Filmplakat zu "Me too"

Me too

Spanien, 2009

Der erste abendfüllende Kinospielfilm des spanischen Regie-Duos wirft einen frischen, Mut machenden Blick auf den Themenkomplex Behinderung, Liebe und Sexualität. Der 34-jährige Uni-Absolvent Daniel, mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen, verliebt sich an seinem neuen Arbeitsplatz in seine unkonventionelle Kollegin Laura, die sich als seine Seelenverwandte herausstellt. "Me too" berührt, unterhält, sensibilisiert, regt zum Nachdenken an und ermöglicht es Schüler/innen auf diese Weise, sich mit dem Gezeigten multiperspektivisch auseinanderzusetzen. Der Film ist für den fächerübergreifenden Unterricht ab der 9. Klasse geeignet.

Originaltitel

Me too

Genre

Liebesdrama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Religion, Ethik, Pädagogik, Sozialkunde

Themen

Freundschaft, Liebe, Sexualität, Identität, Rollenbilder, Außenseiter, Down-Syndrom, Behinderung, Vorurteile, Werte, Normen, Konventionen, Identität, Erwachsenwerden, Familie

Kinostart

12.08.2010

Inhalt


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Der 34-jährige Daniel aus Sevilla ist mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen. Er hat sein Pädagogikstudium mit Auszeichnung abgeschlossen und tritt eine Stelle in der Sozialverwaltung für behinderte Menschen an, wo der sympathische Neuling auf die attraktive, ungebundene Laura trifft. Schnell freunden sich die beiden an, was bei Kollegen und in Daniels Familie Argwohn und Ressentiments hervorruft. Laura, unangepasst, dem Leben zugetan, ist eine Seelenverwandte; sie weckt Daniels Sehnsucht nach Anerkennung, Zärtlichkeit und Liebe. Daniel muss erfahren, dass Laura eine, nicht aber seine Freundin ist. Auf ihr lasten die Schatten der Familienvergangenheit, die sie durch den Tod ihres Vaters nach Madrid heimholen. Betrübt reist Daniel ihr nach, sie finden und lieben sich für eine zauberhafte Nacht – bevor er überglücklich, aber allein zurückfährt.

Umsetzung


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"Me too" ist mit einem außergewöhnlichen Hauptdarsteller (Pablo Pineda ist der erste Europäer mit Down-Syndrom, der einen Hochschulabschluss erworben hat) und der Almodóvar-Schauspielerin Lola Dueñas kongenial besetzt. Die Dramaturgie folgt dem Narrativ vom durch zugeschriebene Begrenzungen eingeschränkten Helden, der unkonventionell nach Anerkennung sucht – und sie findet. Die Figur erzeugt umso mehr Empathie und Identifikation, je mehr sie uns durch ihr allzu menschliches Handeln die Erfahrung des "Anderen im Eigenen" ermöglicht. Die leichthändig, heiter-ernst umgesetzte Initiationsreise des Helden führt nicht nur bei ihm selbst zu Veränderungen. Erzählmuster der romantischen Komödie aufgreifend, entwickelt sich die Dynamik eines Coming of age- und Liebes-Dramas, ohne im Genre aufzugehen: erzählt wird von erwachender Liebe, Irritationen der Identität, dem Wunsch nach Einheit und Trennung, emotionalen Grenzüberschreitungen bis hin zur inneren Reifung beider Protagonisten inklusive gebrochenem Happy End.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Jugendliche, die ähnlich wie der juvenil fühlende Daniel Normalitätsabweichungen von der psychophysischen Identität unmittelbar erleben, dürften von Plot, Format des Helden und der Umsetzung der Geschichte emotional angesprochen werden. In Unterrichtseinheiten zu selbstreflexiven Themen bieten sich zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten, Schüler/innen über den differenziert dargestellten Themenkomplex "Umgang mit Behinderung, Identität, Freundschaft, Liebe und Sexualität" für existentielle Fragen und Probleme des Erwachsenwerdens zu sensibilisieren. Im Vergleich mit anderen themenverwandten Filmen und ähnlichen Figuren (z. B. Dustin Hoffmanns Autist im Genre-Klassiker "Rain Man", USA 1988), lassen sich die Bedeutung signifikanter Stil- und Darstellungsmittel wie etwa die Verbindung von Tragik, Heiterkeit und Humor für ein kritisches Hinterfragen einschlägiger Vorurteile und Klischees erarbeiten. Ergänzend dazu wäre im Film die Funktion der kontrastdramaturgisch angelegten Darstellung anderer Figuren mit Handicaps wie Luisa und Pedro zu erschließen.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Middel, 28.05.2010, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Álvaro Pastor, Antonio Naharro

Buch

Álvaro Pastor, Antonio Naharro

Darsteller/innen

Pablo Pineda, Lola Dueñas, Antonio Naharro, Isabel García Lorca, Pedro Álvarez Ossorio, Daniel Parejo, Lourdes Naharro, Catalina Lladó u. a.

Länge

103 Min

Sprachfassung

deutsche Synchronfassung; spanische Originalfassung mit dt. UT

Format

35mm

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Movienet Film

Festivals

Filmfestival San Sebastian 2009: Preise für beste/n Hauptdarsteller/in; Filmfestival Rotterdam 2010: Publikumspreis; Spanischen Filmpreis Goya 2010 für die beste Hauptdarstellerin und die beste Musik

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