Filmplakat zu "Maman und Ich"

Maman und ich

Frankreich 2013

„Jungs und Guillaume“, ruft die Mutter ihre drei Söhne zu Tisch. Guillaume ist es gewohnt, dass ihn seine Mutter anders behandelt – nicht wie einen Jungen, sondern wie die Tochter, die sich so sehr gewünscht hat. Er beginnt, seine Mutter in Gestik und Mimik zu imitieren. Der Vater ist besorgt, auch weil sich sein Sohn für keinerlei Sportarten interessiert. Internats-Aufenthalte und später Therapien sollen aus ihm einen „echten Mann“ machen – vergebens. Auf der englischen Eliteschule verliebt sich Guillaume unglücklich in den sportlichen Mitschüler Jeremy. Ist Guillaume schlichtweg homosexuell, so wie es seine Mutter behauptet? Nach Ausflügen in die Schwulenszene und dem Aufenthalt in einem bayrischen Sanatorium begegnet Guillaume schließlich seiner großen Liebe. Erst jetzt löst er sich von den Zuschreibungen Mamans.

Originaltitel

Les garçons et Guillaume, à table

Genre

Tragikomödie, Komödie

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Französisch, Ethik, Sozialkunde, Psychologie, Darstellendes Spiel, Biologie, Religion

Themen

Gender/Geschlechterrollen, Erziehung, Identität, Familie, Vorurteile, Außenseiter, Emanzipation, Erwachsenwerden, Homosexualität

Kinostart

05.06.2014

Inhalt


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„Jungs und Guillaume“, ruft die Mutter ihre drei Söhne zu Tisch. Guillaume ist es gewohnt, dass ihn seine Mutter anders behandelt – nicht wie einen Jungen, sondern wie die Tochter, die sich so sehr gewünscht hat. Er beginnt, seine Mutter in Gestik und Mimik zu imitieren. Der Vater ist besorgt, auch weil sich sein Sohn für keinerlei Sportarten interessiert. Internats-Aufenthalte und später Therapien sollen aus ihm einen „echten Mann“ machen – vergebens. Auf der englischen Eliteschule verliebt sich Guillaume unglücklich in den sportlichen Mitschüler Jeremy. Ist Guillaume schlichtweg homosexuell, so wie es seine Mutter behauptet? Nach Ausflügen in die Schwulenszene und dem Aufenthalt in einem bayrischen Sanatorium begegnet Guillaume schließlich seiner großen Liebe. Erst jetzt löst er sich von den Zuschreibungen Mamans.

Umsetzung


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Guillaume Gallienne spielt seine autobiografisch gefärbte Hauptfigur von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter selbst und verkörpert darüber hinaus auch Maman. Die Intensität der Beziehung und Guillaumes Mutter-Fixierung werden zusätzlich dadurch betont, dass Maman diesem in den unmöglichsten Augenblicken begegnet. Wie ein Über-Ich kommentiert sie das Handeln ihres Sohnes. Gallienne spielt Maman fast zurückhaltender als Guillaume und unterläuft so die Vorstellung von einer „natürlichen“ Weiblichkeit. Damit und durch eine überraschende Wendung gegen Ende lässt sich der Film als Absage an allzu strikte Kategorisierungen deuten. Guillaumes Innenleben wird in Fantasie- oder Tagtraum-Szenen dargestellt, etwa wenn er sich als Kaiserin Sisi imaginiert. Die unterschiedlichen Tonalitäten und kontrastierende visuelle Elemente verleihen dem Film ein gewisses Tempo und lassen mitunter vergessen, dass er auf einem Theaterstück basiert, welches die Rahmenhandlung bildet.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Zugespitzt und durch das Spiel des über 40-jährigen Galliennes verfremdet, behandelt „Maman und ich“ verschiedene Aspekte des Coming-of-Age, insbesondere die Beziehung zu den Eltern, die Loslösung von diesen und die Suche nach einer eigenen, unter anderem sexuellen, Identität. Für eine dezidierte Thematisierung von Homosexualität eignet sich die Komödie allerdings nur bedingt. Durch das Spiel mit Klischees und Vorurteilen lassen sich allgemein stereotype Zuschreibungen diskutieren – hinsichtlich Nationalität, Männlichkeit/Weiblichkeit und Homosexualität. Mit einer überraschenden Wendung entblößt der Plot, wie vorschnell und stereotyp wir Menschen oft kategorisieren, denn auch als Zuschauer haben wir uns bereits ein Bild von Guillaume gemacht.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Dr. Florian Krauß, 02.05.2014, letzte Aktualisierung: 27.10.2016

Regie

Guillaume Gallienne

Buch

Guillaume Gallienne

Darsteller/innen

Guillaume Gallienne, André Marcon, Françoise Fabian, Nanou Garcia, Diane Kruger u.a.

Länge

85 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische OmU

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Concorde

Festivals

Fünf Césars (Bester Film, Bester Erstlingsfilm, Bester Hauptdarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Filmschnitt), 66. Internationale Filmfestspiele von Cannes: Quinzaine des Réalisateurs

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