Filmplakat Neruda

Neruda

Chile, Argentinien, Frankreich, Spanien 2016

Als die chilenische Regierung unter Präsident Videla die politische Immunität des kommunistischen Senators und Schriftstellers Pablo Neruda aufhebt, muss dieser abtauchen und liefert sich fortan ein Katz-und-Maus-Spiel mit einem ehrgeizigen Ermittler. Pablo Larraín entwirft ein zwischen Fakten und Fiktionen pendelndes biografisches Drama, das dem Zuschauer den Titelhelden und das gesellschaftliche Klima in Chile Ende der 1940er Jahre nahebringt.

Genre

Literaturverfilmung, Tragikomödie, Biopic

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Spanisch, Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Medienkunde

Themen

Biografie, Kommunismus, Literatur, Verfolgung, Flucht, Lateinamerika, Gesellschaft, Politik, Widerstand, Armut

Kinostart

23.02.2017

Inhalt


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Nachdem er den chilenischen Präsidenten Videla im Jahr 1948 zum wiederholten Male scharf kritisiert hat, ändert sich das Leben des berühmten Senators und Schriftstellers Pablo Neruda auf dramatische Weise. Die politische Immunität des bekennenden Kommunisten wird kurzerhand aufgehoben und ein Haftbefehl auf ihn ausgestellt, dem sich der Querdenker gerade rechtzeitig entziehen kann. Unterstützt von tatkräftigen Helfern, geht Neruda zusammen mit seiner Lebensgefährtin in den Untergrund. An ihre Fersen heftet sich der ehrgeizige Polizist Óscar Peluchonneau, der sich ein ums andere Mal vom Gejagten an der Nase herumführen lässt. Gelangweilt vom Versteckspiel, wagt sich der lebenslustige Dichter immer öfters aus der Deckung, um seinen Hobbys und Lastern zu frönen – etwa bei einem Besuch in einem Freudenhaus.

Umsetzung


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Vom schlichten Titel sollte man sich nicht täuschen lassen. Pablo Larraíns „Neruda“ ist alles andere als ein konventionelles Biopic. Fokussiert auf eine bestimmte Phase im Leben des berühmten Schriftstellers und Politikers, entspinnt sich hier ein zwischen Tragik und Komik pendelndes Vexierspiel, das munter Fakten und Fiktionen vermischt. Nerudas Flucht vor den Behörden dient als Ausgangspunkt für eine Kriminalhandlung, die von den mal spöttischen, mal bewundernden Voice-Over-Kommentaren des Polizisten begleitet wird. Einer erfundenen Figur, die einem Detektivroman entsprungen zu sein scheint. Über die amüsante Jagd nach dem Dichter gibt uns der Film nicht nur Einblick in die höchst widersprüchliche Persönlichkeit Nerudas, der einen ausschweifenden Lebensstil und kommunistische Haltungen bestens vereinbaren konnte. Auch das repressive Klima im Chile der 1940er Jahre wird immer wieder greifbar.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Pablo Larraíns facettenreiche Aufarbeitung eignet sich hervorragend, um die Person Pablo Nerudas und sein bis heute wirkmächtiges Schaffen eingehender zu untersuchen. Ein besonderes Augenmerk könnte man auf sein Engagement als Politiker und die umfangreiche Gedichtsammlung des „Canto General“ legen, der zu großen Teilen während seiner Zeit im Untergrund entstand und bei Larraín des Öfteren Erwähnung findet. Anknüpfen lässt sich im Unterricht auch an die im Film skizzierten gesellschaftlichen Gegebenheiten im Chile der ausgehenden 1940er Jahre, wobei vor allem die Unterdrückung, Ausbeutung und Verfolgung kommunistischer Kräfte und die aufscheinenden faschistischen Tendenzen reichlich Diskussionsstoff bieten. Ausgehend von der recht spielerischen Erzählweise des biografischen Dramas könnte man der Frage nachgehen, welche literarisch-poetischen Qualitäten hier zum Vorschein kommen.

Veranstaltungen


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Kinofinder: www.kinofenster.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christopher Diekhaus, 26.01.2017, letzte Aktualisierung: 15.02.2017

Regie

Pablo Larraín

Buch

Guillermo Calderón

Darsteller/innen

Luis Gnecco, Gael García Bernal, Mercedes Morán, Diego Muñoz, Pablo Derqui, Michael Silva, Jamie Vadell, Alfredo Castro, Marcelo Alonso u.a.

Länge

108 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Piffl Medien

Festivals

(Auswahl) London Film Festival 2016; Chicago IFF 2016; Filmfest München 2016; Premios Fénix 2016: Bester Film, Bester Schnitt, Bestes Kostümbild; Woodstock Film Festival 2016: Bester fremdsprachiger Film

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