigen Karo Herrmann verpackt Regisseurin Laura Lackmann in eine nachdenkliche Komödie, deren verspielter Tonfall Ängste und Vorurteile rund um Depressionserkrankungen abbaut.

Genre

Literaturverfilmung, Drama, Komödie

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Psychologie, Philosophie, Ethik

Themen

Lebenskrise(n), Sinnsuche, Krankheit, Depression, Identität, Literaturverfilmung, Popkultur, Filmsprache

Kinostart

12.05.2016

Inhalt


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Das Leben der 27-jährigen Karo gerät aus den Fugen, als sie ihren Job in einer Eventagentur verliert und kurz darauf ihr langjähriger Freund Philipp Schluss macht. Karos Mutter erweist sich ebenso wenig als Stütze wie ihre beste Freundin, die auf Abstand geht, weil sich in letzter Zeit immer alles um Karo dreht. Die emotionale Talfahrt der jungen Frau ist besiegelt und Panikattacken und eine ausgewachsene Depression stellen sich ein. Um wieder in die Normalität zu finden, sucht Karo eine Therapeutin auf. Dass sie zum Auftakt der Therapie ein Kindheitstrauma erfindet, um sich als Patientin interessanter zu machen, ist zwar wenig förderlich, doch über kurz oder lang gelingt es Karo, nach dem Fallen wieder aufzustehen.

Umsetzung


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In ihrem 2009 veröffentlichten Debütroman „Mängelexemplar“ spürte die Fernsehmoderatorin Sarah Kuttner den psychischen Problemen der Ich-Erzählerin auf ironisch gebrochene Weise nach. Die Verfilmung von Laura Lackmann, aus deren Feder auch das Drehbuch stammt, behält den tragikomischen Tonfall des Romans bei und erweitert die Vorlage um interessante Ideen wie Karos inneres Kind, das diese buchstäblich mit sich herum trägt, oder einen Tintenfleck auf ihrer Kleidung, der ihren Gemütszustand visualisiert. Die Gefühlsschwankungen der von Claudia Eisinger lebendig verkörperten Hauptfigur finden im stetigen Pendeln zwischen Komik und Ernst Ausdruck. Durch dieses spielerische Krisenmanagement schickt sich die Besteller-Verfilmung an, das mit Berührungsängsten behaftete Thema Depression im Mainstream zu enttabuisieren.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Roman von Sarah Kuttner besteht in weiten Teilen aus inneren Monologen, die ein Kinofilm nicht ohne weiteres adaptieren kann. Anstelle eines Off-Kommentars inszeniert die Regisseurin Selbstgespräche Karos mit ihrem eigenen inneren Kind, das das Drehbuch der Romanvorlage hinzufügt und schon zum Auftakt als visuelle Metapher ins Bild setzt. Diese Transformation der literarischen Erzählweise in eine filmische Erzählung kann einen Ausgangspunkt für ein Gespräch über die Unterschiedene und Gemeinsamkeiten zwischen Kinofilmen und Romanen einleiten. Daneben bieten die Sinnsuche und die emotionale Achterbahnfahrt der Protagonistin eine Vorlage für die Besprechung des dargestellten Krankheitsbildes. Worin liegt Karos Depression begründet und wie schafft sie es, diese abzustreifen? Der Umgang mit Psychopharmaka sollte hier ebenso thematisiert werden wie die ironische Sichtweise auf die Lebenskrise der Protagonistin.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 28.04.2016, letzte Aktualisierung: 04.05.2016

Regie

Laura Lackmann

Buch

Laura Lackmann nach dem Roman von Sarah Kuttner

Darsteller/innen

Claudia Eisinger, Katja Riemann, Laura Tonke, Maren Kroymann, Barbara Schöne, Christoph Letkowski u.a.

Länge

111 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

X-Verleih

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