Filmplakat zu "Metropolis"

Metropolis

Deutschland 1927

Science-Fiction- und Monumentalfilm aus dem Jahre 1927, der in der rekonstruierten und restaurierten Fassung unter dem Titel „Metropolis 27/10“ an seinen Bestimmungsort Kino zurückkehrt. Fritz Langs Anti-Utopie einer technisierten Zukunft hat auf viele (Science-Fiction)-Filme gewirkt und wurde ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Selten hat ein Film den Begriff Filmkultur in solch vielen Belangen weiter gedehnt als Metropolis.

Originaltitel

Metropolis

Genre

Drama, Stummfilm

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik, Musik, Medienkunde

Themen

Filmgeschichte, Individuum und Gesellschaft, Macht, Manipulation, Rebellion, Stadt, Technik, Moral

Kinostart

19.05.2011

Inhalt


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Zwei Welten existieren in der Stadt Metropolis. Eine Oberwelt, in der sich die Elite vergnügt und eine Unterwelt, in der die Arbeiter bis zur Erschöpfung riesige Maschinen in Gang halten müssen. Herrscher über die Welten ist Freder Fredersen. Eines Tages lernt sein Sohn Joh Fredersen jedoch die charismatische Maria aus der Unterwelt kennen, die für die Befreiung der Unterdrückten plädiert. Joh verliebt sich in Maria und entdeckt seine Sympathien für das unmenschliche Schicksal der Arbeiter. Der hellhörig gewordene Freder Fredersen, einen Aufstand ahnend, beauftragt den Wissenschaftler Rothwang, einen Roboter zu erschaffen, der Maria gleicht. Er soll die Arbeiter aufwiegeln, damit Freder noch härter gegen sie vorgehen kann. Mit diesem Stummfilm schuf Fritz Lang nicht nur in technischer Hinsicht einen Klassiker der Filmgeschichte, sondern entwarf eine eindruckvolle Parabel auf die politischen Verhältnisse des Deutschlands der damaligen Produktionsgegenwart.

Umsetzung


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Regisseur Fritz Lang arrangiert zahlreiche Versatzstücke unterschiedlicher Herkunft zu einem beunruhigend wirkenden Gesamtbild: teils futuristisch überzeichnete Architekturkulissen der Moderne, phantastische und religiöse Motive sowie Elemente des Mittelalterlichen, der Gotik und des Expressionismus. Hinzu kommen noch heute eindrucksvolle Tricktechniken, aufwendig choreographierte Massenszenen und dynamische Montagesequenzen. Darüber hinaus verweisen die sichtbaren Spuren im wiederentdeckten und -eingefügten Material auf die Geschichte der verstümmelten und verschollenen Premierenfassung von 1927 sowie den Prozess der Wiederherstellung. In Metropolis werden fiktionale und filmhistorische Dimensionen gleichermaßen sichtbar, sodass der Kinobesuch nicht nur für Jugendliche zu einem Wahrnehmungserlebnis und einer Entdeckungsreise wird; überraschend und herausfordernd im besten Sinne.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Metropolis ermöglicht unterschiedliche Lesarten: Analog zur Thematik der Massen- und Klassengesellschaft können die Stadt als filmischer Handlungsraum im Allgemeinen und die Architekturkulisse in Metropolis im Speziellen diskutiert werden. Insgesamt ist die Zusammenstellung zahlreicher Versatzstücke unterschiedlicher Herkunft von Interesse: die futuristische Architekturkulisse, die der Skyline Manhattans nachempfunden ist und dabei mit biblisch-religiösen Motiven (Turmbau zu Babel), gotischen Elementen (Dom) und rokokohaften Szenerien (die künstlichen Gärten der Reichen) gekreuzt wird. Zur Entschlüsselung des ästhetischen Gesamtarrangements können neben einer Spezifizierung unterschiedlicher Stile und Epochen die Begriffe Bricolage (und artverwandt) Collage als Hilfestellung dienen. Um die Wirkung von Metropolis auf das Genre Science-Fiction veranschaulichen zu können, bieten sich vergleichende Analysen der Filme Blade Runner und Matrix an. Auch kann die Montage als Prinzip des filmischen Erzählens erörtert werden. Schließlich verweisen die nachträglich eingefügten Filmszenen nicht nur auf die Restaurationsgeschichte, sondern lenken den Zuschauerblick auf die Schnittstellen zwischen den Bildern. Abschließend können die Restaurations- und Rezeptionsgeschichte des Films thematisiert und mit den Begriffsfeldern Filmklassiker und Kulturerbe abgeglichen werden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Carsten Siehl, 30.04.2011, letzte Aktualisierung: 09.01.2019

Regie

Fritz Lang

Buch

Thea von Harbou, Fritz Lang (ungenannt)

Darsteller/innen

Brigitte Helm, Alfred Abel, Gustav Fröhlich, Rudolf Klein-Rogge, Fritz Rasp, Theodor Loos, Erwin Biswanger u. a.

Länge

152 Min

Sprachfassung

Stummfilm mit deutschen Texttafeln

Format

35mm, digital, schwarzweiß

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Warner Bros.

Festivals

Weltdokumentenerbe (UNESCO)

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