Muhi - Generally Temporary, Neue Celluloidfabrik

Muhi - Generally Temporary

Israel, Deutschland 2017

Der lebensfrohe Muhi leidet schon als Kleinkind unter einer Autoimmunkrankheit. Die medizinische Versorgung in seiner Heimat Gaza reicht nicht aus, um sein Leben zu erhalten. Sein Großvater bringt ihn deshalb nach Israel. Dort kann Muhi zwar gerettet werden, er ist aber dauerhaft an das israelische Krankenhaus gebunden. Die Trennung von der Familie stellt Muhi und seinen Großvater, der ihn stets begleitet, vor große Herausforderungen.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Deutsch, Sozialkunde, Politik, Biologie, Psychologie, Religion

Themen

Nahostkonflikt, Menschlichkeit, Hilfeleistung, Integration, Vorurteile, Heimat, Religion, Islam, Krankheit

Kinostart

14.06.2018

Inhalt


mehr Info

Aufgrund einer Autoimmunkrankheit kommt der kleine Palästinenser Muhi in ein israelisches Krankenhaus. Sein Leben kann gerettet werden, jedoch nur auf Kosten der Amputation seiner Arme und Beine. Allein Großvater Abu Naim darf mit Muhi aus dem Gazastreifen ausreisen, bekommt allerdings kein israelisches Visum, weshalb er das Krankenhausgelände nicht verlassen darf. Zu Filmbeginn verbringen die beiden seit vier Jahren dort ihren Alltag, bei Filmende sind drei weitere vergangen. Ein Zurück in die Heimat gibt es angesichts der schlechten Gesundheitsversorgung in Gaza nicht. So wächst Muhi unter sonderbaren Bedingungen auf: Sein gesamtes Leben spielt sich im israelischen Krankenhaus ab. Hier hat er Menschen, die sich um ihn sorgen und kümmern. Dennoch fällt die Trennung von der Familie für Großvater und Enkel schwer. Trotz Momenten der Unsicherheit, der Trauer und des Unverständnisses hat der kleine Junge seine große Lebensfreude bewahrt, die man (fast) jederzeit spüren kann.

Umsetzung


mehr Info

„Muhi – Generally Temporary“ ist kein Film über den Nahostkonflikt, sondern über das Schicksal eines Kindes ohne Haltung zu aktuellen politischen Konflikten. Trotzdem sind Letztere allgegenwärtig und bestimmen das Leben der Protagonisten. Der politische Kontext wird den Zuschauenden weniger über die Filmbilder als vielmehr über Dialoge und Ton vermittelt. So wird deutlich, dass die Menschen, nicht der Krieg im Vordergrund stehen. Der Film zeigt Menschen, die sich über starre Grenzen hinwegsetzen und alles dafür tun, dass Muhi, ein palästinensisches Kind, in Israel behandelt werden kann und Fürsorge und Liebe erfährt. Diese Idee verkörpert besonders auch der Mittelsmann Buma, ein Israeli, der sich für Familien im Gazastreifen einsetzt, die medizinische Hilfe benötigen, obwohl er seinen Sohn im Krieg verloren hat. Es wird deutlich, dass ein Konflikt mit derart verhärteten Fronten am Ende nur Leid zufügt und es besser ist, Vorurteile und Feindbilder zu überwinden.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Der Film eignet sich für die Beschäftigung mit dem Nahostkonflikt. Die Lebensumstände in den israelischen und palästinensischen Gebieten können in den Blick genommen werden und der Konflikt anhand der Geschichten und Haltungen der Protagonist*innen rekonstruiert werden. Dennoch funktioniert der Film auch ohne detailliertes Hintergrundwissen, wenn moralische, menschliche Fragen im Vordergrund stehen. Stetige Konflikte und Kriege zermürben die Bevölkerung – das Wohl des Einzelnen fällt angeblichen größeren Idealen zum Opfer. Wie zeigt der Film das? Offenbar gibt es zwar grenzüberschreitende Hilfe, aber wer entscheidet nach welchen Kriterien, wem geholfen wird? Generell kann darüber gesprochen werden, wie Feindbilder entstehen und sich verfestigen. Muhis Leben hängt von Menschen ab, die von Teilen seiner Familie als „Feinde“ ansehen werden und wächst aus deren Sicht in einem „feindlichen“ Land auf. Wie geht Muhi mit dieser Situation um und wie wirkt sich das auf seine Persönlichkeitsentwicklung aus?

Veranstaltungen


mehr Info

Autorin: Caroline Fuchs, 05.06.2018, letzte Aktualisierung: 13.06.2018

Regie

Rina Castelnuovo-Hollander, Tamir Elterman

Buch

Rina Castelnuovo-Hollander, Tamir Elterman

Darsteller/innen

Muhammad El-Farrah, Hamuda (Abu Naim) El-Farrah, Buma Inbar, Hiba El-Farrah, Awatef El-Farrah, Ashraf El-Farrah, Nasrallah El-Farrah, Tamar Baneth, Tamara Nevo, Prof. Raz Somech, Danielle Kitaichik, Meir Starick, Said Ghazali, Salma Baba

Länge

86 Min

Sprachfassung

arabisch-hebräische Originalfassung mit deutschen Untertiteln; barrierefreie Fassungen verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Neue Celluloidfabrik

Festivals

(Auswahl): Neiße Filmfestival: Publikumspreis für den besten Langfilm; DOK Leipzig: Goldene Taube; Docaviv Int’l Film Festival Tel Aviv: Best Debut; Hot Docs International Film Festival Toronto: Top 10 Publikumsauswahl u. v. a. m.

Impressum
Sitemap
Datenschutz