Filmplakat Marvin

Marvin

Frankreich 2017

Nach einer rauen, mitunter schmerzvollen Kindheit in der französischen Provinz setzt der schwule Schauspielschüler Marvin in Paris alles daran, sich neu zu erfinden, indem er seine Erlebnisse in einem Theaterstück verarbeitet. Inspiriert von Édouard Louis‘ autobiografischem Roman „Das Ende von Eddy“, gelingt Anne Fontaine ein berührendes, versiert zwischen den Zeiten changierendes Coming-of-Age-Drama, das von zwei starken Hauptdarstellern getragen wird.

Originaltitel

Marvin ou la belle éducation

Genre

Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Französisch, Psychologie, Ethik, Sozialkunde, Deutsch, Darstellendes Spiel, Bildung zur sexuellen Selbstbestimmung

Themen

Homosexualität, Identität, Außenseiter, Mobbing, Erwachsenwerden, Kindheit, Familie, , Fremdheit, Diskriminierung, Schule, Theater, Kunst, Gender/Geschlechterrollen

Kinostart

05.07.2018

Inhalt


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Irgendwo in der französischen Provinz führt der sensible, homosexuelle Marvin ein beschwerliches Leben als Außenseiter. In der Schule wird der als Schwuchtel beschimpfte Junge regelmäßig gemobbt. Und auch im Kreise seiner ungehobelten Familie findet er nur wenig Unterstützung. Ständig muss er sich etwa die homophoben Ausfälle seines grantigen Vaters anhören, der sich über das Anderssein seines Sohnes echauffiert. Erst als Marvin auf Betreiben der Schulleiterin einen Theaterkurs besucht, schafft er es langsam, aus sich herauszukommen. Jahre später studiert er Schauspiel in Paris, wo er in Künstlerkreisen verkehrt und seine sexuelle Orientierung nun freier ausleben kann. Um seine Verwandlung abzuschließen, will er sein hartes, manchmal qualvolles Aufwachsen in Form eines Bühnenstücks verarbeiten.

Umsetzung


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Inspiriert wurde „Marvin“ von Édouard Louis‘ autobiografisch gefärbtem Roman „Das Ende von Eddy“, der 2014 den französischen Literaturbetrieb aufmischte. Regisseurin Anne Fontaine entwirft mit ihrem Drehbuchpartner Pierre Trividic ein unter die Haut gehendes, in seiner Milieubeschreibung mitunter ein wenig schablonenhaftes Drama, das vor allem durch seine starken Schauspielleistungen und seine gut gesetzten Zeitsprünge besticht. Immer wieder wechselt der Film zwischen der rauen Kindheit Marvins und seiner Zeit in Paris, wo der früher drangsalierte junge Mann sich neu zu erfinden versucht. Eine spannende zusätzliche Ebene bildet das Theaterstück, dessen Entstehungsprozess der Zuschauer zum Teil aus nächster Nähe mitverfolgen kann.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Anhand des Films kann im Unterricht darüber gesprochen werden, wie schwer es gerade für junge homosexuelle Menschen ist, gegen Widerstände und Anfeindungen ihren Platz im Leben zu finden. Auf welche Weise lässt sich der Ausgrenzung entgegentreten? Und was können wir als Gesellschaft tun, um ein Coming-out nicht mehr zu einem schmerzhaften Prozess zu machen? Interessant ist ferner die Frage, welche Möglichkeiten die Kunst zur Verarbeitung leidvoller Erlebnisse bietet. Kann sie helfen, das Selbstbewusstsein zu stärken und eine neue Identität zu finden? Stößt sie an Grenzen? Und welche Schwierigkeiten tauchen auf, wenn man, wie in diesem Fall, hochgradig persönliche Dinge auf die Bühne und damit ins Rampenlicht holt? Ergiebig kann auch eine Auseinandersetzung mit Édouard Louis‘ Roman sein, der als Inspirationsquelle für Fontaines Selbstermächtigungsgeschichte diente.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christopher Diekhaus, 28.06.2018, letzte Aktualisierung: 04.07.2018

Regie

Anne Fontaine

Buch

Anne Fontaine und Pierre Trividic, inspiriert von Édouard Louis‘ autobiografischem Roman „Das Ende von Eddy“

Darsteller/innen

Jules Porier, Finnegan Oldfield, Grégory Gadebois, Vincent Macaigne, Catherine Salée, Catherine Mouchet, Charles Berling, Isabelle Huppert, Sharif Andoura, India Hair u. a.

Länge

115 Min

Sprachfassung

französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Edition Salzgeber

Festivals

(Auswahl): Internationale Filmfestspiele von Venedig 2017: Gewinner des Queer Lion; London Film Festival 2017; Viennale 2017; Stockholm International Film Festival 2017

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