Filmplakat zu Mustang

Mustang

Frankreich, Türkei, Deutschland 2015

Die in Frankreich aufgewachsene Regisseurin Deniz Gamze Ergüven erzählt in ihrem Spielfilmdebüt von fünf Schwestern, die in ihrem Heimatdorf gegen traditionelle gesellschaftliche Konventionen aufbegehren und für ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpfen. Der Dramatik des Themas setzt sie eine leichte und oft humorvolle Erzählweise und Inszenierung gegenüber und betont damit zugleich dessen Dringlichkeit. Ein Plädoyer für Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen und Menschenrechte im Allgemeinen.

Originaltitel

Mustang

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Politik, Sozial-/Gemeinschaftskunde, Ethik, Türkisch, Religion

Themen

Mädchen, Frauen, Menschenrechte/-würde, Gender/Geschlechterrollen, Widerstand, Diskriminierung, Macht, Gewalt/Sexuelle Gewalt, Erwachsenwerden, Islam, Werte

Kinostart

25.02.2016

Inhalt


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Solange man frei ist, ist die Freiheit oft selbstverständlich. So geht es auch der etwa 12-jährigen Lale und ihren vier älteren Schwestern. Seit dem Tod ihrer Eltern leben die lebenslustigen Mädchen bei ihrer Großmutter an der türkischen Schwarzmeerküste, wo sie unbeschwert aufwachsen – bis sie mit ein paar Jungen im Meer rumtoben und damit für einen Skandal sorgen. Ihr als schamlos wahrgenommenes Verhalten hat den guten Ruf der Familie ruiniert, der Onkel beschimpft sie als „Schlampen“ und sperrt sie ein. Das Zuhause der Schwestern wird erst zum Gefängnis und dann – so Lale – zu einer „Hausfrauenfabrik“, in der sie lernen, wie man kocht, näht, putzt und Ehemännern in spe, die von der Großmutter eiligst eingeladen werden, lächelnd Tee serviert. Doch trotz aller Repressionen wollen sich die Mädchen nicht fügen und kämpfen auf jeweils eigene Art für ihre innere Freiheit und ihr Recht auf Selbstbestimmung.

Umsetzung


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Freiheitsberaubung, Zwangsehen, Unterdrückung – wahrlich keine leichte Kost, die die türkische, in Frankreich lebende Regisseurin Deniz Gamze Ergüven in ihrem Debütfilm verarbeitet. Trotzdem hat ihr Film eine große Leichtigkeit, vermittelt er doch in warmen Farben und sommerlich flirrenden Bildern eben genau das Gefühl von Freiheit und Lebenslust, um das die Mädchen so sehr kämpfen. Als Erzählerin und genaue Beobachterin aus kindlicher Perspektive fungiert dabei Lale. Sie kommentiert aus dem Off das Geschehen, kündigt Ereignisse an oder sortiert sie im Nachhinein. Kraft und Zuversicht schöpfen die Mädchen dabei aus ihren Zusammenhalt. Entsprechend inszeniert die Regisseurin sie in all ihrer Schönheit sinnlich, aber nie sexualisiert, oft eng aneinander geschmiegt und – mit den Worten der Regisseurin – wie ein „Monster mit fünf Köpfen“.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Menschenrechte von Frauen und Mädchen werden nicht nur in der türkischen Provinz oder in traditionell-konservativen Gesellschaften beschnitten. Es ist ein globales und sehr vielseitiges Problem, das von ungleichen Bildungschancen bis zu Versklavung reicht. Der Film „Mustang“ mit seinen jungen Identifikationsfiguren bietet daher einen guten Ansatzpunkt, sich mit dieser Thematik zu befassen und danach zu fragen, ob und inwiefern auch hierzulande Mädchen und Frauen benachteiligt werden. Dabei lohnt sich auch ein Blick in die Geschichte. Wofür kämpften etwa die Suffragetten zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Was wollte und erreichte die westdeutsche Emanzipationsbewegung der 1970er-Jahre? Welche Institutionen oder Personen – man denke etwa an die pakistanische Schülerin Malala – machen sich heute stark für Frauenrechte? Konkret auf den Film bezogen, empfehlen sich Figurenanalysen, die die unterschiedlichen Lösungsstrategien der Mädchen, aber auch das Handeln von Großmutter und Onkel herausarbeiten.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Kirsten Taylor, 01.02.2016, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Deniz Gamze Ergüven

Buch

Deniz Gamze Ergüven, Alice Winocour

Darsteller/innen

Güneş Nezihe Şensoy, Doğa Zeynep Doğuşlu, Elit İşcan, İlayda Akdoğan, Tuğba Sunguroğlu, Nihal G. Koldaş, Burak Yigit u.a.

Länge

97 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Weltkino Filmverleih

Impressum
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