Filmplakat zu "Mein Herz tanzt"

Mein Herz tanzt

Israel / Deutschland / Frankreich 2014

Israel, in den Achtzigerjahren: Voller Stolz schickt Vater Salah seinen Sohn Eyad auf „die beste Schule des Landes“. Doch das vermeintliche Privileg ist zugleich eine Last: Eyads Familie ist Teil der palästinensischen Minderheit, der pubertierende Junge der einzige Araber auf der ganzen Schule. Die Liebe zu einer jüdischen Mitschülerin muss daher geheim bleiben, bei der Jobsuche legt er sich ebenfalls zu Tarnzwecken rasch einen hebräischen Namen zu. Nur bei seinem besten Freund Yonatan, der an einer seltenen Muskelschwäche leidet und bald seiner Pflege bedarf, klappt die jüdisch-palästinensische Koexistenz ohne Probleme. Die Jungen sehen sich so ähnlich, dass man sie fast für Zwillinge halten könnte. Wäre es nicht gut, wenn man einfach die Identität tauschen könnte? Eyad fasst einen dramatischen Entschluss.

Originaltitel

Dancing Arabs

Genre

Tragikomödie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Geschichte, Religion, Ethik, Kunst

Themen

Nahostkonflikt, Identität, Liebe, Schule, Familie, Freundschaft, Diskriminierung, Krankheit

Kinostart

21.05.2015

SchulKinoWochen

Inhalt


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Israel, in den Achtzigerjahren: Voller Stolz schickt Vater Salah seinen Sohn Eyad auf „die beste Schule des Landes“. Doch das vermeintliche Privileg ist zugleich eine Last: Eyads Familie ist Teil der palästinensischen Minderheit, der pubertierende Junge der einzige Araber auf der ganzen Schule. Die Liebe zu einer jüdischen Mitschülerin muss daher geheim bleiben, bei der Jobsuche legt er sich ebenfalls zu Tarnzwecken rasch einen hebräischen Namen zu. Nur bei seinem besten Freund Yonatan, der an einer seltenen Muskelschwäche leidet und bald seiner Pflege bedarf, klappt die jüdisch-palästinensische Koexistenz ohne Probleme. Die Jungen sehen sich so ähnlich, dass man sie fast für Zwillinge halten könnte. Wäre es nicht gut, wenn man einfach die Identität tauschen könnte? Eyad fasst einen dramatischen Entschluss.

Umsetzung


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In der Verfilmung des semi-biografischen Romans von Sayed Kashua präsentiert Regisseur Eran Riklis („Lemon Tree“) den schweren Konflikt als erstaunlich leichte Kost. Quirlige Familienszenen aus Eyads Kindheit, zu Beginn in Rückblenden erzählt, baden geradezu in Nostalgie. Ein Rätselwettbewerb im Radio beweist früh die Intelligenz des Jungen, auf die der Vater, als politischer Linksaktivist gescheitert, all seine Hoffnung setzt. So vermag es die Regie immer wieder, mit visuellem Witz und Einfallsreichtum Akzente zu setzen, und so auch schwierigere Momente von Identitätssuche und Diskriminierung eher beiläufig einzustreuen. Der publikumswirksame „comic relief“ kann die Konflikte zwar nicht lösen, doch umso wirksamer ist die radikale Wendung der tatsächlich unlösbaren Situation am Schluss.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Vom Nahostkonflikt ohne die bekannten Bilder von Krieg und Terror zu erzählen, ist ein interessanter Ansatz. Der Blick auf ein persönliches Schicksal jenseits der Stereotype setzt der scheinbaren Alternativlosigkeit andere Bilder entgegen. So zeigen die historischen Rückblenden einen palästinensischen Widerstand, der nicht schon immer religiös motiviert war. Im schulischen Miteinander von Juden und Arabern zeigen sich Bruchlinien der Gesellschaft, wenn Eyad deutlich gemacht wird, dass er nicht dazu gehört. In welchen Situationen Eyad noch Rassismus und Diskriminierung erfährt, sollten die Schülerinnen und Schüler im Unterricht nachvollziehen. Die Frage nach dem Wert von Bildung angesichts ethnischer Schranken im späteren Berufsleben ist auch hierzulande ein Thema. In filmsprachlicher Hinsicht kann diskutiert werden, ob die ungewöhnliche Mischung aus Familienkomödie, Coming-of-Age-Story und Gesellschaftskritik aufgeht.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Philipp Bühler, 04.04.2015, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Eran Riklis

Buch

Sayed Kashua

Darsteller/innen

Tawfeek Barhom, Danielle Kitzis, Michael Moshonov, Yael Abecassis, Ali Suliman u.a.

Länge

104 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, hebräisch-arabische Originalfassung mit dt. Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

NFP marketing & distribution

Festivals

Internationales Filmfestival von Locarno 2014; Hofer Filmtage 2014; Jerusalem International Film Festival 2014; BFI London Film Festival 2014

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